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Wohnen und Sprache Schlüssel zur Integration

02.01.2016 | 06:00 Uhr
Wohnen und Sprache Schlüssel zur Integration
EN-Wohnen spendet allein 5000 Euro an die VHS im Nord- und Südkreis. Damit sollen Sprachkurse für Flüchtlinge finanziert werden.Foto: Bernd Richter

Schwelm/Ennepe-Ruhr. Normalerweise bekommen Geburtstagskinder die Geschenke. Die EN-Wohnen GmbH hat nun diese Tradition umgekehrt und beschenkt ihrerseits die Menschen – in diesem Fall die zwei Volkshochschulen im Ennepe-Ruhr-Kreis mit jeweils 2500 Euro. Mit dem Geld sollen Sprachkurse für Bürgerkriegsflüchtlinge finanziert werden.

Geldspenden statt Geschenke

Aus Anlass der Feier zu ihrem 75-jährigen Bestehen hatte die kreiseigene Wohnungsgesellschaft auf Geschenke verzichtet und stattdessen dazu aufgerufen, Geld zu spenden. 41 Geschäftspartner waren dieser Empfehlung gefolgt und hatten insgesamt 4950 Euro überwiesen. EN-Wohnen hat den Betrag großzügig auf 10 000 Euro aufgerundet.

Neben den Volkshochschulen werden noch fünf Willkommensinitiativen in den Städten Schwelm, Wetter, Sprockhövel, Hattingen und Gevelsberg von dem Geschäftsjubiläum profitieren. Sie dürfen mit einer Spende in Höhe von jeweils 1000 Euro rechnen.

Rund 4000 Flüchtlinge gibt es zurzeit im Ennepe-Ruhr-Kreis. 1300 dieser Menschen haben in den fünf oben genannten Städten bisher ein neues Zuhause gefunden. Aktuell hat EN-Wohnen mehr als 40 Wohnungen für Flüchtlingsfamilien bereit gestellt, der Großteil davon liegt in Wetter. „Ein Dach über dem Kopf und Geborgenheit in der eigenen Mietwohnung sind wichtig und gehören zum Lebensmittelpunkt. Die Sprache verbindet die Nachbarschaft, gibt Orientierung und schafft Integration. Für diesen Zweck unterstützt die EN-Wohnen GmbH die Sprachprofis aus den beiden Volkshochschulen Witten/Herdecke/Wetter und Schwelm/Ennepetal/Gevelsberg“, sagt Geschäftsführer Alexander Dyck. Sein Dank gilt allen Kunden, Mitarbeitern und Geschäftspartnern für deren große Unterstützung, ihren Einsatz und ihre Bereitschaft, bei der dezentralen Unterbringung der Flüchtlinge und anschließender Integration in den jeweiligen Wohnungen zu helfen. „Aufgrund der hohen Zuwanderungsdynamik müssen wir für gelungene Integration im Ennepe-Ruhr-Kreis alle Kräfte unserer Gesellschaft und insbesondere Wirtschaft, Politik, Stiftungen und Vereinen bündeln. Mit vereinten Kräften schaffen wir diese lokale Herausforderung“, so der Chef von EN-Wohnen bei der Spendenübergabe.

Im Bestand von EN-Wohnen klappt die Integration der Flüchtlingsfamilien. Die anfängliche Skepsis bei den Nachbarn sei schnell gewichen. „Die Anwohner kümmern sich rührend um die Asylbewerber“, berichtet Prokuristin Meike Riedesel-Nüßgen. Sprache sei aber die größte Barriere. „Wir haben meist ältere Mieter, die können kein Englisch“, so die Diplom-Ingenieurin weiter.

Für Alexander Dyck ist Wohnen und Sprache der Schlüssel zur Integration. „Wir stoßen auf eine große Hilfsbereitschaft aus den Reihen unserer Mieter heraus. Alle Bedenken, die im Vorfeld bestanden, sind zur Seite gewischt worden“, freut sich der Geschäftsführer. Damit das Miteinander unterschiedlicher Kulturen und Lebensweisen funktionieren kann, muss Aufklärung betrieben werden. Und die fängt bei den Dingen des Alltags wie der deutschen Mülltrennung an und hört bei der Erklärung, dass Handtuchheizkörper keine Leitern sind, nicht auf.

Achim Battenberg, Direktor der VHS Ennepe-Ruhr/Süd spricht von einer „tollen Geste“: „Die Spende hilft uns sehr. Wir haben bedarf ohne Ende.“ Insgesamt 900 Flüchtlinge betreut die Volkshochschule im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis mit unterschiedlichen Angeboten, darunter auch ein Erzählcafé. Ein Sprachkurs für Flüchtlinge geht über 144 Stunden und kostet für 20 bis 25 Menschen insgesamt rund 3000 Euro.

Den Menschen Perspektiven geben

Auch Bettina Sommerbauer, VHS-Direktorin für Witten, Wetter, Herdecke, spricht von einer großen Nachfrage nach Sprachkursen. „Wir kriegen den Bedarf nicht gedeckt, werden in den Schichtbetrieb gehen.“ Besonders stolz ist die Fachfrau auf den Einsatzwillen ihrer Dozenten. „Die geben ihr bestes, ziehen alle mit.“ Neben den Sprachkursen sei es aber auch wichtig, den Menschen eine Anschlussperspektive zu geben und sie zu beschulen. „Dazu zapfen wir jeden Fördertopf an, der erreichbar ist“, so die Direktorin.

Bernd Richter

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2016-01-02 06:00
Schwelm