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„Lieblicher als tausend Küsse”

24.09.2009 | 17:54 Uhr
„Lieblicher als tausend Küsse”

Manche trinken ihn, andere schmieren ihn sich aufs Brot, auf die Haut zum Peeling oder sie duschen damit als Creme. Einst löste er Konflikte zwischen verschiedenen Ländern aus und ist heute ein Genussmittel auf der ganzen Welt. Mal wird er kalt zubereitet, oftmals auch als Heißgetränk: Kaffee.

Des Deutschen Lieblingstrank, wird am heutigen „Tag des Kaffees” in ganz Deutschland gefeiert.

„Ei! Wie schmeckt der Coffee süße, lieblicher als tausend Küsse, milder als Muskatenwein.” Es war Johann Sebastian Bach, der die schwarze Brühe schon im Jahr 1734 in seiner „Kaffeekantate” in hohen Tönen lobte. Hauptfigur des Dramas, Kaffeeliebhaberin „Liesgen”, verleiht darin ihrer sündhaften Leidenschaft Ausdruck. Bei Weitem ist der über 1000 Jahre alte Kaffee heutzutage keine Sünde mehr, sondern ein immer beliebteres Getränk auf der ganzen Welt. „Und der Hype um Kaffee steigt stetig an”, ist sich Thomas Friedrichs, Inhaber der „Kaffeerösterei Rabenschwarz” sicher und sprach mit unserer Zeitung über die Besonderheiten des „schwarzen Goldes”.

»In kulinarischer Welt einen Schritt nach vorne machen«

Den Kaffeegenuss gibt es mittlerweile in vielen Varianten: Als Latte Macchiato, Cappucino, Espresso, mit Caramel und Vanille oder einfach nur schwarz. „Rabenschwarz”, wie Thomas Friedrichs seine Kaffeerösterei an der Kirchstraße nennt, in der er morgen sein erstes Geschäftsjubiläum feiert. „Auf dem Kaffeemarkt tut sich eine Menge, den Menschen wird nämlich mehr als nur der luftdicht verpackte Folienkaffee präsentiert”, meint der 42-Jährige.

Als gelernter Koch mit einer 20 Jahre langen Erfahrung im Gastronomiebereich wollte Thomas Friedrichs in der „kullinarischen Welt einen Schritt nach vorne machen” und seine Liebe zum Kaffee mit seinen Mitmenschen teilen. „95 Prozent der Deutschen trinken einfachen Filterkaffee, der in den Discount-Läden erhältlich ist”, meint Thomas Friedrichs. Und laut des Deutschen Kaffeeverbandes trinkt jeder Deutsche 148 Liter Kaffee pro Jahr. „Das ist sehr viel und die junge Generation der Röstergilde möchte den Kunden eine breitere Palette an gutem Kaffee bieten.” So auch die Kaffeerösterei Rabenschwarz, die Kaffeesorten aus Costa Rica, Brasilien, Ruanda, Indien, Guatemala, Äthiopien, Kolumbien und Nicaragua anbietet. „Jetzt möchte selbst China mit eigener Kaffeeproduktion auf den Weltmarkt”, meint Thomas Friedrichs.

Doch welcher Kaffee ist eigentlich das Lieblinggetränk der Schwelmer? „Zu Anfang habe ich noch Empfehlungen an meine Kunden ausgesprochen, aber im Prinzip versucht jeder, seine Lieblingsbohnen zu finden”, erzählt Thomas Friedrichs aus Erfahrung. Unter all den verschiedenen Geschmäckern habe sich dennoch der Espresso hervorgehoben. „Damit kann man nämlich so gut wie alles rösten”, so der gebürtige Wuppertaler, der seinen Kaffee in Bochum produziert. „Mit der Rösterei in Oelkinghausen hat es einfach nicht funktioniert, also röste ich den Kaffee in Bochum auf einem 50 Jahre alten Gas-Trommelröster in Handarbeit”, sagt Thomas Friedrichs und räumt noch das ein oder andere Gerücht um den Kaffee aus der Welt: „Filterkaffee ist sehr säurehaltig und greift den Magen schneller an als der Handgemachte.”

Das gelte erstaunlicherweise auch für den Espresso: „Obwohl Espresso stärker im Geschmack ist, beinhaltet er weniger Koffein und ist durch die Zubereitung schonender für den Magen.” Doch was ist mit dem Gerücht, schwarzer Kaffee würde schöner machen? „Wohl nicht, wenn man ihn trinkt, aber es gibt immer mehr Beautyprodukte, in denen Kaffeepulver enthalten ist.”

Auf welche Weise der Kaffee letztendlich verzehrt wird, das muss jeder Genießer für sich entscheiden. Da passt auch Liesgens Ausruf in Bachs Kaffeekantate: „Coffee, Coffee muß ich haben, und wenn jemand mich will laben, ach, so schenkt mir Coffee ein!”

Bernhard Richter

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Kommentare
25.09.2009
17:06
„Lieblicher als tausend Küsse”
von mayfair | #4

@kopfschüttel:
Ironie kommt wohl nicht überall an. Vielleicht hätte er deutlicher ausformulieren müssen, was er von den ständigen Schlampereien in den WAZ-Blättern hält? Ich mache es auch ab und zu, allerdings ohne erkennbare Reaktion (außer etlichen flink gelöschten Kommentaren).

25.09.2009
16:14
„Lieblicher als tausend Küsse”
von kopfschüttel | #3

@ Pfeifender Hase: Wer sich über Fehler aufregt und in seinem Beitrag Wörters schreibt, sollte sich lieber geschlossen halten!

24.09.2009
21:16
„Lieblicher als tausend Küsse”
von Thomas Auer | #2

Fair gehandelt?

24.09.2009
18:48
„Lieblicher als tausend Küsse”
von Pfeifender Hase | #1

Bitte an Herrn Friedrichs:
Kulinarisch (im 18. Jahrhundert aus dem gleichbedeutenden, lateinischen culinarius entlehnt, zu culina, „Küche“) bedeutet „auf die (feine) Küche, die Kochkunst bezogen“.
Sie wissen das. Aber beim Interview mit der WR besser nicht so schwierige Wörters verwenden. Geht garantiert daneben.

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