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Martin-Felsenburg-Preis

Landwein für aufrechte Literaten

10.11.2011 | 18:44 Uhr
Landwein für aufrechte Literaten
Verleihung des Alfred-Müller-Felsenburg-Preises: (v.l.) Hans-Werner Gey, Kirsten Niesler, Michael Fallenstein (hinten), Gerd H. Dörken (alias Martin Cern) und Bürgermeister Claus Jacobi. Foto: Volker Speckenwirth

Gevelsberg. Kunst kennt keine Grenzen, keine Schranken in Gestaltung und Form. Dies zumindest fiel dem Betrachter bei der diesjährigen Verleihung des „Alfred-Müller-Felsenburg-Preises für aufrechte Literatur“ am Mittwochabend im Ratssaal der Stadt Gevelsberg sofort auf. Denn es wurde mit Kirsten Niesler eine Journalistin für einen literaturwissenschaftlichen Aufsatz ausgezeichnet. Und die Lyrik des Gerd Helmut Dörken gewürdigt, der Jahrzehntelang seine Alltagserlebnisse auf humorige Weise zu Papier brachte.

Es war ein rundum gelungener und emotionaler Abend, bei dem gerade die Journalistin Kirsten Niesler im Blickpunkt der Aufmerksamkeit stand. „Die lyrische Ader der Westfälin. Eine kleine Galerie heimischer Dichterinnen-Porträts“ nennt sich das Werk der Wahl-Gevelsbergerin, das ihr diesen undotierten Preis bescherte, der stets mit einer Urkunde und einer Flasche „ehrlichen Landweins“ belohnt wird.

Der Aufsatz, der sich dem Werdegang von sechs heimischen Dichterinnen annimmt, wurde bereits 1989 im „Heimatbuch Hagen und Mark“ veröffentlicht – und nun mit einem literarischen Preis ausgezeichnet. Ein Widerspruch in sich? Keineswegs, wie Michael Fallenstein, der Sohn des verstorbenen Namensgebers Alfred Müller-Felsenburg anmerkte. „Mein Vater war nicht nur ein Schriftsteller, sondern auch ein Journalist mit spitzer Zunge und großer Leidenschaft.“ Und noch ein anderer Grund ließ die Wahl des Kuratoriums rund um Hans-Werner Gey als eine absolut angemessene erscheinen. Denn Niesler stand dem 2007 verstorbenen Schriftsteller Müller-Felsenburg und seiner Familie sehr nah.

„Ich bin überzeugt zu sagen: Sie hat diese Auszeichnung verdient“, betonte Rudolf Damm in seiner Laudatio. Mit der Aufarbeitung des Kapitels der Frauenliteratur erweise sie Weitsicht und Aufrichtigkeit. „Du hast das Medium Zeitung hier unglaublich etabliert“, schloss sich auch Gevelsbergs Bürgermeister Claus Jacobi den lobenden Worten an. „Es ist besonders schön, dass dein Lebenswerk mit dieser Auszeichnung so eine Bestätigung erfährt.“

Doch es war nicht nur Kirsten Nieslers Lebenswerk, das an diesem Abend Beachtung fand. Auch das Gevelsberger Urgestein Gerd Helmut Dörken, Wegbegleiter Alfred Müller-Felsenburgs im Autorenkreis Ruhr-Mark, erhielt Vden Preis. Das Kuratorium würdigt hiermit seine Arbeit als Lyriker, die der Unternehmer Zeit seines Lebens unter dem Pseudonym Martin Cern ausübt. „Sein dichterischer Fluss versiegte nie“, betonte Damm und hob Dörkens Gedichte über Eilzüge, D- und Inter-City-Züge hervor.

Ein Literaturpreis für eine Journalistin; einer für einen Lyriker, der den gewöhnlichen Alltag mit der deutschen Bahn in kunstvolle Zeilen fasst. „Das Kuratorium hat uns mehr als überrascht, so ein Preisträgerduo – und dann auch noch aus Gevelsberg“, sprach Michael Fallenstein hocherfreut. Kunst kennt eben keine Grenzen – und sorgt immer wieder aufs Neue für schöne Überraschungen.

Kerstin Wördehoff

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Landwein für aufrechte Literaten
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2011-11-10 18:44
Schwelm