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Schwelm

Tod des Kindes verkraften mit Todtenhausen

06.06.2007 | 09:00 Uhr
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Schwelm. (atü) Der 31. Evangelische Kirchentag, der gestern in Köln begonnen hat, zieht wieder viele Menschen in seinen Bann. Eine gute Gelegenheit für den Schwelmer Wolfgang Todtenhausen, einen Teil seiner Bilderausstellung "Die Worte die dir helfen..."

Seine emotionalen Kohlezeichnungen und Print-Collagen drücken Gedanken, Gefühle und Erfahrungen aus, die Mütter, Väter und Geschwister nach dem Tod eines Kindes empfinden. Auch das Ehepaar Todtenhausen ereilte dieses Schicksal, als Tochter Julia im Juli 2003 im Alter von neun Jahren starb. Wolfgang Todtenhausen betont, dass es ihm bei seiner Ausstellung sowie bei dem von ihm verfassten Buch "TränenReich" ausschließlich um die Thematik geht, "auch wenn der Anlass, damit nach außen zu gehen, seinen Ursprung im Tod unseres Kindes hat". Und: "Ich bin nicht der Einzige, der aus einem persönlichen Schicksalsschlag heraus eine Notwendigkeit erkannt hat, dass sich innerhalb der Gesellschaft etwas verändern sollte. Denn wer kann sich sicher sein, dass ihm ein vergleichbares Schicksal erspart bleibt?"

Björn Steiger etwa war ein Kind, das 1969 nach einem schweren Verkehrsunfall nur deshalb starb, weil es zu lange dauerte, bis Rettungskräfte am Unfallort waren. Kurz darauf setzten sich seine Eltern für das Aufstellen von Rufsäulen ein und gründeten eine Stiftung, um die Ortung von Hilfsbedürftigen zu verkürzen.

Nach dem Kirchentag kann Todtenhausen seine Koffer gepackt lassen, denn vom 14. bis 29. Juni fährt er nach Heidelberg. In der dortigen Stadtbibliothek werden alle 22 Exponate im Rahmen einer großen Ausstellung gezeigt, die der Oberbürgermeister und Schirmherr Dr. Eckart Würzner eröffnen wird. Seit einigen Monaten arbeitet Todtenhausen eng mit der Präventionsabteilung der Polizei Heidelberg zusammen. Dankbar ist er immer noch jenen Verantwortlichen in Schwelm, die gemeinsam mit ihm den ersten Schritt in die Öffentlichkeit gewagt und ihn unterstützt haben. Zu den Ausstellungsstädten Koblenz, Köln und Heidelberg wird bald auch Leipzig hinzukommen.

Pfarrer Rainer Schumacher steht dem Ehepaar Todtenhausen seit dem Tod ihres Kinds seelsorgerlich zur Seite. "In meiner Arbeit als Pastor begegnen mir immer wieder Mütter und Väter, bei denen der Verlust eines Kindes für immer tiefe Spuren hinterlassen hat - oft bis ins hohe Alter hinein. Immer wieder wandern die Gedanken zurück zu ihrem Kind, verbunden mit der Sehnsucht, es an einem guten Ort geborgen zu wissen." Einschneidende Veränderungen sind die Folge, die Trauer sei eben nach 12 Monaten nicht zu Ende, wobei offene Gespräche helfen. Schumacher: "Todtenhausens Ausstellung bietet eine geeignete Möglichkeit, weil sie nicht nur Fragen eröffnet, sondern auch Antworten gibt."

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