Auf den Spuren von Architekt Schmitz
23.03.2010 | 17:55 Uhr 2010-03-23T17:55:00+0100Seine Bauten prägen das Schwerter Stadtbild vom neuen Rathaus bis zur alten Mühle. Architekt Carl Hermann Josef Schmitz wäre am Samstag 125 Jahre alt geworden. Anlass genug für Heimatvereins-Vorsitzenden Uwe Fuhrmann zu einer besonderen Führung einzuladen, zur „ArchitekTour” durch die Innenstadt.
Eine rund 50-köpfige Gruppe begab sich auf eine gut zweistündige architektonische Zeitreise von der Jahrhundertwende bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts - auf den Spuren des wohl bekanntesten, in Mönchengladbach geborenen Baumeisters, dessen Schwerpunkt seiner Arbeiten die Ruhrstadt war, in der er bis zu seinem Tode, am 25. März 1962 gelebt und gewirkt hat.
Neben Häusern auch
Besteck entworfen
Ausgangspunkt war das neue Rathaus, denn dieses Gebäude war auch Ausgangspunkt des Schmitz'schen Schaffens in der Ruhrstadt. Fuhrmann führte die Architekturbegeisterten durch die Karl-Gerharts-Straße hin zur Graf-Diederich-Straße, über Wittekindstraße zum Ruhrtalmuseum, durch die Fußgängerzone und zurück zum Ausgangspunkt.
Die klaren Bauformen, immer wieder Steinverblendungen, die einem bestimmten Muster folgen, Schmitz' Vorliebe für das Dreieck, das sich in Erkern oder Fenstern findet, Privathäuser, die sich zur Straße mit Fenstern wie vergitterte Schießscharten verschlossen geben, nach hinten aber großzügig öffnen, und seine für damalige Verhältnisse eigenwillige Farbgestaltung an Fenstern und Türen: all dies brachte Uwe Fuhrmann den Schwertern nahe, die aufmerksam seinen Ausführungen und Erklärungen folgten.
Vielen war nicht bekannt, dass Schmitz auch das Umfeld seiner Hausbauten gestaltete, ganze Haus-Einrichtungen geplant hat, technischen Neuerungen gegenüber sehr aufgeschlossen war und diese auch in seine Objekte mit eingebaut hat. Auch hat er Bestecke und Hohlware für VDN entworfen, von denen auf der ArchitekTour im Ruhrtalmuseum WR-Redaktionsleiter Bernd Kirchbrücher einige Beispiele zeigte und erläuterte.
Eine höchst interessante, informative Stadtführung, die auch an vielen Gebäuden vorbeiging, von denen man nicht vermutet hätte, dass sie von Schmitz entworfen worden sind.
Zurück am Ausgangspunkt meinte ein Teilnehmer: „Ein Haus fehlt ja noch!” Schmunzelnd erwiderte Uwe Fuhrmann: „Wenn wir wirklich alle machen würden, wären wir noch zwei Wochen unterwegs.” „Das schreit förmlich nach Wiederholung”, ertönte es aus der begeisterten Gruppe. Dem kann nur beigepflichtet werden.
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