Die Kreinberg-Führung im Taschenformat
03.08.2010 | 18:19 Uhr 2010-08-03T18:19:00+0200
Schwerte-Ost.Die Kreinberg-Siedlung ist seit neun Jahren ein Denkmal, die Führungen durch die Straßen laufen seit Mai mit viel Erfolg und am Montag nun holten Uwe Fuhrmann und Siegfried Dziemballa aus der Druckerei das Faltblatt ab, das einen Rundgang auch ohne Erklärer zur Geschichtsstunde macht.
Uwe Fuhrmann, der zuständige Mann in Sachen Tourismus, ist froh, die über den Ruhrtalweg radelnden Gäste außer in die Altstadt nun auch -- gut ausgestattet mit dem Faltblatt -- zu Schwertes größtem Denkmal schicken zu können: die Kreinberg-Siedlung. Siegfried Dziemballa, der Geschäftsführer der Eisenbahner Wohnungsgesellschaft (EWG), der die Siedlung gehört, ist froh, dass er nun innerhalb und außerhalb des Denkmals mit der Broschüre werben kann: bei jungen Familien, die an einer Wohnung interessiert sind, bei langjährigen Bewohnern und Bewohnerinnen, die nun anhand des Faltblatts belegen können, dass sie im Denkmal wohnen.
7500 Exemplare ließ die EWG drucken, ein Teil davon landen in diesen Tagen in den Briefkästen zwischen Behnesstraße und Am Hohlstück, zwischen Lichtendorfer Straße und Am Quickspring. Mehr als 20 Fotos, überwiegend aus den 30-er Jahren, haben festgehalten, wie die Siedlung einst aussah, und zeigen denen, die dem vorgeschlagenen Rundgang folgen, dass die Siedlung heute nicht viel anders aussieht.
Gut 260 Häuser der Siedlung stehen unter Denkmalschutz. Keines ist während des Zweiten Weltkriegs zerstört worden. Das ist eine der Besonderheiten, die die Siedlung von anderen Arbeitersiedlungen im Revier abhebt, so Fuhrmann. Zudem haben dort Eisenbahner gewohnt und keine Bergleute und Stahlarbeiter, und zum Dritten: Beim Bau guckten die Architekten nicht nur, wie sie’s ja sollten, aufs Geld, sondern auch auf die Schönheit: Plätze mit Bäumen, große Gärten hinter den Häusern, Hecken zwischen den Grundstücken und an jedem Straßenende ein Blickfang – die Gartenstadt-Anhänger haben ihre reine Freude beim Spaziergang den Hügel hinauf und hinab.
Alle zwei Wochen donnerstags beginnt um 17 Uhr am Grüntaler Teich der Rundgang durch die Siedlung, den Walter Hauser führt. Ist die Tour so schon ein echtes Vergnügen, soll dieses demnächst noch größer werden: Siegfried Dziemballa plant, eine der 1000 Wohnungen so zu möblieren, wie sich Arbeiterfamilien in den 20-er Jahren eingerichtet hatten. Und diese Wohnung steht dann zur Besichtigung offen. Doch bis es soweit ist, vergeht noch viel Zeit.
Die Broschüre jedoch liegt ab sofort im Ruhrtalmuseum aus und kann kostenlos von dort mitgenommen werden.
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