Böckelührs Reise ins "feindliche Ausland"
18.02.2010 | 18:23 Uhr 2010-02-18T18:23:00+0100
Schwerte. Als er raus war aus dem „feindlichen Ausland” Dortmund-Holzen und der Bus endlich die Stadtgrenze zu Schwerte passiert hatte, fühlte sich Heinrich Böckelühr wieder so richtig heimisch. Und war ganz in seinem Element bei seiner ersten Bürgermeistersprechstunde in einem Omnibus.
Auf die Idee, die Sprechstunde mal aus dem Rathaus auszulagern, waren der Verwaltungschef und die Verkehrsgesellschaft des Kreises Unna (VKU) gemeinsam gekommen. „Die VKU wird in diesem Jahr 100 Jahre alt und fährt seit genau fünf Jahren auch in Schwerte”, berichtete der Bürgermeister und stieg ein in die Linie C31, die um 9.48 Uhr ab Bahnhof Richtung Holzen fuhr. Wenig später saß Ingrid Böcker an seiner Seite. „Wir befinden uns im feindlichen Ausland”, erklärte er der Holzenerin und fügte lachend hinzu: „Aber solange die Holzener die Schwerter Vorwahl haben...”.
130 000 Euro zahlt die Stadt Schwerte pro Jahr an die VKU – Geld, das offenbar gut investiert ist. Klagen von Fahrgästen jedenfalls hörte der Bürgermeister nicht, egal, auf welcher Linie er gestern unterwegs war.
Bürgerservice per kurzem Dienstweg
Immerhin klapperte Heinrich Böckelühr nahezu das gesamte Stadtgebiet ab, an seiner Seite Jutta Pentling aus dem zentralen Beschwerdemanagement der Stadt, Frank Severin, Marketingchef der VKU, und VKU-Betriebsleiter Andreas Feld. Der wusste von „stark steigenden Fahrgastzahlen” zu berichten. „Das macht sich in Schwerte besonders bemerkbar”.
Weil gestern keine Fahrgäste in die Busse stiegen, um gezielt den Bürgermeister anzusprechen, ging der halt auf Bürgerinnen und Bürger zu. Geduldig erklärte er Joachim Kurtz das Prozedere rund um das Projekt Bahnhofsvorplatz, wechselte ein paar Worte mit Gotthard Skupin, bedankte sich bei Andrea Broer für die Frage nach dem Befinden seiner Familie und ließ sich von der 83-jährigen Gertrud Wagener die schlechten Einkaufsmöglichkeiten in Schwerte-Ost bestätige. Die Seniorin benutzt den VKU-Bus täglich, um in Schwerte einzukaufen.
Auch der kurze Dienstweg ist Heinrich Böckelühr bekannt. Als er den vereisten Bürgersteig an der Haltestelle von-Borries-Weg in Schwerte-Ost entdeckte, verständigte Jutta Pentling im Auftrag ihres Chefs kurzerhand den Bauhof mit der Maßgabe, die Stelle abzustreuen – Bürgerservice vor Ort, sozusagen. Als schließlich die „McDonaldslinie” (Heinrich Böckelühr) C33 die Eisenbahnbrücke oben am Kirschbaumsweg überquerte, verlieh der Bürgermeister seinen Sorgen Ausdruck, die mit der anstehenden Sanierung entstehen könnten. Er habe keine Lust auf „einen zweiten Fall Römerstraße”. Dort war die Gleisunterführung monatelang gesperrt. Und noch etwas brennt ihm auf den Nägeln, nämlich die Bahnhofsunterführung. Das „dunkle Loch” sei seit Jahren ein Problem. Lichtkunst sollte dort einmal vor langer Zeit installiert werden. „Das können wir ja auch machen, wenn wir jemanden haben, der das Geld dafür hat”, sagte Jutta Pentling bei der Rückfahrt aus dem „feindlichen Ausland”. Und verwies noch flugs auf einen neuen Service der VKU. Im Ergster Geschäft „Wünsch dir was” an der Letmather Straße hat die Verkehrsgesellschaft eine Verkaufsstelle eingerichtet.
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Was soll das ?