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Schwelm

Stöpselparty beendet die Freibadsaison

31.08.2008 | 19:17 Uhr

Schwelm. (SGK) "Stöpselparty" im Freibad und alle, alle kamen! Das wäre schön gewesen - gerade nach dieser bewegten Badsaison, deren "Hauptmotor" der Trägerverein Schwelmebad gewesen ist.

Wolfgang Jittler (li.) und Schwimmeister Burkhard Lahn (vorn) blicken letztlich zufrieden auf die Badesaison zurück. (Foto: sgk)

Der "Stöpsel" stand symbolisch für einen Schalter und der wurde nicht gezogen, sondern am Sonntagabend von Schwimmmeister Burkhardt Lahn umgelegt. Technischer Stillstand! Nichts geht mehr! Die Lichter bleiben aus bis zur nächsten Saison. Dann wird auch erst - kurz vor Beginn des Badbetriebs - das Wasser abgelassen, die Becken gründlich gesäubert und mit frischem Nass befüllt.

Davon, dass der Badbetrieb im nächsten Jahr wieder aufgenommen wird, ist Wolfgang Jittler überzeugt, denn "schließlich haben wir ein fünfstelliges Plus erzielt nach Abzug der Steuern ans örtliche Finanzamt". Ohne das Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer wäre das nicht möglich gewesen.

Und genau das ist es, was den Vereinsvorsitzenden mit Stolz und Befriedigung erfüllt. "Das hätte doch kein Politiker gedacht, dass in Schwelm so viel Aktivität passieren kann; mit so viel Widerstand gegen den Schließungsbeschluss des Freibads und folgender konstruktiver Energie haben sie doch nicht gerechnet." Besonders freue ihn, dass alle Politiker wieder miteinander reden würden. Er glaubt, dass die meisten am liebsten das Bürgerbegehren wegzaubern würden.

Mit dem Bürgerbegehren soll der Ratsbeschluss zur Schließung des Freibades wieder rückgängig gemacht und dann Frei- und Hallenbad für die nächsten zwei Jahre in bisherigem Umfang weiter betrieben werden.

Davon, dass sich der Weiterbetrieb auf jeden Fall lohnt, ist der Schwimmmeister überzeugt. "Mit minimalem Einsatz sind exorbitante Betriebskosteneinsparungen möglich", weiß er aufgrund seines bisherigen (ehrenamtlichen) Einsatzes. Da habe eine ganze Menge im Badbetrieb nicht gestimmt und zu desolaten Verlusten geführt.

So sei zum Beispiel 26 Jahre lang die Gastherme für die Warmwasseraufbereitung in der Saison ununterbrochen gelaufen, "obwohl doch nachts keiner duscht". Einfache Zeitschaltuhren hätten genügt, um bis auf ein/zwei Pumpen alle anderen nachts abzuschalten. Und er nennt noch einige weitere Beispiele für das Missmanagement im Badbetrieb, nimmt aber gleichzeitig seinen Vorgänger in Schutz, der "als gelernter Gärtner nach einer relativ kurzen fachlichen Weiterbildung" im Badwesen eingesetzt worden sei.

"Da gab es aber auch wohl keinerlei Kontrollmechanismen", so der Schwimmmeister, der in Richtung Verwaltung und Politik von der "stillen Duldung eines desolaten Zustands" spricht.

Auch wenn das zweitägige Stöpselfest trotz Programm auf Musikbühne und im Wasser (u.a. Enzo Caruso, Band Viereinhalb, Wasserballspiel) wahrscheinlich wegen der zahlreichen Veranstaltungen im näheren Umkreis insgesamt nur mäßig besucht war, äußerte sich Jittler im Hinblick auf die Zukunft des Bads optimistisch.

Zum Förderverein "Pro Schwelmebad", dessen Vorstellung ein Allwetterbad sei ("aber für Lehrer die Hölle, wegen der Unübersichtlichkeit"), beständen gute Kontakte. Man träfe sich regelmäßig zu 2 (vom Trägerverein) + 2 (vom Förderverein)-Gesprächen. Dabei würden Ideen diskutiert wie etwa ein Kooperationsmodell mit dem Hallenbad. Jittler hofft für die nächste Saison auf "eine gute Struktur, mehr als 100 Helfer und einen ordentlichen städtischen Zuschuss".

Damit würde der Trägerverein, welcher in eine Gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt werden soll, als erstes Burkhardt Lahn engagieren, der dann den Schalter wieder andersrum drehen könnte.

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Kommentare
31.08.2008
20:39
Stöpselparty beendet die Freibadsaison
von rainerraubbau | #1

Danke für Ihren sehr anschaulichen und aufschlussreichen Bericht!
Jetzt kommen die kühleren und dunkleren Monate: Zeit zum Nachdenken und Diskutieren, wie es weitergehen soll mit den beiden Bädern in Schwelm.
Also liebe leidenschaftliche, scharfzüngige, aber faire Kommentierer des Schwelmebadschließungsprozesses im letzten nass-dunklen Frühjahr: kommt wieder in die Puschen und äußert Eure Ideen, wie es weitergehen soll - sie waren Grundlage unseres 50-Tage-Modells. Wie das genau, das kann ich ja später mal erklären.
rainer raubbau

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