Pilgertour für Schwelmer ein "Bestseller"
08.10.2008 | 18:01 Uhr 2008-10-08T18:01:00+0200
Wie konnte es auch anders sein: Die Idee entstand vor etwa einem Jahr beim Bier. Christian M. Fasel, Michael E. Hiller, Meinolf Höschen und Horst Schöpe unterhielten sich bei einem gemütlichen Stammtisch über Hape Kerkelings Bestseller "Ich bin dann mal weg".
In dem Buch beschreibt Kerkeling die Erlebnisse seiner Pilgerreise nach Santiago de Compostela im Jahr 2001. Und es dauerte nicht lange, bis einer das schon längst Beschlossene aussprach: "Was haltet ihr davon. . . "
Alle waren gleich Feuer und Flamme - Bedenken gab es keine. Wusste man doch, dass aufeinander Verlass ist. Kein Wunder, denn seit 30 Jahren kennen sich die vier Mitglieder der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg, Stamm "Teutonen" St. Marien. "Und dabei sind wir nur vier von einer starken Kerntruppe", erzählt Michael E. Hiller.
Schon viele Kilometer hatte man gemeinsam zurückgelegt. "Ausschlaggebend war eine Wanderung im Jahr 1979 in Österreich, die uns alle besonders zusammengeschweisst hat", so Hiller.
Wer hätte gedacht, dass man noch einmal so eine bedeutende Zeit zusammen unternehmen würde... Nachdem der Probst der Großpfarrei St. Marien, Pfarrer Dietmar Janousek, den "Peregrinos" seinen Reisesegen erteilt hatte, führte diese zunächst mit dem Flieger vom Münster/Osnabrücker-Flughafen nach Palma de Mallorca und von dort aus bis nach Oviedo in Asturien.
Danach fuhr man mit dem Bus bis Cudillero einem kleinen nordspanischen Küstenort am Atlantik. Hier begann der "Camino del Norte" für die Schwelmer.
Wildnis und Dornenbüsche
Der Weg war wesentlich unwegsamer und anspruchsvoller, aber auch nicht so überlaufen wie der "Camino Frances", den der Komiker Hape Kerkeling in seinem Buch beschrieben hat.
"Teilweise mussten wir uns durch eine regelrechte Wildnis und durch Dornenbüsche schlagen", erinnert sich Hiller. Als im Mittelalter die Mauren fast zwei Drittel der Iberischen Halbinsel besetzt hielten, mussten sich die frommen Pilger einen neuen Weg zum Grab des heiligen Jakobus (einem der zwölf Jünger Jesus Christus) suchen. Der neuer Pilgerpfad führt streckenweise am Meer entlang auf eine Höhe bis 802 m bis zur Stadt Ribadeo.
Danach ging es landeinwärts bis nach Santiago de Compostela. Übernachtet wurde jeweils in einer der zahlreichen Pilgerherbergen entlang des Weges, die überwiegend einfach aber sauber und ordentlich waren und für eine Übernachtung 3 Euro verlangten.
Nachgewiesen wurde die zurückgelegte Strecke anhand des "Credencial", einem kleinem Büchlein, in dem die Pilger durch Stempel von Gemeinden, Pilgerherbergen und der "Policia Local" ihren Wegverlauf dokumentierten.
Nach zwei erlebnisreichen Wochen erreichten der Bilanzbuchhalter, der Energieanlageberater das Ziel Ihrer Reise, die wunderschöne Stadt Santiago de Compostela.
Da erwischte ihn die hohe Welle
Hier erhielten sie ihre "Compostela", eine lateinische Urkunde der katholischen Kirche über die erfolgreiche Pilgerfahrt. Natürlich nahm man auch an einer festlichen Pilgermesse in der Kathedrale der Stadt teil.
"Faszinierend, wie das berühmte fast 2 Meter hohe Weihrauchgefäß ca. 60 Meter durch das Kirchenschiff schwang.
Nicht eine Sekunde keimte der Gedanke ans Aufgeben auf. Auch nicht, als es in der ersten Woche zu einem unschönen Zwischenfall kam. "Ich wollte unbedingt ins Meer. Es erwischte mich eine hohe Welle und schlug mein rechtes Bein hart auf einen Felsen", erzählt Michael Hiller.
Er musste einige Tage aussetzen, damit die Schwellung zurückging. Unter starken Schmerzen bewältigte er die letzten 200 Kilometer.
"Doch die vielen Abenteuer und internationalen Begegnungen auf dem Camino ließen alle "Qualen" vergessen", schwärmt das Quartett. Schließlich haben die Schwelmer "Oldscouts" nun ihren eigenen Bestseller.
14:05
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
13:52
Wenn die Redaktion nur annähernd so schnell bei Korrekturlesen wäre wie beim Killen von für sie scheinbar peinlichen Leserkommentaren, dann wäre das gar nicht so unflott. Oder gilt es als besonderer Ausdruck von Stilsicherheit, zum Beispiel den Teaser mitten im Satz abzuwürgen? Das sieht nicht nur blöd aus ...