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Neuer Vorstand will neue Strukturen schaffen

21.01.2015 | 00:10 Uhr

Ennepetal. Als Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen Mitte Dezember einen um acht Monate vorgezogenen Wechsel an der Spitze der Stadtbetriebe Ennepetal (SBE) verkündete, da begründete er das damit, dass sich zum einen die Lösung mit drei gleichberechtigten Vorständen nicht bewährt habe. Zum anderen würden zwei der drei Führungskräfte in Altersteilzeit gehen, der Verwaltungsrat wünsche aber eine längerfristige Perspektive. Außerdem verschlanke man so die Strukturen, was finanziell von Bedeutung sei (wir berichteten). Doch das alles war nur die halbe Wahrheit.

Auch 2014 keine Verbesserungen

Letztlich zog die Politik die Konsequenzen aus den mangelhaften Betriebsabläufen. Schon 2011 habe es Mängel gegeben, erklärt der Erste Beigeordnete Dieter Kaltenbach. Die seien aber darauf zurückgeführt worden, dass laufende Vorgänge beim Übergang in die neu gegründete Anstalt öffentlichen Rechts fortgeführt werden mussten. Im Jahr 2014, für das ein Bericht des Rechnungsprüfungsamtes erst Mitte des Jahres vorliegen wird, seien weitere Mängel festgestellt worden. Der Verwaltungsrat hatte nicht zuletzt zu einzelnen Sitzungen Vertreter des Rechnungsprüfungsamts hinzugezogen, um sich über die großen Bauvorhaben wie das Parkhaus an der Südstraße und das Sportlerheim am Dorma-Sportpark Bericht erstatten zu lassen.

Nun wird Wolfgang Schrey, unter anderem Leiter der IT-Abteilung im Rathaus, die Führung der Stadtbetriebe übernehmen. Ihm wurde aufgetragen, bis zu seinem Dienstantritt eine so genannte „Compliance-Vereinbarung“ zu entwerfen. Darin sollen klare Regeln bezüglich der Verhaltensweisen der Mitarbeiter, zu Berichterstattung an die jeweils Vorgesetzten und Ähnliches aufgestellt werden.

„Es sind Fehler passiert, die zu dem Ergebnis des Rechnungsprüfungsamts geführt haben“, erklärt Kaltenbach. Hätte das Rechnungsprüfungsamt nicht hingeschaut, wäre der Stadt womöglich ein Schaden entstanden. Zu den Ursachen für die zahlreichen Mängel meint er, dass der Vorstand vielleicht das Personal falsch bemessen habe. Den Kostendruck, der im Rathaus herrscht, gebe es auch bei den SBE. Nicht zuletzt seien zwei Stellen nach Ausscheiden der betreffenden Mitarbeiter nicht gleichwertig wiederbesetzt worden, so Kaltenbach. Auf der anderen Seite nähmen die Formalien ständig zu.

Um Wolfgang Schrey personell zu unterstützen, wird zum einen der bisherige Vorstand Thomas Pflug als Abteilungsleiter weiterhin für den Tiefbau zuständig sein. Während Heinz Bracht künftig Aufgaben in der Stadtverwaltung übernehmen soll, steht mit Horst Schnieder ein weiterer bisheriger Vorstand zur Verfügung. Für den Bereich des Hochbaus, in dem die größten Probleme bestünden, werde eine Leitungsstelle ausgeschrieben, erklärt Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen. Zudem erklärt Wolfgang Schrey, dass er die Aufgaben so strukturieren wolle, dass sie einfacher zu handhaben sind. Damit könnten Zeit und Kosten gespart werden.

Vorgesehen ist darüber hinaus, dass eine Stelle im Rechnungsprüfungsamt künftig mit einem bestimmten Stundenanteil speziell für die Stadtbetriebe zuständig ist, um bei Ausschreibungen und Abrechnungen beratend zur Seite zu stehen.

Hartmut Breyer

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2015-01-21 00:10
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