„Wer sich ärgert, muss etwas tun”
11.08.2009 | 17:19 Uhr 2009-08-11T17:19:00+0200Als Annette Fischer mit ihrer Familie vom Ostsee-Urlaub wieder nach Hause kam, wurde sie sozusagen von sich selbst begrüßt.
Der Wahlkampf hatte begonnen. Überall in Gevelsberg hingen die Plakate mit dem Bild der CDU-Kandidatin für das Amt der Landrätin: „Oh, habe ich gedacht, das bin doch ich. Meine Kinder fanden die Plakate peinlich.” Aber dann hätten die beiden sechs- und neunjährigen Wirbelwinde doch noch versöhnend hinzugefügt: „Mutti, siehst aber nett aus.”
Und nun hofft die 37-Jährige Politikerin, dass die Wählerinnen und Wähler genauso denken. „Bei den vergangenen Landratswahlen waren die Chancen für die CDU relativ schlecht,” resümiert die gelernte Juristin. Deshalb sei der Job der Landrats-Kandidatin nicht eben begehrt in ihrer Partei gewesen. Ihr Kreisvorstand habe sie gefragt, ob sie kandidieren wolle: „Ich habe mit meiner Familie darüber geredet und schließlich nach längerer Überlegung zugesagt.”
»Neue Gesichter
bedeuten auch
neue Ideen«
Die ganze Familie wollte sie unterstützen, eigentlich. Dann bekam ihr Mann einen Arbeitsplatz in China angeboten. Drei Monate hat sie auf ihn verzichten müssen, bevor er zum ersten Mal aus dem Reich der Mitte wieder zum Urlaub nach Deutschland kam. „Und dabei habe ich einige Wochen am eigenen Leib erfahren müssen, wie schwer es alleinerziehende Mütter haben. Hut ab”, sagt Fischer. Aber, da ist im Normalfall schließlich noch die Oma, die im Haus wohnt und im Notfall einspringen kann, wenn Mama Politik macht.
Und Politik macht Annette Fischer seit sieben Jahren: „Eigentlich wollte ich in keine Partei eintreten, obwohl mein Großvater als Christdemokrat in Lüdenscheid aktiv war. Aber 2002, nach dem zweiten Staatsexamen, habe ich mir gedacht, man ärgert sich über so viele Dinge, dann muss man auch etwas dagegen tun.” Die Menschen fänden nicht alles toll, was die Parteien machen, aber sie habe ich damals eindeutig für die CDU entschieden: „Ich bin einfach in die Geschäftsstelle gegangen und habe gesagt, dass ich mitmachen möchte.” „Auch aktiv?”, wurde sie gefragt und nach ihrem „Ja” begann die Karriere als sachkundige Bürgerin im Rat von Gevelsberg, einer Stadt mit der sich sehr verbunden fühlt.
Sie blickt vom Balkon ihres Hauses in Silschede über den grünen Teil ihrer Heimat, direkt auf den Golfplatz in Berge, während Hund Benny neugierig die Gegend erkundet. „Er ist mein Hobby,” sagt die Poltikerin. Nicht die Kinder, sondern die Dame des Hauses hat auf die Anschaffung des Vierbeiners bestanden.
Im Wahltkampf wird weniger Zeit für Benny und die Kinder haben. Der Terminkalender ist bis zum Wahltag am 30. August voll. „Eigentlich läuft es bei uns im Kreis gut,” sagt Fischer. Sie störe aber, dass die Personen, die die Kommunalpolitik bestimmen, so festgelegt sind: „Im Bund und im Land ist das anders. Da gibt es immer wieder neue Koalitionen. Und neue Gesichter bedeuten auch neue Ideen.” Die will die Christdemokration vor allen Dingen in der Wirtschaftsförderung einbringen: „Das bedeutet Arbeitsplätze schaffen.” Sie stört die Kirchtums-Mentalität, ohne das Wort auszusprechen: „Es ist doch nicht wichtig, in welche Stadt sich ein Unternehmen ansiedelt, es ist wichtig, dass es in den Kreis kommt.” Der habe mit seinen fast 340 000 Einwohner eben mehr zu bieten, „als eine Stadt mit 30 000 Menschen allein. Wir liegen verkehrspoltisch so günstig, dass wir größere Chancen als zum Beispiel der Hochsauerlandkreis haben müssten, der schon viele große Unternehmen angelockt hat.”
Daneben will sich Fischer um die Familienpolitik kümmern: „Ich engagiere mich für die Erweiterung der Kinderbetreuung, obwohl ich weiß, dass dies eigentlich die Aufgabe der einzelnen Komunen ist.” Und dafür brauche man Geld, das an einer anderen Stelle eingespart werden müsse und damit fehle.Das sei ihr klar. Ja, ja, das liebe Geld. Es wäre ihr Traum, davon einmal als Politiker genug zur Verfügung zu haben: „Einmal aus dem Vollen schöpfen und alle Wünsche erfüllen. Ein kostenloses Kindergarten-Jahr, die KiTa-Mitarbeiter entlasten, die Straßen sanieren, und, und, und. . .” Aber, welcher Politiker träumt nicht davon?
18:11
Mit Haushaltssicherung lebt man ganz gut ?
Deshalb unterliegen so viele Kommunen der Haushaltssicherung, weil es sich so gut damit lebt ? Die wollten freiwillig da rein ?
Sie sollten sich besser informieren, bevor sie wieder so einen Unsinn schreiben, Herr Gerhardt.
Wir brauchen neuen Wind im Kreishaus.
15:28
@#12 von FrankWittig
Sie haben Probleme, man o man.
Die Gevelsberger sind halt besser drauf, dass sollte man neidlos anerkennen.
Was nun die Finanzierung angeht, die Gevelsberger sind pfiffiger sich aus den Pötten von Land und Bund zu bedienen. Auch mit Haushaltssicherung lebt es sich ganz gut, es gibt sogar einen ausgeglichenen Haushalt in Gevelsberg.
21:05
Na sagen wir es mal so, die Gevelsberger sind manchmal etwas neidisch auf uns Ennepetaler.
Dabei mögen wir unsere armen Nachbarn.
Wir finanzieren ja auch eure teueren Projekte.
Aber wir gönnen den Gevelebergern, dass die neue Landrätin von dort kommt.
Letztlich sind auch viele von uns, mich eingeschlossen, durch ihre Geburt mit Gevelsberg verbunden, dann aber geflüchtet ins Herz des Südkreises.
@Jürgen Gerhard: Wohl ein eher persönlches Problem von Ihnen, ich rätsel noch warum.
ich frag mal Helgasp.
11:33
@#10 von Gevel
Nur weil wir Euch hassen,müsst Ihr das nicht auch tun. ;-)
Hm, wer liebt uns eigentlich noch? *schluchz*
08:47
Stimmt, Gevelsberg hasst Ennepetal. Hehe...
08:47
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06:33
Die Zuordnung des WDR wird zuerst einmal nach der technischen Erreichbarkeit, Sendeanlagen, vorgenommen. Und danach ist die topografische Lage des EN-Kreises sendemäßig nicht so einfach zu bewältigen. Geschichtlich sind die Zuordnungen allerdings teilweise noch nach den alten Grafschaften vorgenommen worden.
Was eine Identität angeht, so braucht man erst einmal Gemeinsamkeiten und diese Gemeinsamkeiten wachsen, die können nicht einfach diktiert werden.Im Gegensatz zum Bergischen Kreis, der auch einen geschichtlichen Hintergrund hat,ist der EN-Kreis ein mehr willkürlich zusammen gewürfelter Kreis.Allein die Mentalitäten im Südkreis könnten nicht unterschiedlich sein.
21:13
Hallo,
die Zugehörigkeit der Städte im Südkreis zum Märkischen Sauerland wäre wohl am ehesten zutreffend.
Aber das beseitigt letztlich nicht das Problem der fehlenden Identität des EN-Kreises um ihn als Einheit vermarkten zu können.
Und dazu gehört eben auch, dass die Medien hier eine eindeutige Zuordnung vornehmen und der Landrat sich darum hätte kümmern müssen.
15:28
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13:19
Ich kann mich HansW teilweise anschließen. Man beachte mal die Zuordnung innerhalb des WDRs. Im WDR-Radio zält der EN-Kreis zur Lokalredaktion Essen, im WDR-Fehrnsehen zum Lokalbereich Dortmund.