1400 Bandidos feierten friedlich unter Beobachtung
15.11.2009 | 17:14 Uhr 2009-11-15T17:14:00+0100
Westhofen. Der Ansturm war noch größer als erwartet: Knapp 1400 Bandidos aus Deutschland und den Nachbarstaaten feierten am Samstag das zehnjährige Bestehen ihrer deutschen Vereinigung.
Friedlich und ausgiebig machten die Rocker bis in die frühen Morgenstunden auf dem Vereinsgelände an der Reichshofstraße Party.
Alles unter den Augen des Gesetzes: Mehrere Hundertschaften Polizei aus ganz NRW beobachteten das Geschehen, kontrollierten jeden Partygast im Vorfeld. Ein Procedere, das auch für Westhofener Bürger galt, die sich offenbar ohne Berührungsängste unter die Feiernden mischten.
Hell erleuchtet von meterhohen Scheinwerfern sind die zwei Kontrollstellen auf beiden Seiten des Festgeländes an der Reichshofstraße: Vor den Absperrgittern, die die Einsatzkräfte der Polizei bereits am Freitagnachmittag in Höhe eines Discounters und der Kreuzung Wannebachstraße aufgestellt hatten, bilden sich bereits am frühen Abend die ersten langen Schlangen. Dicht gedrängt stehen die Kuttenträger, die aus ganz Deutschland, Italien, Frankreich und Schweden angereist sind, vor der Absperrung. Die meisten geduldig, einige ärgern sich, murren über die lange Wartezeit. Es geht nur langsam vorwärts, denn jeder wird von den Beamten kontrolliert, Personalien überprüft, nach Waffen oder anderen verbotenen Gegenständen durchsucht. Fündig wird die Polizei übrigens nicht – nicht ein einziges Mal bis zum Ende der Party. Mit dem Fest, so ein Polizeisprecher, feilen die Rocker an ihrem Image, sie würden nur Motorrad fahren und feiern. Ein Bild, das nach Erkenntnissen der Polizei – und erst recht vor dem Hintergrund der Durchsuchung etlicher Bandido-Clubräume in den vergangenen 14 Tagen – nicht der Wirklichkeit entspreche, betonte der Beamte aus Münster.
Von außen ist ein Blick auf das mit großen Bannern der einzelnen Chapter abgeschirmte Festgelände kaum zu erhaschen: Stimmengemurmel und das Wummern des Basses dringen gedämpft auf die Straße. Dominiert wird die Geräuschkulisse vielmehr vom Brummen der Generatoren für die Polizei-Scheinwerfer und den immer mal wieder über dem Objekt kreisenden Hubschraubern der Fliegerstaffel. Vor dem Eingang tummeln sich Bandidos – man kennt sich offenbar. Eine leichte Gänsehaut kann man schon beim Blick auf die Jungs mit dem breiten Kreuz und den schwarzen Bandidos-Kutten im Eingangsbereich bekommen – wohl auch so gewollt. Neben ihnen ein gelbes Schild: Keine Presse. Ungestörtes Arbeiten ist für unsere Fotografen nicht möglich, die Bandidos erteilen nach kurzer Zeit einen Platzverweis, drohen gar, die Kamera einzukassieren. Ansonsten kontrollieren die Bandidos im Eingangsbereich niemanden, beobachten nur.
Ungezählte Fackeln beleuchten die große Zeltstadt, es gibt – wie üblich bei Geburtstagspartys – Stehtische und Bierzelt-Garnituren, Theken, eine Cocktailbar und eine Vielzahl von Ständen mit Bandidos-Devotionalien. Der Motorradclub setzt auf Ordnung, hat eigens einen Theken- und Aufräumplan aufgestellt. Auf den Schutz der Polizei wollen sich die Rocker offensichtlich nicht verlassen: Es gibt auch einen Wachplan.
Auch die Beamten unter Federführung des Polizeipräsidiums Münster waren für mögliche Übergriffe gewappnet: Die Einsatzzentrale der Bereitschaftspolizei hatte an der Feuerwehr Quartier bezogen, auf dem Gesamtschulgelände im Gänsewinkel war ihre Versorgungsstation eingerichtet. Zu den Einsatzkosten wollte der Pressesprecher der Polizei Münster sich nicht äußern: „Sicherheit ist unbezahlbar.”
Zweifelsfrei investierte auch der Rockerclub eine Stange Geld in seine private Feier, die stramm durchorganisiert wirkte. Die Bandidos hielten sich an die Auflagen, so dass es keine Beschwerden über Lärm oder Verkehrsbehinderungen gab. Nur direkt an der Wannebachstraße standen Autokolonnen, ansonsten brachten Shuttle-Busse die Partygäste zum Vereinsheim. Die Harley hatten die Bandidos am Samstag zu Hause gelassen.
Eine Fotostrecke zur Veranstaltung gibt es hier.
19:36
Wichtig ist, dass alles friedlich geblieben ist. Polizeipräsenz geht voll in Ordnung - denn bei möglichen Ausschreitungen wären andernfalls massive Vorwürfe in Richtung Verantwortungsträger gekommen.
Die Sensibilität, wie die Bandidos die Gesamtsituation gemeistert haben, verdient ebenfalls Anerkennung. Selbst die Polizei sagt, dass (fast) jedes Schützenfest mehr Störung mit sich bringt.
Mir persönlich sind jedoch diese Herrschaften in ihren Kutten weitaus symphatischer als die linken und rechten Berufsdemonstranten, welche ständig in Dortmund irgentwelche Krawalle provozieren.
Negativ lediglich dass am Samstag abend sämtliche Gyros- und Dönerbuden ausverkauft waren - ob es die Bereitschafts - Polizei oder die Bandidos waren bleibt wohl für immer ein Geheimnis.......
13:06
@5 cdu: Ist ihnen eigentlich bekannt, dass es bei der Polizei selbst MCs gibt, dass der Bundestag einen hat, dass es MCs der Mittelständler gibt, usw.? Und dass auch die meisten dieser Clubs keine Berührungsängste untereinander haben? Dies wollen sie alles verbieten? Auch wenn die Partei, nach der sie sich bekennen schon ein ganz besonderes demokratieverständnis hat, ihre Meinung würde selbst dort nicht aktzeptiert werden. Das ist nämlich Stammtischgrölerei, was sie da von sich geben. Feige und anonym, alt-toitsch eben. Manche lernes es halt nie! Und einige selbst dann noch nicht.
06:52
Woher nimmt der Schreiber eigentlich seine Kenntnis über den Ablauf der Veranstaltung, wenn keine Presse zugelassen war? Mit Recht darf es keinen wundern, wenn die Schreiberlinge keine Sympathie erwarten dürfen.
Kein einziger Waffenfund, also auch kein Fressen für die Presse, ach schade.
23:48
Ein absolut überzogener Einsatz der Polizei. Nicht war Kollegen- da sind wir uns mit vielen in unserem Kreis doch einig-oder? Gefahrenabwehr in einer solchen Größenordnung war komplett unnötig aber wohl politisch gewollt! Wobei ich lediglich die Größe aber nicht den Einsatz als solchen kritisiere!!
23:34
Man sollte solche Motorradclubs generell verbieten. Wenn die keine organisierten Krimminellen sind, wer denn ?
21:21
kurden, türken, iraner,iraker, kirchentage, karneval , fussball, und und und.... kostet eben alles was in ner demokratie.. wenn man überhaupt diesen m.e.. falschen kostenansatz wählt.
im übrigen -ohne hier was verharmlosen zu wollen- habe ich noch nie was davon gehört, das bürger/passanten von hells angels oder bandidos überfallen, ermordet oder beraubt wurden...
bei der einen oder andern gang mit migrantenhintergrund ist es da wohl etwas anders mit den statitiken....
apropos bezahlen, afghanistan ist ja umsonst, ja ne is klar
20:49
Diese Typen würde ich nicht mit der Zange anfassen
20:46
Den exakten Betrag kann ich sicherlich nicht nennen, aber es wird nicht wesentlich teurer sein, als bei diesen Wochenendlichen Spielen, wo 22 Hauptschüler einer toten Kuh hinterherrennen und hunderte Ultras nur zum prügeln durch die ganze BRD reisen. Wo steuert dieses Land eigentlich hin?
20:22
Toll, dass es so friedlich abgelaufen ist.
Man sollte nur mal grundsätzlich überlegen, ob es es nicht sinnvoll und machbar ist, Vereinsfeiern, die eine derartige Sicherheitslogistik erfordern, grundsätzlich zu unterbinden. Mich würde in der Tat sehr interessieren, welche Summen an Geldern für den Schutz der Veranstaltung und der Anwohner verbraten wurden. Gut, dass die Zahl dieser Art von Vereine sich in Grenzen hält. Ich finde es echt ein Ding, dass wegen einer Vereinsfeier ein ganzes Wochenende ganz Schwerte Kopf steht. Als ich nachts im Gänsewinkel (!!!) plötzlich zwei gepanzerte Wasserwerferfahrzeuge über die Grünstraße fahren sah, traute ich meinen Augen nicht. Was geht in diesem Land eigentlich ab ?