Applauskurve soll entschäft werden
03.08.2009 | 17:41 Uhr 2009-08-03T17:41:00+0200
Schwerte. Beifall, heißt es, ist der Künstler Brot. Aber auch Biker fahren offenbar darauf ab. Weil das so ist, verdiente sich eine Straßenbiegung der B 236 unweit der Gaststätte Hiddemann im Spiek die Bezeichnung Applauskurve.
Ein Paar Kurven weiter wurden erst am Freitag zwei Motorradfahrer bei einem Zusammenstoß verletzt.
In der Applauskurve, weiß der Leiter des Verkehrsdienstes bei der Kreispolizeibehörde Unna, Thomas Stoltefuß, legt sich eine bestimmte Sorte Motorradfahrer ganz besonders ins Zeug: „Hier versammeln sich bisweilen 50 bis 60 Leute, um andere Motorradfahrer dabei zu bewundern, wenn sie ganz extreme Schräglagen hinlegen. Das wird dann auch schon mal gefilmt und ins Internet gestellt.” Weil das nicht ungefährlich ist, gehörte die bauliche Veränderung zu dem Maßnahmepaket, das die überörtliche Unfallkommission am 5. Dezember vergangenen Jahres schnürte.
Der härteste Eingriff war sicherlich die temporäre Sperrung des Streckenabschnitts zwischen Ergste und Letmathe an Wochenenden und Feiertagen für Zweiradfahrer. „Wir haben uns das nicht leicht gemacht”, sagt Stoltefuß und verweist auf die vielen abgestuften Eingriffe, die erfolgten. Da war zunächst die Geschwindigkeitsbegrenzung, danach die Rüttelschwellen. „Ausschließlich wegen der Unfallhäufigkeit” sei am Ende zum Mittel der Sperrung gegriffen worden. Gleichzeitig aber wurde beschlossen, durch einen Rückbau oder durch technische Sperren die Aufstellflächen für die Fan-Gruppen waghalsiger Biker ein für allemal zu entfernen.
„Diese bauliche Veränderung steht noch aus”, sagt Stoltefuß mehr als ein halbes Jahr nach der Entscheidung der Kommission.
Die Kreispolizeibehörde sei daran interessiert, dass auch dieser Punkt des Beschlusses umgesetzt wird. „Wir halten uns an unseren Teil der Aufgaben. Wir überwachen die Sperrung an Wochenenden und sorgen auch unter der Woche durch Geschwindigkeitskontrollen für den notwendigen Überwachungsdruck.” Deshalb, resümiert Stoltefuß, könne er mit Blick auf die rückläufige Unfallentwicklung gerade in Bezug auf Motorräder, sagen: „Es ist dort sehr, sehr gut gelaufen.” Doch erstens war das vor dem letzten Crash und gleichwohl ist die Applauskurve immer noch ein Magnet und beliebter Treffpunkt, verführt mithin während der Woche weiter zu waghalsigen Manövern.
Wann die Männer des Landesbetriebs Straßen in der Applauskurve zur Tat schreiten beziehungsweise ein Unternehmen mit einem Umbau beauftragen, ist derzeit wegen der inzwischen geänderten Zuständigkeiten der Landesbehörde noch ungewiss. Zum Aufstellen der Schilder mit dem Hinweis auf die Wochenend-Sperrung reichte es gerade noch. Aktuell aber liegt die Bundesstraße nicht mehr im Verantwortungsbereich der Niederlassung Südwestfalen in Hagen, sondern der in Bochum. Dort, hieß es, sei der Vorgang bekannt. Man arbeite dran. Immerhin.
19:33
Man arbeitet daran?????
Man(n) könnte sich auch mit uns oder dem BvdM unterhalten, das wäre effektiver!
Dann würden wir die Sache (mit Genehmigung) selbst in die Hand nehmen und die Kurve unparkbar machen!
Michael
17:15
Das zeigt lediglich wie unlogisch die Sperrung von Anfang an war. Weil auch vorher haben sich NIE Unfälle am Wochenende ereignet.
Übrigens ind den letzten 2 Tagen gab es 8 (ACHT) LKW Unfälle auf der A2. Wann wird die endlich für den Schwerlastverkehr gesperrt ?
20:43
@Pete
Meine Meinung
18:13
Wie der Unfall am Freitag (wieder mit dem vollem Programm einschließlich Rettungshubschrauber) gezeigt hat, war die Entscheidung zur Sperrung sicher nicht falsch. Vielleicht sollte man die auch auf die Nachmittags- und Abendstunden in der Woche ausdehnen. Und für die Applauskurve findet sich doch sicher Aushub den man da abkippt, damit man dort nicht mehr parken kann. Alles kein Problem , man muss es nur wirklich wollen. Yes we can!