AGON pflegte Naturschutzgebiet
14.02.2012 | 16:35 Uhr 2012-02-14T16:35:00+0100
Westhofen.Eiszapfen im Bart, Schweißperlen auf der Stirn: Dick eingemummelt, mit Rechen, Kettensägen, Mistgabeln und anderen Gartengeräten bestückt gingen die fast zwei Dutzend Naturliebhaber im Naturschutzgebiet Ebberg den jährlichen Pflegearbeiten am frühen Samstagmorgen nach.
Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz (AGON), Klaus Klinger von der Biologischen Station Kreis Unna, zwei junge Männer, die ein freiwilliges ökologisches Jahr (FöJ) ableisten sowie Bekannte und Freunde fällten Birkenaufschläge, schnitten Brombeeren oder die an den Gewässern in Ufernähe stehenden
Viel Müll wurde eingesammelt
Gehölze zurück. Dazu sammelten sie jede Menge Müll ein, den Spaziergänger achtlos, oder auch gezielt zurückgelassenen hatten, darunter ein zerlegtes Moped, mit Kennzeichen, dass noch bis Januar 2013 zugelassen gewesen wäre.
Das älteste Naturschutzgebiet Schwertes hat sich nach der Aufgabe des Steinbruchbetriebes mit seinem Mosaik aus Sandsteinfelsen, trockenen und feuchten Flächen zu einem wertvollen Lebensraum für Amphibienarten, Pflanzen und Insekten entwickelt. Die Naturfreunde gehen mehrmals jährlich ans Werk, um die belebte Natur zu erhalten. „Die Freiflächen müssen von den Birkenaufschlägen freigehalten werden. Das ist für das Besonnen wichtig und wichtig für alles, was auf der Wiese kreucht und fleucht“, so Jim Habedank, der seine Kettensäge anschmiss und ans Werk ging.
Der Ergster Simon Deppe beteiligte sich mit seinem Opa Willibald Träger an den Aufräumarbeiten. Der Zehnjährige ist sehr an der Natur interessiert, wie er sagte. Er habe an dem WR-Projekt „Zeitung und Schule“ (ZEUS) teilgenommen, und einen Artikel über AGON geschrieben. Was lag da näher, als sich warm anzuziehen und den Erwachsenen zu helfen? Gemeinsam mit Ursula Ackermann hatte er sich dem Amphibien-Schutzgebiet gewidmet. Um die Tiere zu schützen, räumten sie die sonnige Terrasse auf, schnitten den Wildwuchs zurück und stapelten alles ordentlich zum Abholen.
Die Temperatur bewegte sich im zweistelligen Minusbereich, die Sonne schien dazu und es blies ein kalter Wind.
Die beste Zeit ist, wenn die Natur schläft
„Trotz der Witterung ist das für uns das ideale Wetter“, erklärte Ursula Ackermann, denn „diese Pflegeaktionen können nur im Winter durchgeführt werden, wenn die Natur schläft.“ Gegen die Kälte hatten sie vorgesorgt. Dicke Kleidung, Handwärmer und heißer Tee stehen auf jeder Terrasse.
Die biologische Station und AGON haben sich zum Ziel gesetzt, durch regelmäßige Pflegearbeiten das Naturschutzgebiet Ebberg in seiner Funktion als Amphibienbiotop, Lebensraum für seltene Insekten und Orchideenstandort zu erhalten. Die Orchideenfläche wurde bereits im Spätherbst von der aus Kanada eingeschleppten, ausbreitungsfreudigen Goldrute befreit, damit das breitblättrige Knabenkraut, eine heimische Orchideenart und eine der größten botanischen Kostbarkeiten, auf dem feuchten Standort ungehindert wachsen und gedeihen kann.
Mit großem Enthusiasmus gehen die Naturfreunde regelmäßig ans Werk und erhalten den so wichtigen Lebensraum für Tiere, Insekten, Pflanzen und auch Menschen. Und das alles ehrenamtlich. Und immer wieder bleibt das Kopfschütteln über den vielen, achtlos entsorgten Unrat.
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