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Der Goldschrecke auf der Spur

06.07.2009 | 16:50 Uhr
Der Goldschrecke auf der Spur

Westhofen. Ihre Gesänge und schwirrenden Geräusche begleiten auf sommerlichen Wiesen und an Waldrändern die Spaziergänger. Doch um sie zu entdecken, braucht man ein geübtes Auge.

Zu einer Heuschrecken-Exkursion im Naturschutzgebiet Haus Ebberg trafen sich am Sonntagmorgen Naturliebhaber, um den Lebensraum und die Population kennen zu lernen.

Eingeladen hatte die Biologische Station im Kreis Unna, für die Klaus Klinger und Diplom-Landschaftsökologe Rasmus Tigges die interessante Heuschreckenfauna mit ihrer prominentesten Vertreterin, der Großen Goldschrecke, vorstellten. Auf dem naturkundlichen Sparziergang zum ehemaligen Steinbruch und jetzigen Naturschutzgebiet öffnete sich eine wundersame Welt. Nicht nur die spezifischen Laute der Heuschrecken, von denen einige im nicht hörbaren Ultraschallbereich sind, auch die Formen und Farben dieser kleinen Tiere erstaunten.

Rasmus Tigges, der im Rahmen seiner Diplomarbeit das gesamte Gebiet nach Heuschreckenarten untersuchte, konnte zwölf Arten bestimmen, unter ihnen die auf der Roten Liste stehende Große Goldschrecke. Um den Exkursionsteilnehmer das Entdecken der Heuschrecken zu erleichtern, spielte Tigges die verschiedenen Gesänge und Geräusche der im Ebberg beheimateten Heuschrecken auf einer CD vor.

Gesänge und Laute von der CD

So blitzschnell, wie die Heuschrecken ins hohe Gras oder Gestrüpp hüpfen, so schnell zeigte er auf eine Stelle: „Haben sie gehört, da sitzt die Nachtigallschrecke?” Und eh man sich versah, hatte er das knapp zwei Zentimeter große Insekt schon in seinem Käscher, um es den Teilnehmern zu zeigen. Zahlreiche schöne und seltene Arten konnten begutachtet werden.

Die Heuschrecken unterscheiden sich durch die Habitate. Sie kommen in Feucht- und Trockenbiotopen, in hohen Gräsern oder undurchdringlichem Gestrüpp vor. Die Goldschrecke entdeckten die fünfjährigen Zwillinge Adrian und Leonhard. Und dann auch noch ein Weibchen. Es ist fast um die Hälfte kleiner und, wie bei Tieren üblich, schmuckloser als das zwei bis drei Zentimeter große, grüne, leicht metallisch schimmernde Männchen.

Tigges berichtete, dass sich die Goldschrecken im Ebberg ausgebreitet haben. War sie 2008 erst nur auf einer Terrasse zu finden, konnte sie in diesem Jahr schon auf zwei weiteren entdeckt werden. Ein Grund könnten die optimalen Witterungsbedingungen sein. Der ehemalige Ruhrsandsteinbruch am Ebberg in Westhofen ist eines der ältesten Naturschutzgebiete im Kreis Unna. Als Amphibienbiotop wurde er ehemals unter Schutz gestellt und ist auch heute noch Heimat und Fortpflanzungsraum für sieben Amphibienarten. Hier beispielsweise Blindschleichen und Waldeidechsen, aber eben auch Heuschrecken.

Christel R. Radix

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