"Sucht hat immer eine Geschichte"
10.09.2007 | 01:24 Uhr 2007-09-10T01:24:13+0200Ennepe-Ruhr. (ds) Um Sucht und ihre Geschichte soll es in der gleichnamigen Aktionswoche des EN-Kreises gehen. Eröffnet wurde das mit zahlreichen Veranstaltungen gespickte Projekt in der Villa Xtra Dry in Schwelm.
Landrat Dr. Arnim Brux, seines Zeichens Schirmherr der Aktionswoche, konnte bei seiner Eröffnungsrede gestern viele interessierte Gäste begrüßen. Er legte den Schwerpunkt der Arbeit mit Sucht und mit von Sucht Betroffenen insbesondere auf den präventiven Bereich: "Suchtvorbeugung ist als Gemeinschaftsaufgabe zu verstehen und zwar sowohl im schulischen, als auch im nicht schulischen Bereich." Wichtig sei es, das Selbstbewusstsein Jugendlicher zu stärken und ihnen andere Wege aus Problemsituationen aufzuzeigen. Dabei bezog sich der Landrat auch auf das sogenannte Koma-Saufen. "Diese Flatratepartys sind eine echte Perversion, gegen die man etwas tun muss", mahnte Dr. Brux.
Fakten zum Thema lieferte schließlich Silke Morlang von der Landeskoordinationsstelle für Suchtprävention. Sie musste unter anderem berichten, dass die Fallzahlen ambulanter Behandlungen nach Alkoholmissbrauch zwischen 2000 und 2005 um 104 Prozent gestiegen sind. Das Problem sei vor allem, dass der Alkohol einen zu selbstverständlichen Platz in unserer Gesellschaft habe, so die Expertin.
Umrahmt wurde die Eröffnungsveranstaltung mit Songs des Liedermachers Jörg Rüddenklau und einem Auftritt der Jongliergruppe "Die Brockenwerfer" der Einrichtung Loher Nocken. Außerdem präsentierten sich die Stiftung Loher Nocken und der Fachbereich Qualifizierung und Arbeit der AWO in einer kleinen Ausstellung.
Geplant sind in den nächsten Tagen über 100 Veranstaltungen, die von mehr als 70 Kooperationspartnern durchgeführt werden.
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