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Zweiradmechaniker

Der Beste seines Faches in NRW

01.02.2012 | 17:39 Uhr
Der Beste seines Faches in NRW
Im Fahrradfachgeschäft Markgraf lernte Frank Stresemann (r.) den Beruf Zweiradmechaniker. Sein Ausbilder ist Alexander Gahle. Foto: Ralph Bodemer

Schwerte.Als Kind wollte er lieber Automechaniker werden, doch „mit einer Größe von 1,99 Meter habe ich solche Träume aufgegeben“, sagt Frank Stresemann, der mit seinem Schicksal aber nicht mehr hadert. Er hat in seinem Lebenslauf an einer Stellschraube gedreht, erlernte den Beruf des Zweiradmechanikers Fachrichtung Fahrradtechnik und ist nun unter den frisch gebackenen Gesellen der beste seines Fachs im Land NRW. Und bei einem bundesweiten Vergleich kam er immerhin auf den vierten Platz.

Vom Auto aufs Rad umzusteigen sei ihm, dem 21-Jährigen, schon deshalb nicht besonders schwer gefallen, „weil ich bis heute keinen Führerschein besitze“. Lieber sitzt er im Sattel und strampelt, was das Zeug hält. „Ist auch umweltfreundlicher und spart Energie“.

Eíne Menge Kraft brauchte der Mitarbeiter des Unternehmens Markgraf & Linn in Geisecke, um den Prüfungsmarathon hinter sich zu bringen. Allein die praktische Prüfung dauerte drei Stunden. Da staunt der Laie, der Fachmann wundert sich. Schon für das „Einspeichen“, wie es technisch korrekt heißt, „muss man gut und gerne eine Stunde einkalkulieren“, sagt Stresemann. Der erste Fehler könne schon dann passieren, wenn man die Speiche falsch herum ansetze. Darum bedürfe es nicht nur eines ausgeprägten Fingerspitzengefühls, sondern auch einer gehörigen Portion Sachkenntnis. Wie es um die bei ihm bestellt ist, das sei zum Teil eher unterschwellig zur Sprache gekommen, wenn ihn die Prüfer in kleinere oder größere Fachsimpeleien verwickelt hätten.

Mit dem Einspeichen allein war aber die Prüfung noch nicht abgegolten. Knapp eine weitere Stunde dauere es, eine hydraulische Bremse zu reinigen. Zeitaufwendig sei zudem gewesen, den Akku eines E-Bikes zu warten.

Die Siegesfahrt der Elektromodelle hat die Anforderungen an den Beruf des Zweiradmechanikers deutlich erhöht. Doch da will Stresemann ganz vorn mit dabei sein. Solche Entwicklungen gehören für ihn nicht ausgebremst.

Seine Wissbegierde gepaart mit technischem Sachverstand dürften dann auch der Schlüssel zum Erfolg gewesen sein. Nach der Urkundenübergabe während der Feier der Handwerkskammer Dortmund am Montag ist er nun an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt. In der Werkstatt wartet eine Menge Arbeit. Ob Renn-, Trecking-oder Crossrad: die Kunden lassen die Modelle regelmäßig kontrollieren.

Nur noch selten sind heute die Künste gefragt, ein Rad zu flicken. „Da ist es meist einfacher und billiger, einen neuen Schlauch zu kaufen“, sagt Frank Stresemann. Für den Fall der Fälle: Er könnte es – versteht sich von selbst.

Theo Körner

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