Mit Neubau spart die Kirche Geld
08.02.2012 | 19:43 Uhr 2012-02-08T19:43:00+0100
Schwelm.Präses Hans Schmitt, Pfarrer Jürgen Schröder und Kirchmeister Hans-Joachim Fettke informierten am Mittwoch in einer Gemeindeversammlung gut 90 Anwesende über den geplanten Neubau eines Evangelischen Kindergartens am Brunnen in Schwelm.
Schmitt hatte im Rahmen des Neujahresempfangs der Kirchengemeinde Schwelm die Mitarbeiter der Gemeinde darüber informiert, dass die Evangelische Kirchengemeinde Schwelm die Trägerschaft über eine neue vierzügige Kindertagesstätte am Brunnen übernehmen wird. Diese Ankündigung hatte besonders bei den Eltern der Regenbogen- und Sternenzelt-Kindergartenkinder zu Irritationen und Sorge geführt, da diese beiden Einrichtungen im Gegenzug geschlossen werden sollen.
Schmitt, Schröder und Fettke gelang es im Laufe der Gemeindeversammlung, die vorgebrachten Sorgen und Befürchtungen auszuräumen und für den Beschluss des Schwelmer Presbyteriums zu werben.
Schmitt erinnerte an die Schließung des Martin-Luther-Hauses und des Johannesgemeindehauses sowie an die Aufgabe des Ökumenischen Zentrums Heilig Geist: „Wir mussten diese Häuser aus finanziellen Gründen schließen.“ Schmitt betonte, dass die zurückgehenden Finanzen auch Auswirkungen auf die Kindergartenarbeit der Gemeinde hätten: „Vor 10 Jahren hat das Presbyterium bereits beschlossen, den Kindergarten Sternenzelt aus finanziellen Gründen zu schließen. Dank verschiedener Initiativen wie z.B. dem Förderverein konnte aber bisher die Schließung abgewendet werden.“ Schmitt führte weiter aus, dass das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Schwelm sich im letzten Jahr aufgrund der angespannten Finanzlage genötigt sah, einen Deckelungsbeschluss zu fassen, der vorsieht, in Zukunft jährlich noch 50 000 Euro im Gemeindehaushalt für die Kindergartenarbeit bereit zu stellen.
Des weiteren betonte Schmitt, dass sowohl im Kindergarten Sternenzelt als auch im Kindergarten Regenbogen ein erheblicher Investitionsstau bestehe. Besonders die Bausubstanz des Kindergartens Regenbogen sei problematisch. Pfarrer Schröder ergänzte, dass in den letzten Jahren lediglich Verschönerungsarbeiten vorgenommen worden seien, und dass beide Kindergärten U-3-Betreuung ohne entsprechendes Raumangebot leisten würden: „Wenn wir das Raumangebot den Erfordernissen der U-3-Betreuung anpassen wollten, müssten wir bautechnische und energetische Auflagen erfüllen, die wir nicht finanzieren können.“
Aus diesen Gründen hätte sich das Presbyterium entschlossen, sich für die Trägerschaft einer der beiden von der Stadt neu geplanten vierzügigen Kindertagesstätten zu bewerben. Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Schwelm hatte daraufhin in seiner Sitzung am 12. Januar der Evangelischen Kirchengemeinde Schwelm den Zuschlag zum Betrieb einer neuen Kindertagesstätte am Brunnen gegeben.
„Jetzt fragen sie sich, wie die Kirche in ihrer Finanznot einen neuen Kindergarten betreiben will und kann“, nahm Präses Schmitt die Stimmung bei den Besucherinnen und Besuchern der Gemeindeversammlung auf. Möglich mache dies ein Investorenmodell, das zunehmend von Kindertagesstättenträgern angewandt werde. „Die Kindertagesstätte wird von einem Investor gebaut, der nicht namentlich genannt werden möchte. Die Kaltmiete, die wir an den Investor zahlen werden, wird als Betriebskostenzuschuss vom Land refinanziert. So sparen wir Unterhaltskosten, da wir in eigenen Räumlichkeiten einen geringeren Betriebsmittelzuschuss bekommen würden.“
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