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Nur noch ein Bad für Schwelm und Ennepetal?

23.02.2016 | 15:00 Uhr
Nur noch ein Bad für Schwelm und Ennepetal?
Das Frei- und Hallenbad „Platsch“ in Ennepetal (im Foto) und das Schwelmer Hallenbad könnten Geschichte sein, wenn sich die beiden Kommunen tatsächlich darauf einigen, eine gemeinsame Schwimmbadlösung auf der Stadtgrenze zu realisieren.Foto: Hartmut Breyer

Schwelm/Ennepetal. Das Schwelmer Hallenbad schließen, ebenso das „Platsch“ in Ennepetal, und dafür bauen beide Kommunen auf der Stadtgrenze ein gemeinsames Schwimmbad – das ist bei Weitem kein konkreter Plan, aber zumindest beantragen CDU, Grüne, FDP und die jeweiligen Freien Wähler in beiden Städten, eine solche interkommunale Bäderlösung zu prüfen. Als möglichen Standort bringen sie das Grundstück neben der neuen Schwelmer Dreifeldsporthalle in Richtung Ennepetal ins Spiel.

Akzeptanz muss vorhanden sein

Die Fraktionen, die in Ennepetal Bürgermeisterin Imke Heymann und in Schwelm Bürgermeisterin Gabriele Grollmann unterstützen, sehen in beiden Städten kurz- bis mittelfristig die Notwendigkeit, sich mit den städtischen Bädern auseinandersetzen. Es sei deutliches Bestreben aller acht Fraktionen, „den bestehenden Zuschussbedarf deutlich zu senken und zu stabilisieren, um nachhaltig positive Auswirkungen für die jeweiligen städtischen Finanzen zu erzielen.“ Gleichwohl müsse ausreichend Kapazität angeboten werden, um Schulschwimmen, Vereinssport und privates Schwimmen zu gewährleisten.

„Eine mögliche Lösung könnte ein gemeinsam betriebenes Bad sein“, schreiben die Politiker, die dieses auf der Stadtgrenze verorten wollen, um möglichst große Akzeptanz in der Bevölkerung zu erzielen. Denn, das weiß die Politik genau: Gegen den Willen der Bürger wird es ganz schwer sein, eine solche Vision zu realisieren. Sie wollen die Verwaltungen nun damit beauftragen, die Chancen für ein solches Projekt auszuloten und in die notwendigen gemeinsamen Gespräche einzusteigen. Dazu soll eine interkommunale Projektgruppe eingerichtet werden, in der Vertreter aller Ratsfraktionen, der Verwaltungen sowie der Schwimmvereine an dem gemeinsamen Bad arbeiten. Außerdem sollen die Stadtverwaltungen gemeinsam potenzielle Flächen unter besonderer Berücksichtigung des ÖPNV prüfen.

Die Schwelmer Fraktionen, die diesen interkommunalen Antrag unterstützen, wollen parallel innerstädtische Alternativen ausloten und beantragen, dass die Verwaltung den Erhalt und die Sanierung des Hallenbads sowie einen Neubau als alleinige Schwelmer Lösung gegenüberstellt.

Fördermittel beantragt

Einige Unwägbarkeiten gibt es auch noch in der Klutertstadt. Denn hier herrscht weiterhin Ungewissheit über einen Förderantrag, der der Stadt Ennepetal etwa 1,5 Millionen Euro für den lange diskutierten Generalumbau des Platsch einbringen könnte. Sollten die Ennepetaler vom Land NRW die Mittel für ihr Ende 2015 eingereichtes Konzept bewilligt bekommen, stellt sich die Frage, ob das Fördergeld auf ein anderes Projekt übertragbar ist, ob die Ennepetaler zu Gunsten einer interkommunalen Lösung auf die Finanzspritze verzichten, oder ob sie die ursprüngliche Neustrukturierung des „Platsch“ bei einem positiven Bescheid doch einer gemeinsamen Lösung mit Schwelm vorziehen. Zudem ist Förderbedingung, dass die Baumaßnahme im Jahr 2018 abgeschlossen sein muss. das könnte bei einer interkommunalen Lösung zeitlich sehr eng werden.

In jedem Fall dürfte der Vorschlag für ein gemeinsames Bad für Diskussionen bei den Schwelmern und Ennepetalern sorgen.

Stefan Scherer

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2016-02-23 15:00
Schwelm