Bange Fragen der FAB-Belegschaft
23.01.2009 | 21:00 Uhr 2009-01-23T21:00:00+0100
Schwerte. Gedrückte Stimmung herrschte bei der eigens einberufenen Belegschaftsversammlung des FAB gestern Vormittag.
Schlechte Nachrichten hatte Bad-Manager Xaver Majewski den Mitarbeitern zu überbringen: Der Bäder-Beirat hat einstimmig die Empfehlung ausgesprochen, die Freizeitstätte zu schließen (WR berichtete). Was denn das Votum für sie, die Mitarbeiter, bedeute und ob sie fürchten müssen, in Kürze ihren Job zu verlieren, wollte die Belegschaft wissen. Majewski erläuterte zunächst einmal das weitere Prozedere: Das letzte Wort liege beim Rat der Stadt, der am 18. Februar tage. Alle Beschäftigten haben einen Vertrag, der bis Ende 2010 dauert. Bis dahin haben die Kolleginnen und Kollegen auch Anspruch auf Bezahlung, so Majewski. Er ermutigte die Belegschaft, trotz der düsteren Perspektiven jetzt nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Auch und gerade jetzt sei es wichtig, gute Arbeit zu leisten.
Zugleich machte der Bad-Manager seinem eigenen Unmut Luft: „Das Bad wird kaputt geredet.” Immer dann, wenn Nachrichten über eine mögliche Schließung verbreitet wurden, sei es mit der Besucherzahl bergab gegangen. Das habe man auch im vergangenen Herbst zu spüren bekommen, als der Rat von einem Aus für das FAB absah und stattdessen Zahlen zur neuesten Geschäftsentwicklung einforderte.
Majewski blieb bei seiner Aussage, im Falle einer Schließung diese dann auch bald zu vollziehen. Denn jetzt würden wohl die Gästezahlen weiter sinken und die Verluste steigen. Zudem solle die Politik auch an die Motivation der Mitarbeiter denken.
Zu bedenken gab der Geschäftsführer, welche Folgen ein Ende für das FAB für die Schwerter Bevölkerung bedeute. Öffentliches Schwimmen sei im Herbst und Winter kaum noch möglich. Die Leute sitzen dann auf dem Trockenen. Es verbleibe einzig und allein das Stadtbad (unser Foto). Majewski berichtete von dem Konzept, dort das Frühschwimmen bis 10 Uhr zu verlängern. Doch wie die WR erfuhr, stoßen solche Pläne bereits auf Widerstand. Schulen und Vereine benötigen so viele Stunden, dass sich ein Ausweiten der öffentlichen Schwimmzeiten wohl kaum machen lässt. Die Verwaltung hat eine Vorlage erarbeitet, in der Für und Wider zur Sprache kommen. Das zuständige Ratsgremium, der Ausschuss für Schule und Sport, wird sich in seiner Sitzung am 5. Februar um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses mit dem Thema eingehend befassen.
11:02
Zum schwimmen fahre ich nach Letmathe, da schwimmen im FAB nicht möglich ist.
10:13
Hallo Heiko Schmidt,
1. wichtig ist, das FAB wird umgehend geschlossen, das nach bereits ~ 30 Millionen-Euro-Schaden kein weiteres Geld mehr fließt.
2. brauchts mehr öffentliche Schwimmzeiten im Stadtbad auch nachmittags, abends unter der Woche. Da ist noch Luft drin. Wie gesagt, am besten öffentliche Zeiten/Bahnen festlegen, Vereinsstunden neuausschreiben und auch über den Preis regeln. Wenn ihr das vereinsintern nicht könnt, kann sicherlich die Politik steuernd eingreifen.
3. das Stadtbad war inoffiziell zur Schließung vorgesehen, und zwar sollte es unreparierbar kaputtgehn dank mangelnder Wartung. Sprich Rep. zu teuer, Förderung abgehakt, dann endgültig schließen. Aber selbst das haben die Verantworlichen -- zum Glück -- klassisch vergeigt.
4. damals hätten die Vereine schon mehr gegen das Bäderkonzept tun können. Haben sie aber nicht. Stichwort: Zuschüsse.
5. klar haben Vereine einen wichtigen sozialen Auftrag. Ihr könnt das Stadtbad abkaufen und selbst betreiben: Elsebad und LSB Ergste zeigen wie es geht. In Hörde der SSC, in Iserlohn sowieso der ISSV am Seilerseebad, I95 mit dem Heidebad.
Solange die Stadt die Badrechnung zahlt fordere ich mehr öffentliche Zeiten für alle: Stadtbad für alle durchgängig.
07:26
Sehr geehrter Herr Sefan Müller,
ich freue mich das Sie sich die Mühe machen zu dem oben stehenden Artikel einen Kommentar zu verfassen. Einige Ihrer Aussagen im Kommentar möchte ich aber aus meinem Kenntnisstand ergänzen, beziehungsweise richtigstellen.
Die Vereine hatten bei dem Entscheidung über den Bau des FAB kein Mitspracherecht. Bei entsprechenden öffentlichen Anhörungen wurden zwar das Konzept vorgestellt, es wurde aber gerade von Vertretern der Vereine als kritisch gerade im Kostenbereich angesehen.
Alle 4 von Ihnen genannten Bäder zusammen führten damals zu einer Kostenbelastung von umgerechnet ca 600.000 Euro, wovon der grösste Kostenblock von ca 250.000 Euro auf das Stadtbad entfiel.
Die Vereine und die Öffentlichkeit verteilten sich also auf 4 Bäder.
Das Stadtbad Schwerte sollte zu keinem der Zeitpunkte geschlossen werden, da die Bindung an die Landesmittel auch damals bekannt waren. Dies ist einer der Gründe warum es im FAB trotz Empfehlung der Vereine kein Sportbecken gibt
Eine Nutzung des Stadtbades durch Nicht-Vereins-schwimmer ist auch heute schon realisiert. Das Stadtbad steht der Öffentlichkeit zum Früh-schwimmen und im Regelfall an den Wochenenden zur Verfügung. In den anderen Zeiten wird das Bad morgens von den Schulen fürs Schul-schwimmen und Nachmittags und Abends von den Vereinen genutzt.
Das Stadtbad belastet den Schwerter Haushalt mit circa 0,4 Millionen Euro, das FAB mit dem dreifachen Wert von 1,2 Millionen Euro.
Sie sollten an dieser Stelle auch nicht außer acht lassen, das die Vereine einen wichtigen sozialen Auftrag in Schwerte leisten.
Ehrenamtlich betreuen hier die Vereine hauptsächlich Kinder und Jugendliche und vermitteln Schwimmkenntnisse.
00:52
Schwerte: Stadtbad für alle!
Wo kann man in Schwerte schwimmen, ohne gleich Vereinsmitglied zu werden? Zur Zeit noch im FAB, das kurz vor der Schließung steht. Danach bleibt das immer noch bestehende Stadtbad mit 5 x 25 Meter Sportbecken, separatem Sprung- und Lehrschwimmerbereich.
Es wird Zeit für mehr öffentliche Schwimmzeiten. Auf die Belange der Vereine sollte keine allzu große Rücksicht genommen werden. Sie beteiligen sich überhaupt nicht oder sehr gering an den horrenden Kosten des Stadtbad-Unterhaltes.
Ende der 80er waren die Stadtbadkosten von ~ 500.000 DM pro Jahr ein wichtiges Argument fürs Spaßbad-Bäderkonzept, somit Schließung der 4 alten Bäder Freibäd Schützenhof, Elsebad und Gartenbad Westhofen und Stadtbad. Die Vereine haben das mehr oder weniger abgenickt, freilich auch um ihre kostenlose Nutzung beizubehalten. Das Stadtbad konnte nicht sofort geschlossen werden, da 25 Jahre Öffnungspflicht wegen Millionenzuschüssen vom Land. Und kurz vorm Fristablauf musste die Technik nochmal aufwendig renoviert werden um eine technisch bedingte Schließung und damit Millionenrückzahlung abzuwenden.
Da ist es nur recht und billig, wenn steuerzahlende Nicht-Vereinsschwimmer an mindestens der Hälfte normaler Öffnungszeiten ein Schwimmticket lösen können, und die Vereine vielleicht Montag komplett und Donnerstag bis Freitag in den Nachmittagstunden 2 Bahnen für ihre Aktivitäten erhalten.
Am besten allen Vereinen kündigen und Vereinsnutzung komplett neu ausschreiben. Zu marktgerechten Preisen. Die besten Zeiten teurer. Ist zwar unpopulär aber:
In Zeiten wie diesen müssen wir halt alle etwas enger zusammenrücken.