Razzia am Umspannwerk
13.02.2012 | 18:34 Uhr 2012-02-13T18:34:00+0100
Gevelsberg. Der Dortmunder Zoll nahm einen Russen fest. Der Mann hatte illegal beim Abriss des AVU-Komplexes gearbeitet.
Beim Abriss des alten Umspannwerkes der AVU am Gevelsberger Ennepebogen war Schwarzarbeit im Spiel. Die Großbaustelle erhielt in der vergangenen Woche unangekündigten Besuch des Hauptzollamtes in Dortmund.
Dabei trafen die Zöllner einer Einheit zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung auf einen Arbeiter eines Siegener Subunternehmens, der erstem Anschein nach aus Lettland stammte. Nachfragen der Beamten ergaben jedoch, dass es sich bei dem Mann um einen 25-jährigen, russischen Staatsbürger handelte, der bereits seit Dezember des vergangenen Jahres ohne Arbeitsgenehmigung bei dem Unternehmen tätig war, teilte das Zollamt mit. Die erforderlichen Sozialversicherungsbeträge für ihn wurden vom Arbeitgeber nicht abgeführt.
„Hinweise vor Ort begründen darüber hinaus den Verdacht, dass das Unternehmen deutlich mehr Arbeitnehmer beschäftigt, als bei der Rentenversicherung gemeldet“, sagte Uwe Jungesblut, Pressesprecher des Hauptzollamts Dortmund. Das Unternehmen wurde daraufhin wegen des Verdachtes des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt unverzüglich mittels richterlichen Beschlusses durchsucht.
Der Beschuldigte wurde wegen des Verdachts des illegalen Aufenthalts vorläufig festgenommen und an das zuständige Ausländeramt übergeben. Er muss Deutschland nun innerhalb einer durch das Ausländeramt festgesetzten Frist verlassen.
Die AVU wurde vom Besuch der Zöllner überrascht. „Wir haben den Auftrag für den Abriss an die Vestische Straßen- und Tiefbau GmbH in Dorsten vergeben“, so AVU-Sprecher Jörg Prostka gestern auf Nachfrage. Laut Ausschreibungsbedingungen des Energieversorgers musste der Generalunternehmer nicht nur melden, wenn er Subunternehmer einsetzt, sondern dies auch von seinem Auftraggeber genehmigen lassen. „Wir wissen im Augenblick nicht, ob das Siegener Unternehmen ein direktes Subunternehmen ist oder von einem anderen Subunternehmen beauftragt wurde“, so Prostka. Eine entsprechende Anfrage in Dorsten liefe.
Für den Abriss des Umspannwerkes habe die AVU Aufträge im Wert von 300 000 Euro erteilt. „Darin“, so Prostka, sind aber auch andere Kosten, wie etwa das Umsetzen der Mobilfunkantennen enthalten.“
08:27
Da sieht man wieder wenn der billigste genommen wird kommt nur Mist bei raus. Ehrliche Unternehmer müssen ihre Abgaben leisten und bekommen keine Aufträge mehr. Geiz ist geil und macht die Wirtschaft kaputt. Demnächst haben wir nur noch Hausmeisterservice Unternehmen mit ach so tollen Facharbeitern.