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Ein Feuerwerk auf der Flügel-Klaviatur

14.02.2010 | 19:04 Uhr
Ein Feuerwerk auf der Flügel-Klaviatur

Schwerte. Expressivität in Verbindung mit großer Leichtigkeit, zeichnete das Spiel der 1986 in Penza geborenen russischen Pianistin Olga Kozlova gestern bei der Matinee „Sternstunden am Bösendorfer” in der Rohrmeisterei aus.

Kozlova eröffnete das Klavierrezital mit Ludwig van Beethovens Sonate A-Dur op. 101. Sensibel, zupackend und voller Hingabe setzte die Pianistin die rhythmische Komplexität dieser Sonate um und zeigte bewundernswert ihr Gespür für die Architektur dieser Komposition. Mit technischer, melodiöser Brillanz und Gefühlstiefe interpretierte Olga Kozlova anschließend Franz Schuberts Impromptus D 899 op. 90. Von großer Feinheit und formaler Perfektion spielte sie Schuberts, kurz vor seinem Tod im Jahr 1828 komponiertes Klavierstück und variierte mit Leichtigkeit Tempi und Lautstärke.

Nach der Pause zog die russische Seele in das Denkmal an der Ruhrstraße ein. Die junge Russin spielte „Moments musicaux op. 16” des russisch-amerikanischen Komponisten und Pianisten Sergej Rachmaninow und brachte mit höchster Sensibilität und großem Sinn für Wechsel und Schattierungen das Klavier zum Singen. Beschwingt flogen ihre Finger über die Tastatur und sie entfachte ein Feuerwerk auf der Klaviatur des Flügels. Nach lang anhaltendem Beifall beendete Olga Kozlova das Konzert mit einem fulminanten Vortrag von Chopins Scherzo Nr. 3.

Olga Kozlova, Preisträgerin vieler internationaler Wettbewerbe, begeisterte mit ihrer interpretativen Fähigkeit, ihrem klaren, nuanciertem Spiel die Gäste in der, trotz des Wetters, sehr gut besuchten Rohrmeistereihalle. Ihr bisher größter Erfolg dürfte der 1. Preis beim Internationalen Franz Liszt Klavierwettbewerb in Weimar im November 2006 gewesen sein, als sie sich gegen 56 Mitbewerber aus 20 Ländern durchsetzte

„Außerordentlich überzeugend, wie Olga Kozlova musiziert hat. Sie erinnert mich von der Deutung und Richtung her an die große, 2002 verstorbene, brasilianische Pianistin Yara Bernette, die die ,Moments musicaux' eingespielt hat”, resümierte Jan Thürmer, Lieferant des Bösendorfer Konzertflügels und Veranstalter im Kunstmuseum Bochum, in dem die Koszlova am 10. April ein Gastspiel gibt.

„Das war ein Konzert auf höchstem Niveau”, begeisterte sich Franz-Leo Matzerath, Dirigent, Organist und Leiter des Chores der Konzertgesellschaft Schwerte, dem die Vereinigung des einerseits sehr kraftvollen und dann wieder schmetterlingshaftem Spiel ganz besonders beeindruckt hat.

Bitte vormerken:

Drei weitere Konzerte sind in diesem Jahr in der Reihe „Sternstunden am Bösendorfer”, veranstaltet von der Konzertgessellschaft und der Stiftung Rohrmeisterei, geplant. Die WR präsentiert die Musikereignisse.

Am 9.Mai ist wird der japanische Pianist Yuda Tsuda zu hören sein. Am 12. September wird Adam Laloum zu Gast sein, Träger des renommierten Clara-Haskil-Preises. Den Schlussakkord für 2010 setzt Yuka Imamine am 24. Oktober. Alle Konzerte beginnen jeweils um 11 Uhr in der Rohrmeisterei.

Christel R. Radix

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