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Biker demonstrieren für freie Fahrt auf der B 236

11.05.2009 | 08:20 Uhr
Biker demonstrieren für freie Fahrt auf der B 236

Schwerte. Wenn Motorradfahrer zu Fuß gehen, dann muss was im Busch sein. Walken für freie Fahrt war am Sonntag angesagt. Zur Demonstration gegen die Sperrung der B 236 für Motorradfahrer an Wochenenden und Feiertagen hatte der Ergster Michael Wilczynski aufgerufen.

Biker haben am Sonntag für freie Fahrt auf der B 236 an Wochenenden und Feiertagen demonstriert. Dazu aufgerufen hatte der Ergster Michael Wilczynski. Mit Erfolg: Benzin lag in der Luft, mehr als 500 chromblitzende Zweiräder füllten den JVA-Parkplatz.

Dabei war es eine Wundertüte: Bis Mittwoch waren beim passionierten Biker von den Gespann- und Motorradfreunden Sauerland, im Hauptberuf übrigens Fahrer des Schwerter Bürgermeisters, gerade mal 37 Anmeldungen eingegangen. Breit gestreut und heiß diskutiert ist das Thema freilich auch im Internet, natürlich auch hier, seit Wochen schon: So kam es, dass am Sonntag mehrere Hundert Motorradfreunde aus den Nachbarkreisen, aus dem tiefsten Ruhrgebiet und aus dem Münsterland in Ergste zusammenströmen, um ihrer Forderung zur uneingeschränkten Nutzung der Bundesstraße zwischen Ergste und dem Schälk, einer beliebten Sauerland-Zufahrtsroute, Nachdruck zu verleihen. Eine entsprechende Petition hatte Wilczynski schon vor Wochenfrist in Richtung Landeshautpstadt geschickt.

„Das ist 'ne Straße wie jede andere, da haben wir für bezahlt”, forderte Tom (38) aus Recklinghausen „gleiches Recht für alle”. „Kontrollen ja, Streckensperrung nein”, hieß es auf einem der Plakate, hinter dem sich der Lindwurm, der sich auf den Weg zur so genannten Applauskurve machte, versammelt hatte. Dort trug Wilczynski die bekannten Argumente gegen die Sperrung vor, rief den Anwohnern der B 236 aber auch zu: „Wir möchten miteinander auskommen, nicht gegeneinander kämpfen.” Denn es seien einige Wenige, die dieses Tor zum Sauerland als Hobbyrennstrecke missbrauchten, die es geschafft hätten, „eine ganze Gruppe verantwortungsvoller Verkehrsteilnehmer als Raser und Lärmverursacher darzustellen”.

Sperrung "nicht hinnehmbar"

Wilczynski machte deutlich, dass er und seine vernünftigen Zweirad-Freunde die Sperrung für „völlig überzogen” halten. Von offizieller Seite seien nicht alle Möglichkeiten der Kontrolle ausgeschöpft worden. Mitnichten sei die Sperrung mit Unfallzahlen zu begründen. In erster Linie, sagte Wilczynski, sei dieses Straßenstück zum Schutz der Anwohner gegen den Lärm gesperrt worden. Mit der Folge, dass die Motorradfahrer „zwangsläufig durch den Ortskern Ergste sowie das Wohngebiet Bürenbrucher Weg umgeleitet” würden. Weil dort aber viele Familien mit Kindern lebten, seien die nächsten Konflikte programmiert.

Tatsächlich hatte eine Anwohnerinitiative die Sperrung angestoßen, unterstützt von Erholungssuchenden. Sie fühlten sich wahlweise vom Lärm belästigt oder wie die Hasen beim Sonntagsspaziergang gescheucht, wenn Biker zwischen Knast und Applauskurve schon mal mächtig aufdrehten. Es folgte die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 70 km/h, dann Rüttelschwellen auf dem gerade sanierten Streckenabschnitt. Anfang des Jahres griffen Ordnungshüter und Landesstraßenbauer zur „Ultima Ratio”, zur Sperrung an Wochenenden. „Nicht hinnehmbar”, befinden die Motorradfahrer: Wegen einer Hand voll Raser und mit dem Argument „Lärmbelästigung” dürfe keine Bundesstraße gesperrt werden. Sollte die Demo ungehört verhallen, kündigt Wilczynski den nächsten Schritt an: „Die Klage liegt schon in der Schublade.”

Fotostrecke: Demonstration der Motorradfahrer auf der B236

Manfred Kowitzke

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Kommentare
17.05.2009
15:13
Biker demonstrieren für freie Fahrt auf der B 236
von Hans | #99

@Hubert Sieweke

sauber und sachlich diskutieren.... ist in einem forum wie diesem - in dem öffentlich allen bikern der tot gewünscht werden darf - nicht wirklich einfach. darüber hinaus ist das thema für alle beteiligten und betroffenen nunmal emotional belastet....

das DU als politisch aktiver mensch die dinge pragmatischer siehst und angest ist verständlich und eben auch erforderlich.... ich hingegen bin betroffener und darf daher auch emotional argumentieren ;)

schön ist, das du mir dem grunde nach recht gibst....

wie man es formuliert ist vom demografischen werdegang, der sozialen stellung und dem umfeld, dem man etwas verständlich machen möchte durchaus abhängig....

in einem forum wie diesem, besteht daher kein anlass zu übermäßigen bemühungen oder niveau, weil das die bekannten perlen vor die .... wären ;)

ändern werden wir in diesem forum eh nichts.... die paar anwohner sind und bleiben unbelehrbar...

petitionen und klagen bei gericht sind der rechtsstaatliche weg der bereits gegangen wird....

mir geht es jedoch darum, ein umdenken in der leute bzw. ein bewusstsein für das PROBLEM zu wecken..... denn probleme werden immer hufiger einfach weggeschoben und nicht gelöst !!!!

15.05.2009
03:21
Biker demonstrieren für freie Fahrt auf der B 236
von Hubert Sieweke | #98

@ Hans
Die Logik mit den Straftatbeständen und der Lokalpolitik ist leider völlig falsch.

Erstens, es gibt nicht DIE Lokalpolitiker, denn, alle können da mitmachen. Ein paar dumme, wie ich auch, die in ihrer Freizeit viele viele Stunden opfern, um die Selbstverwaltung der Kommunen aufrecht zu erhalten, sind es gewohnt, jeweils für alles was DIE DA MACHN, gescholten zu werden.
Wie wäre es denn, wenn HANS sich mal bereit erklärt, als Politiker mit zu machen. Ist nicht schwer, kann jeder. Hans würde schnell erkennen, dass seine Grenzen schnell erreicht sind.
Um bei Deinen Beispielen zu bleiben:
Der Trainer des BVB oder SCHALKE etc kann nie so gut die Mannschaft führen, wie die 80.000 im Stadion, denn die wissen immer alles besser. Das hätte der so, oder so machen müssen, warum schießt der nicht, etc.

Noch eines: Lokalpolitiker können auf Landesstrassen gar nichts beschließen, dafür ist das Land und sein Betrieb Strassen NRW zuständig.
Auch alle Landesstrassen innerhalb der Ortschaften fallen darunter und das sind fast alle großen Strassen.
Klein Fritzchen stellt sich immer alles ganu einfach vor, leider ist es nicht so.

Andere immer beschimpfen oder ihnen schlechtes unterstellen scheint ja für Dich der einfachste Ansatz zu sein. Wenn die Anwohner aber genauso dächten, bliebe wohl nur die FAUST, aber das haben wir doch seit dem Mittelalter hinter uns gelassen.

Also, wir sind erwachsen, diskutieren sachlich und suchen den besten Lösungsansatz, auch die Leute von Strassen NRW, da bin ich überzeugt.

Nun wurde demonstriert und eine Eingabe gemacht, das ist demokratischen Verhalten, nicht das SOFORT DRAUHAUEN mit einfachen Parolen, leider.

Ansonsten kann man verstehen, was DU meinst, nur , so einfach ist es eben nicht.......

14.05.2009
23:06
Biker demonstrieren für freie Fahrt auf der B 236
von Hans | #97

@Hubert Sieweke,
weil es angeordnet wurde muss auch was dran sein....

klasse logik... ich zeige dich an und behaupte du bist nen mörder... der staatsanwalt ermittelt daraufhin und stellt das verfahren irgendwann ein.... dann hat er gegen dich ermittelt also muss ja was dran sein....

SAUBER lach !!!!

streckensperrungen werden von anwohnern gefordert.... von lokalpolitikern die gewählt werden wollen beschlossen.....

die betroffene biker-mehrheit aber kommt nicht aus der lokalen region sondern nutzt die bundesstrasse um von A nach B zu kommen....

und nochmals auch für dich zum nachlesen obwohl bereits zig mal erklärt....

abgesehen davon, das es auf jedem biker-treff immer wieder zu hören ist .... fahr langsam, vorsichtig etc pp

das was du anscheinend von der biker-gemeinde erwartest fällt unter den straftatbestand der nötigung

bauliche maßnahmen um die kurvengeschwindigkeiten zu verringern und vertsärkte kontrollen sind der einzig sinnvolle LÖSUNGSANSATZ.... der wird aber nicht gemacht weil es mit enormen kosten verbunden wäre.... und das sind die lokalen politiker eben nicht bereit für eine hand voll betroffener anwohner auszugeben.... oder um ein paar biker-leben zu retten....

u7nd deshalb ist es seit jahren in deutschland zur mode geworden.... einfach ne streckensperrung unter verletzung des GG zu verhängen... kostet wenig... bringt lokal gesehen viel... vor allem wählerstimmen.... das sich dafür andere meist sogar noch forciert damit herumschlagen müssen ist diesen möchtegerngutmenschen auf gut deutsch sch... egal !!!!

hauptsache man selbst hat keine sorgen mehr oder die eigenen schäfchen im trockenen....

deshalb lieber Hubert Sieweke, werden streckensperrungen verhängt.... keinesfalls aber weil man unfallopfer oder gar tot verhindern will... das ist nur ein pseudomoralisches totschlagargument !!!!!! auf das eben sehr viele - zumeist oberflächliche und leichtgläubige menschen - wie lemminge hereinfallen !!!!!!!!!!

STRECKENSPERRUNGEN LÖSEN KEINE PROBLEME, SIE VERLAGERN SIE NUR AN EINEN ANDEREN ORT WO DIESE FORCIERT WERDEN !!!!!!!!!!!

14.05.2009
13:05
Biker demonstrieren für freie Fahrt auf der B 236
von Hubert Sieweke | #96

Eines verstehe ich nicht recht: Wenn doch die sog. BIKER, wie hier insgesamt zu lesen ist, eine so eingeschworene Gemeinschaft sind, warum haben dann sie nicht selbst mal versucht, an diesem neuralgischen Punkt im Wege der Solidarität und Selbstreinigung, die schwarzen Schafe zur Reason zu bringen. Heißt, den störenden und zu schnell fahrenden Kollegen zu zeigen, dass es so nicht geht.
Wenn doch alle zusammenhalten, wie man lesen kann, sollte doch eine solche Solidarlösung funktionieren können.

Ich weiß allerdings von mehreren Schwerter Bikern, dass sie ihre schweren Maschinen auch gerne ausfahren und deshalb teilweise die Mitfahrer ANgst bekommen. Wer kauft schon eine PS starke Kawasaki, um damit zum Bäcker zu dümpeln.
Selbsterkenntnis ist meist der Weg zur Besserung.

14.05.2009
10:48
Biker demonstrieren für freie Fahrt auf der B 236
von Michael Wilczynski | #95

Parkplatz

Dieser Parkplatz ist nur ein verbreiteter Randstreifen.
Im Dezember letzten Jahres wurde beschlossen die Strecke zu sperren.
Ausserdem hatte Straßen NRW die Auflage dort (Parkplatz) Halteverbot zu installieren und Durch Erdbewegungen unbrauchbar zu machen. Aber scheinbar hat Straßen NRW kein Interesse daran hier tätig zu werden.
Wird wohl noch etwas dauern, wenn schon die Beschaffung der Sperrungsbeschilderung (Zeichen 255) mehr als 3 Monate dauerte.

Michael

14.05.2009
10:04
Biker demonstrieren für freie Fahrt auf der B 236
von Hubert Sieweke | #94

Wäre sie nicht gerechtfertigt, hätte es wohl keiner angeordnet. Es muss ein Abwägungsprozess zwischen den berechtigten Argumenten der Anwohner und Spaziergänger, den berechtigten Interessen der Motorradfahrer und der Strassenverkehrsordnung stattfinden.

Notfalls steht jedem der Rechtsweg offen, um zu versuchen, seine Rechte durchzusetzen.
Besser wäre aber, mit allen Beteiligten einen sauberen Kompromiss zu finden, sonst erhärten sich die Argumente, wie hier bereits geschehen.
Es ist eben eigenartig, dass die Motorafahrer mehr auffallen, als Touristenbusse mit Passagieren.
Vielleicht liegst an den Attributen, die häufig ins Auge stechen.

Die Streckensperrung hat doch auch was mit Auflauf zu tun, denn dort auf dem Parkplatz ist doch auch immer viel los. Wenn ich richtig gelesen habe, stört das doch auch andere, ebenso der dadurch verursachte Krach.

Wäre es eine Sperrung ohne Grund, wäre das eine schlimme Sache. Wer sollte denn so was angeordnet haben?

14.05.2009
06:34
Biker demonstrieren für freie Fahrt auf der B 236
von Michael Wilczynski | #93

Wenn wir Motorradfahrer uns verabreden, um gemeinsam zum Punkt x (Sehenswürdigkeit) zu fahren. Dort noch mehr Gleichgesinnte treffen, das ist also Rudelverhalten.tztztz.
Was ist denn dann mit den ganzen Busladungen Touristen die so etwas machen, oder Großfamilien die sich zum Spaziergang in den Westfalenpark verabreden?
Selbst unter Rentnern gibt es Menschen die tätowiert sind oder durch ihre Kleidung etwas anders wirken. Die müssten ja auch in dieses Negativschema passen.
Hier geht es aber nicht um Gruppen oder Randgruppen, hier geht es um eine nicht gerechtfertigte Streckensperrung.

Michael

14.05.2009
05:57
Biker demonstrieren für freie Fahrt auf der B 236
von Schwerter Bürger | #92

Genau das meine ich mit Vorurteile von Sieweke:
....Attributen wie Stahlhelm, Totenkopfaufkleber, Schaftstiefel, Sporen, und vielen netten Spielereien mehr....
Der kennt Biker nur aus dem TV. In der Wirklichkeit ist das ein verschwindent geringer Teil.

14.05.2009
05:08
Biker demonstrieren für freie Fahrt auf der B 236
von Hubert Sieweke | #91

Um Ernst genommen werden, lieber Schwerter Bürger, müsstest Du erst mal Deine Nase putzen, dann Deinen Klarnamen nennen und Dich nicht mit privat begründeten Vorurteilen und Frechheiten hier auslassen. Welche Couch meinst Du?
Nochmals, Kritik scheint den sogenannten Bikern wohl schwer zu schaffen machen. Die unqualifizierten Außerungen lassen keine Gesamtmeinung zu.

Noch eines, Herr Schwerter Bürger, nichts für ungut, aber über konservativ und präservativ würde ich mich an Deiner Stelle nicht äußern. Vielleicht zu kompliziert.

Der Vergleich mit den Autos hing doch sehr.

@ frans62

Autos treten doch selten im Rudel auf, sondern sind alles induviduell verkehrende Fahrzeuge. Nur bei Veranstaltungen sieht man sie im Haufen.
Wenn BIKER direkt vor dem Brandenburger Tor gastieren oder auf den Kahlen Asten, der Hohensyburg oder der Wasserkuppe fallen sie eben wesentlich unangenehmer auf, als die Menschen inden Autos.
Liergt vielleicht auch an den Attributen wie Stahlhelm, Totenkopfaufkleber, Schaftstiefel, Sporen, und vielen netten Spielereien mehr

13.05.2009
22:09
Biker demonstrieren für freie Fahrt auf der B 236
von Hans | #90

@Hubert Sieweke,

so ein geistiger dünnpfiff.....

dieser logik zufolge müsste der staat wegen seiner fürsorgepflicht allen bürgern gegenüber, das betreten aller gehwege und strassen verbieten, wenn diese beim überqueren einer roten ampel erwischt werden.....

lächerlicher gehts nich mehr sorry

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