Eine Spendenbrücke nach Japan
15.12.2011 | 19:08 Uhr 2011-12-15T19:08:00+0100
Schwerte. Der Verein „Schwerte hilft“ unterstützt ein Kinderheim in Japan.
Vor neun Monaten erschütterte das Erdbeben Japan. Nach einem Spendenaufruf des Vereins „Schwerte hilft“ kamen durch zahlreiche Benefizaktionen 7200 Euro zusammen.
Ein Teil der Spenden wurde gesammelt beim Kirschblütenfest von Lichtkünstler Jörg Rost. Durch die Bastelarbeiten der Albert-Schweitzer-Schüler, beim Sponsorenlauf von Eintrachtschülern und während des Benefizkonzert in der St. Viktor-Kirche flossen weitere Summen in den Spendentopf. Zudem erwiesen sich Firmen und Bürger und Bürgerinnen als großzügig.
Das Kinderheim, das die Spenden erhalten soll, liegt in Ichinoseki, im Norden der Hauptinsel Honshu, etwa 150 Kilometer Luftlinie von Fukushima entfernt. In dem Heim leben 60 Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis 18 Jahren. Sie werden von Schwester Maria Caelina und ihren Mitarbeitern betreut. Nach dem Erdbeben wurden noch weitere Waisen- und obdachlose Kinder aufgenommen.
Neubau geplant
Das Erdbeben am 11. März richtete auch im Kinderheim schwere Schäden an: Risse in den Wänden, heruntergefallene Decken, Wasserrohrbrüche, aufgerissene Fußböden, Ausfall der Elektrizität. Nach einiger Zeit in einer nahen Turnhalle, leben die Kinder wieder in dem beschädigten Haus. Durch Erdbeben und folgende Taifune haben sich die Risse mit Schlamm und Wasser gefüllt. Noch immer besteht Einsturzgefahr. Eine Sanierung ist nicht mehr möglich. Ein Neubau soll bis Ende 2012 erstellt werden.
Bedrückend sind die seelischen Auswirkungen des Erdbebens auf die Kinder und Jugendlichen: Sie leben in Angst, alles könnte ihnen genommen werden, sie fürchten sich vor dem Alleinsein, vor der Dunkelheit und Entbehrungen.
Schwester Maria Caelina, eine Thuiner Franziskanerin aus dem Emsland, wird froh sein, wenn sie, die Kinder und Mitarbeiter zum Weihnachsfest in einem Übergangsheim untergebracht sind.
In ihrem Dankesschreiben an Schwerte hilft formuliert die Ordensfrau: „Die diesjährige Adventszeit ist so ganz anders wie in all den anderen Jahren. Aber wir haben die Hoffnung, dass der Stern der Heiligen Weihnacht auch über uns steht.“ Ute Giedinghagen hofft, „dass wir mit den Spendengeldern unseren Beitrag leisten konnten, die Not ein wenig zu lindern und die Menschen für die Zukunft zu ermutigen“. Mit der Aktion habe Schwerte eine Brücke nach Japan geschlagen.
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