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„Die Welt der Computer duftet eben nicht nach Wald”

18.09.2009 | 18:08 Uhr

Westhofen. Klettern und toben im Wald ist für viele Jungs das Größte. Zwar ist Volker Heimel den Kinderschuhen längst entwachsen, aber im Wald ist er noch genauso gerne und oft wie als Steppke.

Da ist es schon mehr als eine glückliche Fügung, dass der Wald jetzt quasi sein Arbeitszimmer ist: Seit August leitet der 47-Jährige die Öko-Station am Ebberg.

Bei Führungen durch den Wald, Fledermaus-Exkursionen, Wald-Geburtstagen und anderen Projekten erkundet er mit Jung und Alt die Natur – keine neuen Aufgaben für den gebürtigen Dortmunder, der schon als Honorarkraft für die Einrichtung des Naturfreunde Landesverbandes NRW gearbeitet hatte. Und über diesen Kontakt kam Volker Heimel als Nachfolger von Ilka Ufert an die zunächst auf zwei Jahre befristete Stelle.

Heimel, der als Lehrer, Gärtner und Maurer gleich drei Berufe gelernt hat, sieht sich selbst als Umweltpädagoge. Die Wurzeln dafür liegen in seiner Kindheit: „Ich bin am Waldrand groß geworden, das hat mich geprägt und bis heute nicht losgelassen”, spricht er von seiner Lebensaufgabe, sich für die Natur zu engagieren. „Jeden Tag einfach zu leben”, sagt Heimel ohne lange zu überlegen, mache ihm am meisten Spaß. Selbstverständlich im Einklang mit der Natur, denn die sei für ihn gleichbedeutend mit Lebensqualität. Und so ist für den 47-Jährigen, Natur als etwas Ganzes und Natürliches zu erleben, „Luxus und ein Geschenk” gleichermaßen.

Seine Faszination und Begeisterung möchte der Leiter der Öko-Station anderen Menschen näher bringen: „Hier oben kommen Schüler in die Natur, sind mittendrin und erleben sie mit allen Sinnen.” Wenn sie Brennessel oder Sauerklee essen, Wasserpfeffer probieren oder den Limonadenbaum entdecken (Pipi Langstrumpf lässt grüßen).

Für manche ist dies, weiß Heimel aus Erfahrung, heutzutage ein ganz neues Erlebnis, denn: „Die virtuelle Welt ist ganz anders als die reale. Die Welt der Computer duftet eben nicht nach Wald.”

So hat sich Heimel, der seit knapp 30 Jahren beim Naturschutzbund Dortmund aktiv mitarbeitet, ein Ziel gesetzt: Kindern, aber auch Erwachsenen in der Natur den Respekt für die Natur zu vermitteln. Wie das gelingen kann? „Wenn man sich beispielsweise barfuß an Ameisen ranschleicht, hat man mehr Respekt vor den Tieren als mit Schuhen.” Und von den krabbelnden, nützlichen Waldgesellen gibt es mit mindestens 10 Millionen jede Menge auf dem Berg. Festgestellt habe diese Zahl, erzählt der Umweltpädagoge, die Ameisenschutzwarte aus Siegen bei einer Untersuchung vor zwei Wochen. Kontakte wie diese möchte der Leiter der Öko-Station zukünftig ausbauen, führte bereits Gespräche mit dem Revierförster und Vertretern des Bergbauhistorischen Vereins. So plant Heimel eine umfassende Umweltbildung mit Seminaren. Ein Anfang ist schon gemacht: „Insekten kennen lernen” können Interessierte heute ab 10 Uhr auf dem Ebberg.

Eine Tagung mit Ausstellung über „Vogelkollisionen an Gebäuden” findet dann am 30. Oktober in der Öko-Station an. Ein Thema, mit dem sich Heimel bestens auskennt: Dortmund zeichnete ihn für diese Untersuchung mit dem Umweltpreis 2009 aus.

Mitten in der Natur

Seit 1979 gibt es am Ebberg ein Naturschutzgebiet, es umfasst 18,6 Hektar.

Die Jugendtagungsstätte Naturfreundehaus Ebberg und die Öko-Station liegen auf rund 200 Meter Höhe inmitten einer fürs Sauerland typischen Vegetation.

Zum Angebot gehören Familienerholungen, Kinder- und Jugendfreizeiten, Tagungen, Walderlebniswanderungen.

Für Klassen, Wanderer und Radwander ist der Ebberg eine beliebte Anlaufsstelle.

Kontakt: Ebberg 1, 63364, www. naturfreunde-nrw.de

Iris Allendörfer

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