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Ein Jahr in China

Der Duft der ersten Eindrücke

02.09.2009 | 18:05 Uhr

Schwerte/Wuhan. Nicht für die Schule, sondern nur für ihr Leben lernt Lisa-Sophie Stiller jetzt Chinesisch – in China. Die 16-jährige Schülerin vom Ruhrtal-Gymnasiumrt wird, verbringt ein Auslandsjahr in Wuhan. Für die Westfälische Rundschau schreibt sie exklusiv über ihre Eindrücke.

„Bei der Ankunft in Peking war ich nervös, denn ich wusste nichts, außer dass jemand von STS (Student Travel School), der Firma, die mein Auslandsjahr organisiert, mich und Marie abholen würde.

Eine Chinesin namens Clara

Marie ist ebenfalls STS-Austauschschülerin und war mit mir von London aus geflogen. Am Flughafens sahen wir eine junge Frau, die ein Schild mit unseren Namen hochhielt. Sie stellte sich uns als Clara vor. Sehr viele Chinesen, die Englisch sprechen, legen sich einen englischen Namen zu, den sie dann im Kontakt mit Ausländern benutzen.

Es war eine angenehme Überraschung, dass meine und Maries Gastfamilie verwandt sind, nah beieinander wohnen und viel zusammen unternehmen. In den nächsten Wochen hatten wir vormittags Chinesischunterricht bei Clara und besuchten nachmittags mit ihr die Sehenswürdigkeiten in der Stadt und ihrer Umgebung. Zusammen besichtigten wir die Chinesische Mauer, den Sommerpalast der chinesischen Kaiser, den Himmels-tempel, die Wangfujing-Straße und zwei Museen. Außerdem fuhren wir für umgerechnet etwa 30 Cent pro Fahrt in der ständig überfüllten U-Bahn, wurden von aufdringlichen Verkäufern belästigt und mussten, nachdem wir die Chinesische Mauer besichtigt hatten, über zwei Stunden lang auf den Bus zurück nach Peking warten. Besonders bemerkenswert war der Tag, an dem wir uns auf dem Heimweg verliefen und mit einem der vielen inoffiziellen Taxis nach Hause fahren mussten. Unser Taxi war eng, roch nach Gülle und in Kurven fing die Sitzbank an zu rutschen. Wir kamen wohlbehalten bei unseren Gastfamilien an, doch von da an fuhren wir, selbst wenn Clara dabei war, nur noch mit richtigen Taxis.

Unser zweites Wochenende in Peking verbrachten wir mit den Gastfamilien in Beidaihe, einem Badeort, der bei den Pekingern äußerst beliebt zu sein scheint. Für mich waren das Wochenende und die folgende, letzte Woche in Peking leider nicht so schön, weil ich mir eine Magen-Darm-Entzündung mit starken Bauchschmerzen einfing.

Bei Schmerzen geht's ins Krankenhaus

In Deutschland würde man bei so einem zwar schmerzhaften, aber ungefährlichen Problem nicht ins Krankenhaus gehen, doch in China scheint das üblich zu sein. Die Behandlung war gut, doch leider sprachen die Ärzte im Bereich für ausländische Patienten nicht oder nicht sehr gut Englisch.

Als ich am 22. August nach Wuhan aufbrach, war ich traurig, mich von Clara und Marie trennen zu müssen. Marie flog nach Xuchang. Seit gut einer Woche bin ich jetzt bei meiner neuen Familie in Wuhan. Wie in Peking sind alle sehr nett, doch nur die 13-jährige Tochter spricht etwas Englisch. Die Schule hat angefangen und damit ein weiterer Teil meines Abenteuers.”

Lisa-Sophie Stiller

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