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Nach über 40 Jahren

Ergster Ausflugslokal am Schälk schließt endgültig

28.01.2015 | 06:03 Uhr
Die Werbeschilder sind schon abgeschraubt: Geschlossen hat Wirtin Gerlinde Gerbersmann die beliebte Ausflugsgaststätte Zum grünen Krug am Schälk.
Die Werbeschilder sind schon abgeschraubt: Geschlossen hat Wirtin Gerlinde Gerbersmann die beliebte Ausflugsgaststätte Zum grünen Krug am Schälk.Foto: Reinhard Schmitz

Ergste.  "Betriebsferien" ist mit Kreide auf die Tafel neben der Eingangstür der Gaststätte "Zum grünen Krug" geschrieben. Sie werden nie mehr enden. "Wir haben für immer geschlossen", erklärt Wirtin Gerlinde Gerbersmann. Nach über 40 anstrengenden Berufsjahren zieht sie sich in den wohlverdienten Ruhestand zurück.

Diese Entscheidung bedauert nicht nur der Handwerker, der gerade im blauen Monteurs-Overall aus seinem Bulli geklettert ist. "Eigentlich wollte ich meine Freundin hier mal ausführen", verrät er, während er vergeblich den altmodischen Türklopfer auf den Holzrahmen pochen lässt. Denn das Essen in dem Ausflugslokal an der Bundesstraße 236, die in diesem Abschnitt einfach "Schälk" heißt, sei immer sehr lecker und preiswert gewesen.

Davon können auch die Wanderfreunde des Sauerländischen Gebirgsvereins Schwerte ein Loblied singen, die gern in dem Ausflugslokal eine Rast einlegten. Schließlich liegt ganz in der Nähe im Wald ein beliebtes Ziel: der Viermarkenbaum mit seinem Gedenkstein. Er markiert die Stelle, wo sich die Ortsgrenzen von Ergste, Letmathe, Berchum und Hohenlimburg treffen.

Gaststätte im Jahr 1961 gegründet

In einem altehrwürdigen Fachwerkhaus - die Jahreszahl 1836 ist in einen der Balken eingeritzt - hatte Else Rempel, die Mutter der letzten Wirtin, die Gaststätte dort im Jahre 1961 gegründet. Der Legende nach hatte sie ihren Ehemann überzeugt, dass mit einem Schankbetrieb besser Geld zu verdienen sei als mit Ackerbau und Viehzucht. Also wurde der Stall zum Saal umgebaut, ein Liefervertrag mit der Iserlohner Brauerei geschlossen. Deren Emblem erzählt auf der Tafel immer noch von den rauschenden Zeiten mit dem "kühlen Blonden aus dem Sauerland".

Als eine der ältesten Wirtinnen weit und breit führte Else Rempel den Betrieb, bis sie im April 2013 im Alter von 90 Jahren starb. Seit ihrem 18. Lebensjahr stand ihr Tochter Gerlinde Gerbersmann zur Seite. "Ich habe harte Jahre hinter mir", sagt sie. Immer habe sie alles mit Herz und Liebe gemacht. Und genauso möchte sie das Traditionslokal auch in Erinnerung gehalten wissen. Man solle aufhören, wenn es am schönsten ist: "Ich danke meinen treuen Gästen."

Ehepaar möchte endlich Zeit für sich haben

Leicht gefallen ist Gerlinde Gerbersmann der Abschied nicht. Doch auch ihr Ehemann gehe jetzt in den Ruhestand, da möchte man endlich mehr gemeinsame Zeit haben. Was künftig mit den Räumlichkeiten geschieht, darüber habe sie sich noch keine Gedanken gemacht: "Wir möchten erst mal zur Ruhe kommen."

Reinhard Schmitz

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Ergster Ausflugslokal am Schälk schließt endgültig
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2015-01-28 06:03
---Schwerte---