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Theodor Bernhardt feierte...

Liebe zur Natur bescherte hohes Alter

10.03.2009 | 17:21 Uhr
Liebe zur Natur bescherte hohes Alter

Der Händedruck ist sehr fest – und mit wachen, freundlichen Augen mustert Theodor Bernhardt sein Gegenüber. Wer es nicht besser weiß, würde sicher nicht vermuten, dass der Schwelmer gestern seinen 100. Geburtstag vollendete.

Obwohl Hauptperson des Tages, war der kleingewachsene schlanke Mann gestern zunächst leicht zu übersehen. Hatten sich doch über 50 Gratulanten am Vormittag in der Gaststätte Bergeshöh eingefunden, die sich im Eingangsbereich drängten, so dass der Jubilar am Geburtstagstisch nur schwer auszumachen war.

Theodor Bernhardt freute sich sichtlich über den Andrang. War er doch zunächst ziemlich enttäuscht gewesen, dass ihm „nur” der Bundesrpäsident und kein offizieller Vertreter aus seiner Heimatstadt gratuliert hatte. Denn seine Nichten hatten dicht gehalten und ihrem Onkel erst am Morgen eröffnet, dass sie eine große Feier organisiert hatten.

Familienangehörige, Freunde und Nachbarn waren der Einladung gerne gefolgt. Im Namen der Stadt gratulierte Bürgermeister Dr. Jürgen Steinrücke. Mit einem großen Blumenstrauß wie zuvor Landrat Dr. Arnim Brux, der dem ehemaligen Mitarbeiter des Kreises noch einen guten Tropfen überreichte. Wonach er augenzwinkernd der WR verriet, dass ihm das Geburtstagskind gut bekannt sei, da es in den vergangenen Jahren nicht versäumt habe, „pünktlich zum Mitarbeiter-Empfang des Kreises zu erscheinen, um als Alters-Jubilar das ihm zustehende Präsent, eine Flasche Schnaps, abzuholen”.

Bis zur Pensionierung war Theodor Bernhardt als Ingenieur für das Bauamt des Ennepe-Ruhr-Kreises tätig.

Nach dem Volksschulbesuch hatte der gebürtige Schwelmer zunächst eine Maurerlehre bei der Firma Werth begonnen, dort seinen Meister gemacht und später parallel zum Job (15 Jahre tätig) die Bauschule in Wuppertal besucht, die er erfolgreich als Ingenieur abschloss.

Privat lebte der zudem überzeugte aktive Gewerkschafter über 50 Jahre mit Elisabeth Rebentisch zusammen. Sie durfte die Früchte seines Hobbys weiter verarbeiten, verbrachte Theo Behrendt doch jede freie Minute (bis zum 98. Lebensjahr) in seinem Garten am Neuloh – wo emsig gesät, gezüchtet und geerntet wurde. Bei den Kleingärtnern war der Jubilar stets gut gelitten, kümmerte er sich doch auch gerne um die Tauben und Ziegen seiner Garten-Nachbarn.

Apropos Nohbern: In der Nachbarschaft Loh ist Theo Behrendt seit Mai 1971 Mitglied, wo er sich – solange er konnte – gerne am Vereinsleben beteiligte.

Wohnhaft zunächst an der Hattinger, dann an der Loher Straße 32, wo der Naturfreund stets mit Holzofen heizte. Das wurde selbstverständlich zuvor im großen Garten selbst gehackt und dann per Pedes und Karre heim transportiert, denn einen Führerschein oder Auto hat der Sohn (drei Schwestern) von Maurizius und Hedwig Bernhardt nie besessen.

Den Luxus einer Zentralheizung und fließend warmes Wasser genießt Theo Bernhardt erst seit Dezember 2008, da er altersbedingt zu seiner jüngeren Schwester (90 Jahre) nach Münster zog, wo ihn deren Töchter liebevoll umsorgen. Wichtiger als temperiertes Wasser ist für den nun Hundertjährigen aber sicher, dass zum neuen Domizil auch ein schöner und ruhiger Garten gehört.

Sein Geheimnis, bis ins hohe Alter so topfit zu bleiben und etwa die Verwandten mit Briefen in wunderbarem Sprachstil und kunstvoller Handschrift zu beeindrucken? „Eigentlich nichts Besonderes”, so die Antwort, „bis auf einen geregelten und naturverbundenen Tagesablauf.”

Marcus ESSER

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