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5500 Tonnen schließen Lücke in der Brücke

11.08.2009 | 18:03 Uhr

Schwerte. Mit zwei Hydraulikpressen und einer dicken Portion Teflonfett wurde die neue Ruhrbrücke verschoben.

Mit zwei Hydraulikpressen und einer dicken Portion Teflonfett wurde die neue Ruhrbrücke verschoben. Mit jedem Zentimeter, den das 5500-Tonnen-Bauwerk an die A 1 zwischen dem Westhofener Kreuz und der Anschlussstelle Hagen-Nord heranrückte, rückte auch der Termin einer sechsspurigen, endlich staufreien Autobahn 1 näher.

Was für den Laien nach einer groben Panne aussah, war ein ausgeklügeltes Kalkül: Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) hatte den westlichen Teil der neuen Ruhrbrücke in 14 Metern Entfernung neben der Autobahn gebaut. „Wir mussten diese Variante wählen, weil die alte Autobahn schlichtweg zu schmal war”, erklärte Projektleiter Michael Neumann gestern. „Das war für alle Beteiligten eine große Herausforderung.”

Zu jedem Zeitpunkt der seit Ende 2005 laufenden Baumaßnahme mussten je zwei Spuren in Richtung Köln und Bremen geöffnet bleiben. Bei einem Verkehrsaufkommen von rund 70 000 Fahrzeugen pro Tag wären sonst noch weitaus kräftigere Staus vorprogrammiert gewesen. „Darum haben wir die etwa 45 Jahre alte Ruhrbrücke so lange wie möglich genutzt und eine neue Fahrbahn an sie herangebaut. Erst dann wurde sie sukzessive abgebrochen”, sagte Neumann.

Etwa drei Stunden dauerte gestern die Millimeterarbeit, den fehlenden Brückenteil (Fahrtrichtung Köln) an den bereits bestehenden zu platzieren. Dazu wurden mit Kunststoff beschichtete Stahlplatten auf Betonsockeln angebracht und mit Teflonfett eingeschmiert. Zwei Hydraulikpressen mit 60 Tonnen Zugkraft zogen die Stahlverbund-Konstruktion. „Viel Kraftaufwand war nicht nötig”, sagte Bauingenieur Neumann.

Für das komplizierte Verfahren wurde eine Spezialfirma aus der Schweiz engagiert. Bis zu 80 Fachkräfte arbeiteten an der 240 Meter langen, 36 Meter breiten Brücke mit. Das neue Bauwerk ist wesentlich leichter als eine übliche Betonbrücke, soll aber mindestens eine Lebenszeit von 80 Jahren haben. Kleinarbeiten stehen noch aus – im Herbst soll das erste Auto über die neue Ruhrbrücke rollen.

Der Brückenbau ist Teil des 90 Millionen Euro teuren Ausbaus der A1 auf sechs Fahrstreifen im 5,2 Kilometer langen Abschnitt zwischen Hagen-Nord und dem Westhofener Kreuz. Ende dieses Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen und die südliche Seite des Ruhrgebietsdreiecks aus A1, A2 und A3 zwischen Wuppertal und Westhofen komplett sechsspurig befahrbar sein.

„Ich kann nicht für die gesamte A1 sprechen”, sagte Michael Neumann, „aber zumindest in diesem Bereich erwarten wir keine Staus mehr.”

Jean-Luc Mette

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