Überfallserie: Sparkasse schließt Filiale
25.03.2011 | 15:26 Uhr 2011-03-25T15:26:00+0100
Schwelm.Nach dem dritten Überfall auf ihre Filiale in der Barmer Straße hat die Stadtsparkasse Schwelm gestern die Notbremse gezogen. Bis auf Weiteres bleibt die betroffene Geschäftsstelle West aus Sicherheitsgründen geschlossen. Ob und wann sie wieder eröffnet wird, ist fraglich.
„Es ist den Kunden und den Mitarbeitern in dieser Situation nicht zuzumuten, sich angesichts des Tathergangs auf einen normalen Geschäftsbetrieb mit sparkassenüblichen Bargeldgeschäften einzustellen“, heißt es in einer knappen Stellungnahme des Geldinstituts. „Eine unserer Angestellten musste alle drei Überfälle miterleben“, erklärte Sparkassen-Vorstand Lothar Feldmann gegenüber unserer Zeitung.
Die Mitarbeiter, die in der Bankfiliale waren, als der Räuber am Dienstag in den Kassenraum stürmte und einen Schuss mit seiner Waffe abfeuerte, seien in psychologischer Behandlung. Zuvor wurde die Geschäftsstelle der Sparkasse im Mai 2000 und im November 2010 ausgeraubt.
Nicht nur die Überfälle auf die eigene Bank, sondern auch die vier auf eine benachbarte Tankstelle wertet der Schwelmer Sparkassen-Vorstand als Alarmsignal.
Dass Landrat Arnim Brux als Leiter der Kreispolizeibehörde noch Mitte des Monats erklärte, der Ennepe-Ruhr-Kreis sei eines der vor Verbrechen sichersten Gebiete in Nordrhein-Westfalen, die Zahl der Fälle von Gewaltkriminalität habe im vergangenen Jahr um fast 9,5 Prozent abgenommen, kann Sparkassen-Vorstand Feldmann nicht beruhigen: „Das ist die Statistik. In unserem Einzelfall sieht die Situation anders aus.“
Kreispolizei sieht „kein Sicherheitsproblem“
Die Kunden werden von der Sparkasse gebeten, den Service und das Beratungsangebot der Hauptstelle am Bürgerplatz in Schwelm oder einer der weiteren Geschäftsstellen zu nutzen. Die bekannten Ansprechpartnerinnen aus der geschlossenen Geschäftsstelle West würden in der Hauptstelle eingesetzt und stünden den Menschen dort zur Verfügung.
Die Kreispolizei sieht in der Barmer Straße hingegen „kein Sicherheitsproblem“, wie ihr Sprecher Dietmar Trust gestern auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte. Vor der Entscheidung des Sparkassen-Vorstands seien keine Gespräche darüber mit den Ordnungshütern geführt worden. „Wir arbeiten mit Hochdruck an dem Fall. Bei solchen Verbrechen ist die Aufklärungsquote sehr hoch“, so Trust. Im Augenblick werden mehrere Spuren abgeglichen. Auch die, ob es sich bei allen Überfällen um einen Täter handelt. Trust: „Nach den bisherigen Ermittlungen gibt es Punkte die dafür, aber auch Punkte die dagegen sprechen.“
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