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Welttheater der Straße

Die beste Werbung für die Stadt

20.08.2009 | 18:55 Uhr

Schwerte. Viele Festivalbesucher haben es geahnt oder gehofft – jetzt belegen es empirische Daten: Das Welttheater der Straße ist für Schwerte beste Werbung. Stiftet es unter den Bürgern ein hohes Maß an Identifikation mit der Ruhrstadt, sorgt es bei auswärtigen Besuchern für ein positives Image.

Nachzulesen ist dies in der Diplom-Arbeit von Patrick Klose, der sich in seinem Geographie-Studium an der Universität Münster intensiv mit Kultur in der Stadtentwicklung beschäftigt hat. Als gebürtiger Schwerter war es für ihn fast schon naheliegend, das Welttheater der Straße mal genauer zu analysieren. „Die öffentliche Diskussion über die Finanzierung hat das Thema besonders spannend gemacht”, betonte der 25-Jährige gestern bei der Präsentation seiner Diplom-Arbeit bei der VHS.

Die weitreichenden Effekte für die Stadtentwicklung zu beleuchten, Impulse für die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Welttheater zu geben, Kultur und Stadt zusammenzuführen – das nannte Klose als Ziele seiner Arbeit unter dem eher schwerfälligen Titel „Kultur leistet man sich oder auch nicht! Zwischen raumbezogener und städtischer Profilierung. Das Beispiel Welttheater der Straße in Schwerte”.

Mit Hilfe von Kommilitonen hatte der Diplomand beim 16. Festival im Vorjahr 194 Besucher aus Schwerte und dem Umkreis interviewt. Abgefragt wurden Zufriedenheit, positive und negative Eindrücke von Schwerte, Häufigkeit der Besuche, Bildungsstruktur, Einzugsbereich, ökonomische Effekte und vieles mehr. Ergebnisse, die neben Kulturchef Herbert Hermes und Tomas Neustadt vom Förderverein auch Bürgermeister Heinrich Böckelühr und seinen Herausforderer Dirk Kienitz (SPD) interessierten.

„Die Interaktion zwischen Besucher, Stadtraum und Kultur findet statt”, lobt Klose. Das Welttheater trage nach außen und innen zum Imagegewinn der Stadt bei, sei ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Städten, sorge für Lebensqualität und emotionale Bindung . Klose weiter: „Die Mehrheit der auswärtigen Besucher kann sich Schwerte ohne Festival nicht vorstellen und für viele Schwerter Bürger ist das Datum gesetzt.” Der Diplomand lobte das Welttheater als „seltene lokale Initiative”, setzte auch für die Zukunft auf bürgerschäftliches Engagement – allerdings in Kooperation mit der Stadt. Einem unternehmerischen Konzept unter dem Aspekt ökonomischer Gewinnmaximierung, wie er es aus Rödl-Papier herausliest, erteilte er eine Absage: „Stadtkultur gehört jedem in der Stadt.” Vielmehr sprach er sich für ein ganzheitliches Kulturkonzept in der Stadtentwicklung aus.

Abschaffen wolle niemand das Festival, betonte Klose. Doch Konkretes zur Zukunft des Straßentheaters nach 2011 sagte auch Böckelühr nicht: „Alles hängt davon ab, wie es uns gemeinsam gelingt, das finanziell zu stemmen.” Ein Mindestmaß an Investitionen seitens der Stadt forderte Kienitz auch weiterhin und verwies darauf, dass ein Teil der Ausgaben vor Ort blieben.

Iris Allendörfer

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