Eine Frau für die Nebenrollen
02.11.2010 | 17:34 Uhr 2010-11-02T17:34:00+0100
Ergste.Die Turnhalle der Grundschule in Ergste wird an den nächsten beiden Samstagen zum Campingplatz. Die Volksbühne macht dort „Schöne Ferien“. So nennt sich die Komödie, die am 6. November um 19.30 Uhr Premiere feiert. Mittendrin ist Martha. Oder besser: Eva Weidlich.
Die Villigsterin ist seit 1974 Mitglied der Volksbühne Ergste. Im neuen Stück spielt sie die Mutter und Schwiegermutter von Klaus und Erika Muffel – eine Rolle, die ihr nicht unbedingt auf den Leib geschneidert ist. Denn während sich Martha für etwas besseres hält, ist Eva bodenständig. Und das schon seit 70 Jahren!
Töpfern und spielen
Im September 1940 wurde Eva Weidlich in Jordan in der Mark Brandenburg geboren. Die gelernte Einzelhandelsverkäuferin ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist vierfache Großmutter. Und sie hat neben der Schauspielerei einer zweiten Leidenschaft lange gefrönt: der Töpferei. Das hat sie mittlerweile aufgegeben, aber immerhin hat sie die Töpferei so gerne gemacht, dass sie mehr als zwei Jahrzehnte in der Volksbühne keine Rollen mehr gespielt hat.
Jetzt ist sie wieder dabei. „Ich wollte etwas für meinen Geist tun“, erklärt die sympathische Frau. Zehn bis 15 Rollen hat sie auf der Bühne „bestimmt schon“ gespielt. Eine Hauptrolle war nie dabei, aber eine solche wollte und will sie auch gar nicht bekleiden. Nebenrollen sind ihr Metier, und die dürfen gerne reichlich lustig sein. „Je komischer, je besser“, schmunzelt sie – und verrät, dass „ich ein lebenslustiger Mensch bin“.
Im Komischen sieht sie auch die Intention der Volksbühne. Die Besucher sollen die Sorgen des Alltags für ein paar Stunden vergessen. Unterhaltung ist die Absicht der Volksbühne, der künstlerische Anspruch eher kleiner. Und damit haben die Ergster immer ins Schwarze getroffen. „Wer uns kennt, der kommt immer wieder“, sagt Eva Weidlich. Entsprechend groß sind ihre Erwartungen auf eine volle Halle zur Premiere. Für die „Schönen Ferien“ habe „ich mehr Karten als gewöhnlich verkauft“, verrät sie. Jetzt hat Eva Weidlich noch ein paar Tage Zeit, gegen ihr Lampenfieber anzukämpfen. Auch das hat man noch mit 70 Jahren!
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