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„Wir tanzten einen Bambustanz”

04.02.2010 | 18:13 Uhr
„Wir tanzten einen Bambustanz”

Schwelm. Wohlbehalten und mit vielen Eindrücken im Gepäck kehrten Dagmar und Hans-Walter Kessler nach zweiwöchigem Taiwan-Aufenthalt ins verschneite Schwelm zurück.

Organisiert hatte die Reise Prof. Luoke Chen, der sich für die Kesslers und fünf weitere Bildhauer aus NRW ein vielfältiges und auch lehrreiches Programm ausgedacht hatte.

„Besonders spannend war der gedankliche Austausch mit den einheimischen Künstlern”, berichtete Hans-Walter Kessler. So beobachtete der Handwerksmeister eine völlig andere Arbeitsweise bei seinen taiwanesischen Kollegen, die andere Werkzeuge und technische Methoden nutzten. „Davon kann ich zu Hause einiges ausprobieren.” Auch privat wurden die Kontakte vertieft: So besuchten die Schwelmer auch einige Künstler in deren vier Wänden und waren angetan von der dortigen Wohnkultur.

Des Weiteren standen taiwanesische Museen auf dem Programm und natürlich auch Besuche der vielfältigen Natur. „Hohe Gebirge wechselten sich mit Ebenen ab - das war ganz schön faszinierend”, berichtet der Globetrotter, der auch schon die USA, Indien und Armenien bereiste.

Vorfreude herrschte bei Veranstaltern wie Teilnehmern des Bildhauersymposiums auch auf den Abschlussabend. Nachdem die Bildhauer die letzten Details an ihren Skulpturen gemeißelt hatten, erwartete sie noch ein Festakt zu ihrer Verabschiedung. Was die Gäste aus Deutschland bei der Schlussfeier erwarten würde, wussten sie noch nicht. Bei der Eröffnungsfeier wurden die Künstler aus NRW bereits aktiv ins Geschehen einbezogen: Eine Formation der Ureinwohner Taiwans trat mit Tanz und Musik auf und bat die deutschen Gäste zum Vortanzen auf die Bühne. Und das blieb den Gästen aus Deutschland auch am Ende nicht erspart: „Wir tanzten einen Bambustanz”, schmunzelt Kessler, dem das Ereignis aber gefallen hatte.

Was sich hingegen den taiwanesischen Gästen, unter anderem zwei Vertretern des taiwanesischen Außenministeriums, bot, wurde schnell deutlich: Sieben individuelle Bildhauerarbeiten, die beinahe alle aus taiwanesischem weißem Marmor gefertigt wurden.

Dagmar Kessler präsentierte in ihrem Werk eine Verbindung zwischen europäischer Arbeitsweise und asiatischer Dichtkunst, Hans-Walter Kessler ließ sich von den Steinstrukturen aus der vorher besuchten Taroko-Schlucht inspirieren.

Nach einer abschließenden Präsentation der verschiedenen Werke gingen die Skulpturen erstmal auf Reise durch Taiwan. „Jetzt werden die Plastiken ausgestellt und danach verkauft”, so Kessler. Und auch wenn sich kein Käufer finden sollte, wissen die Kesslers ihre Werke gut untergebracht: Sie werden dann dem Museum für Steinbildhauerei als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Mit dem Abschlussfest beendeten die deutschen Gäste eine zweiwöchige Tour. „Meine Frau und ich würden auf jeden Fall gerne wieder hinfliegen. Land und Leute sind einfach einmalig”, schwärmt der Schwelmer Steinbildhauermeister.

Bernhard Richter

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