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Oberstädter Kastanie fiel in aller Frühe

12.11.2007 | 18:45 Uhr

Schwelm. (boe) Sie ist in aller Frühe gefallen - die Kastanie in der Oberstadt. Mit etwas Wehmut im Herzen kamen die Anwohner gestern noch einmal zum Ort des Geschehens.

Bereits am Vorabend hatten die Nachbarinnen und Nachbarn mit einem zünftigen Glühweinabend Abschied von ihrem Traditionsbaum genommen. Ein eigens herbei geschaffter mobiler Ausschank ließ die die Gäste noch für einen Augenblick verweilen - die WR berichtete darüber.

Gestern ging dann alles sehr schnell. Im Auftrag der Stadtverwaltung hatten die Technischen Betriebe (TBS) die Fällaktion eingeleitet. Programmgemäß senkte sich die Kastanie auf das Pflaster der Altstadt. Am Mittag war dann nur der Stuken übrig. Und der wird nun ausgefräst. Die Wurzeln sollen dann entfernt werden. Und die hatten letztlich die Fällung verursacht. In den Kellerraum des "Inselhauses" waren die Wurzeln eingedrungen und drohten das Mauerwerk anzuheben.

Zusätzlich war ein Brankrustenpilz in der Krone des Baumes festgestellt worden. Der ist zwar für den Baum eine tödliche Gefahr, die war aber im vorliegenden Fall noch nicht akut - wie das die Experten gegenüber der Stadtverwaltung auch erklärt hatten. Dies wurde dann offenbar als die Kastanie gestern sozusagen scheibchenweise einen Blick in ihr Inneres preisgab.

Fünf bis sechs Jahre hätte er noch überleben können. Das allerdings nur mit entsprechenden Sicherungsmaßnahmen. Und ob die sich letztlich gerechnet hätten, bleibt fraglich. Apropos rechnen. Die Nachbarschaft Gesellschaft Oberstadt hat am Sonntag nicht nur getrauert und getrunken - sondern auch spontan gesammelt. Eine Ersatzpflanzung solle vorgenommen werden, hatten die Nachbaran empfohlen.

"Das wäre eine sinnvolle Maßnahme", meint der Gärtnermeister bei den Technischen Betrieben, Achim Stockermann. Durch entsprechende Wurzelplatten könne man die Ausdehnung des Wurzelwerks in die Mauern benachbarter Häuser vermeiden. Bei der Auswahl solle man überdies auf eine nicht so weite Ausladung der Krone achten. Eine Säulen-Eiche, so könne er sich vorstellen, fände hier einen guten Platz.

Einige Oberstädter sicherten sich gestern ein kleines Erinnerungsstück von ihrer alten Kastanie...

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