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Schwerter Kleinkunstpreis

Ein Abend ohne „Muckerstarre“

12.02.2012 | 15:02 Uhr
Ein Abend ohne „Muckerstarre“
Kleinkunstpreisverleihung 2011 Preisträger GlasBlasSing Quintett Foto: Manuela Schwerte

Schwerte.   Den ersten Beifall eines genial unterhaltsamen Abends in der Rohrmeisterei erhielt Dr. Uwe Trespenberg. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse bekannte sich zum kulturellen Engagement seines Hauses.

„Wir bleiben auch dabei“, sagte er und bereitete mit diesen Worten dem Schrecken ein Ende, den Meldungen im Videotext eines Fernsehsenders hervorgerufen hatten, nach denen die Schwerter Kleinkunstwochen wackelten, weil das Sparkassen-Sponsoring wegbreche. Alles Quatsch! Knapp drei Stunden später wusste das Publikum zudem, warum das GlasBlasSing Quintett den 21. Schwerter Kleinkunstpreis gewonnen hat.

BedeutendeTrophäe

Den mit 5000 Euro dotierten Kleinkunstpreis nahmen die Musiker aus dem Ostharz am Samstagabend entgegen. Es ist nicht irgendein Preis. Das Publikum nämlich entscheidet alljährlich über den Preisträger, und das macht die Trophäe bundesweit so begehrenswert. Und so wurde es für einen Moment feierlich, als Heinrich Böckelühr die Trophäe enthüllte und sie freudig erregten, ganz großartigen Kleinkünstlern überreichte. Der Bürgermeister gehörte zu den Ehrengästen, ebenso Landrat Michael Makiolla. Zudem hatte die Verleihung noch einen ganz besonders honorigen Gast. Etwas weiter hinten nämlich saß Herbert Hermes, der ehemalige Leiter des Kulturbüros, der diesen Kleinkunstreihen bis zuletzt sein Gesicht verlieh. Die 54. Reihe „Wahnsinn, Irrsinn, Unsinn“ steht schon unter der Regie seiner Nachfolgerin Heike Pohl.

Die hätte sich nach Lutz Görner am Freitagabend keinen besseren Auftakt wünschen können als dieses „GlasBlasSing Quintett“, das noch einmal 90 Minuten lang beteuerte: „Keine Macht den Dosen!“ Und so klimperten, trommelten und bliesen auf ihren „Instrumenten“, verliehen mit einem zur Bassdrum umgebauten Wasserspender ihrer Musik quer Beet von Klassik bis HipHop den richtigen Wumms. Vielseitig kamen sie daher, präzise, getragen von einer exzellenten Musikalität und von einem Publikum, das schon Zugaben forderte, als die letzten Töne noch gar nicht verhallt waren.

„Muckerstarre“ hieß der Blues, mit dem das Quintett beschrieb, wie Musiker häufig aus dem Genre des Rocks nach exzessiven Auftrittsnächten am nächsten Tag halb tot in der Ecke liegen. Eine ähnlich Starre müssen viele der 500 Menschen am Sonntag erlebt haben, besoffen von so viel Musikalität, von so viel Entertainment und dem Erstaunen, was Flaschen so alles hergeben können. Wir zitieren leicht abgewandelt: „Buntglas, Weißglas, ganz egal – wir hatten Spaß“.

Ingo Rous

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