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DLRG-Übung

Abtauchen bei klirrender Kälte

13.02.2012 | 17:50 Uhr
Abtauchen bei klirrender Kälte
Einsatztaucher der DLRG Schwerte übten am 12. Februar das Eistauchen im Stadthafen vor dem alten Hafenamt. Mit einem Trilaminat-Trockenanzug taucht Waldemar Kornek im 3 Grad kalten Wasser unter der 18 -21 cm dicken Eisdecke. Foto: Franz Luthe

Dortmund/Schwerte. Während Normalsterbliche dieser Tage lieber im Warmen bleiben, ist es gerade die klirrende Kälte, die die Einsatztaucher der DLRG Schwerte und Westhofen-Garenfeld nach draußen lockt: Die speziell ausgebildeten Mitglieder wagten sich am Sonntag unter die Eisdecke im Stadthafen.

Eistauchen ist auch für die erfahrenen acht Männer und zwei Frauen aus der Ruhrstadt eine große Herausforderung. Unter Extrembedingungen, gleichermaßen für Material und Mensch, üben sie für den Ernstfall. „Es kommt nicht so häufig vor, dass wir bei so optimalen Bedingungen trainieren können“, berichtet Pressesprecherin Sandra Rittinghaus. Die Ruhr eigne sich als fließendes Gewässer überhaupt nicht dazu, unter realitätsnahenBedingungen das Material zu testen und z. B. das Trapeztauchen – eine besonders effektive Art der Suche nach einer vermissten Person – zu trainieren. Und je öfter die Einsatztaucher das üben, desto sicherer sind sie im Einsatzfall.

Einfach Abtauchen in die eisige Tiefe können die zehn Schwerter und ihre vier Dortmunder Kollegen allerdings nicht: Zunächst muss Michael Tolewski mit der Motorsäge einen Einstieg in die 18 bis 21 Zentimeter dicke Eisschicht schneiden. Das Loch – gerade so groß, dass man mit Ausrüstung durchpasst – ist dreieckig, damit sich die Taucher besser abstützen können.

Getaucht wird immer im Zweier-Team: ein Einsatztaucher und ein so genannter Leinenführer an Land, der den Mann unter Wasser über eine Leine absichert, mit ihm per Leinenzeichen „spricht“ und ihn am Ende des Tauchgangs zum Ausstieg lotst. Denn die Orientierung unter der Eisdecke des Hafenbeckens ist bei einer Sicht von 1,50 m eher schlecht bis unmöglich, durch die verschieden dicken, aneinander gefrorenen Eisschollen dringt nur diffuses Licht.

Mit minus 8 Grad ist die Luft eisig kalt und auch unter Wasser ist es mit 3 Grad alles andere als warm. Und auch wenn jeder Einsatztaucher einen speziellen Trockentauchanzug trägt, durch den kein Wasser dringt, warm ist anders und so heißt es nach 30 Minuten: Raus aus dem Wasser und Aufwärmen.

Iris Allendörfer

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