Starenkästen keine "Einnahmequellen" Kreisverwaltung und Kreispolizeibehörde arbeiten Hand in Hand
05.07.2007 | 02:13 Uhr 2007-07-05T02:13:50+0200Ennepe-Ruhr. Mit Unverständnis reagiert die Kreisverwaltung auf den Vorwurf, Kommunen würden Geschwindigkeitsüberwachungen als Einnahmequelle missbrauchen. Dieser war in den letzten Tagen vom NRW-Landesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG
"Für den Ennepe-Ruhr-Kreis gilt: Unser Ziel ist es, die Straßen sicherer zu machen und die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren. Wir halten uns an die gesetzliche Vorgabe, dass Messungen nur an Gefahrenstellen erlaubt sind", stellt Michael Schäfer, Fachbereichsleiter für Ordnung und Straßenverkehr der Kreisverwaltung, klar.
"Gerade im Bereich der Geschwindigkeitsüberwachung arbeiten die Kreisverwaltung und die Kreispolizeibehörde sehr eng zusammen", bekräftigt Polizeidirektor Klaus Noske. Schäfer und Noske machen deutlich, dass sich diese Praxis in den letzten Jahren bewährt hat. Es sei auch dem abgestimmten und abgesprochenen Vorgehen von Kreisverwaltung und Kreispolizeibehörde zu verdanken, dass der Ennepe-Ruhr-Kreis in Nordrhein-Westfalen zu den Regionen gehöre, in denen die Gefahr, Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden, im Landesvergleich sehr gering sei. "Die Entscheidungen, wo im Ennepe-Ruhr-Kreis Geschwindigkeitsüberwachungen eingerichtet werden, sind in der Vergangenheit stets einvernehmlich getroffen worden", so Noske.
Momentan sind im Ennepe-Ruhr-Kreis elf Starenkästen im Einsatz. Sie werden im Rotationsprinzip mit drei Überwachungskameras bestückt. "Kein Standort ist eine Entscheidung für die Ewigkeit", macht Schäfer deutlich. Gehen die Unfallzahlen zurück, wird der Starenkasten ab- und an anderer Stelle wieder aufgebaut. Jüngstes Beispiel dafür: Die Messstelle Winterberger Straße an der B 483 in Schwelm. Dieser Kasten steht jetzt in Schwelm an der Wupperstraße vor der Einmündung Beyenburger Straße.
"Die pauschale Schätzung des Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft, dass bis zu zehn Prozent der Anlagen an Orten stehen, die mit Blick auf die Verkehrssicherheit unproblematisch sind, kann ich nicht nachvollziehen. Gleichzeitig lade ich Rainer Wendt und den ADAC gerne ein, uns die Anlagen zu benennen, die aus ihrer Sicht im Ennepe-Ruhr-Kreis nicht der Verkehrssicherheit dienen", schlägt Schäfer vor.
Die Standorte der Starenkästen im Ennepe-Ruhr-Kreis im Überblick: Breckerfeld, Deller Straße (zurzeit stillgelegt wegen schlechter Fahrbahndecke); Ennepetal, Hagener Straße Fahrtrichtung Hagen, Hagener Straße Fahrtrichtung Ennepetal; Hattingen, B 51 in Höhe vor der Einmündung "Im Westenfeld" Fahrtrichtung Bochum; Herdecke, B 226 Station 3,4000 Fahrtrichtung Wetter, Herdecker Bach hinter Einmündung Hauptstraße, Herdecker Bach vor Einmündung Hauptstraße (zurzeit stillgelegt wegen schlechter Fahrbahndecke); Schwelm, Milsper Straße B 7, Wupperstraße vor Einmündung Beyenburger Straße, Wupperstraße vor Einmündung Kurvenstraße; Sprockhövel, B 51 Querspange, B 51 vor Auffahrt A 43 Fahrtrichtung Hattingen, Schwelmer Straße L 551 vor Autobahn A 46 (zurzeit stillgelegt wegen schlechter Fahrbahndecke), Barmer Straße Herzkamp; Witten, Ardeystraße (wird nicht mehr betrieben), Universitätsstraße (wird nicht mehr betrieben).
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