Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Ausschuss lehnt Vorlage...

Kürzung bei den Wohlfahrtsverbänden vom Tisch

16.02.2010 | 20:04 Uhr

Ennepe-Ruhr. Die Streichung der Zuschüsse des Ennepe-Ruhr-Kreises an die Verbände der freien Wohlfahrtsverbände um die Hälfte ist seit gestern Abend vom Tisch.

Eigentlich sollten die pauschalen Überweisungen der Kreiskasse an die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, den paritätischen Wohlfahrtsverband und das Deutsche Rote Kreuz von 130 000 Euro im Jahr 2009 auf 65 000 Euro gekürzt werden. So sah es eine Vorlage der Kreisverwaltung in Schwelm vor. Aber bereits im Ausschuss für Soziales und Gesundheit gab es gestern heftigen Gegenwind für den Sparkurs. „Die SPD kann der Vorlage nicht folgen. Wir fordern die Verwaltung auf, die Kürzung zurückzunehmen”, erklärte Barbara Lützenbürger für ihre Fraktion. Die Wohlfahrtsverbände hätten bereits mit dem Geld für das laufende Jahr geplant. Die Verwaltung müsse an anderer Stelle Einsparmöglichkeiten finden. Lützenbürger: „Notfalls muss das Geld aus der Rücklage des Kreises genommen werden.”

Der Ansicht der Sozialdemokraten schloss sich uneingeschränkt die CDU-Fraktion an, die allerdings wissen möchte, was die Verbände genau mit der pauschalen Zuweisung finanzieren wollen. Bei den Mitteln geht es um unvermeidbare Verwaltungskosten und um sonstige soziale Aufgaben, die nicht durch zweckbestimmte Zuschüsse des Kreises gefördert werden. Auf Antrag von SPD und CDU wurde schließlich mit breiter Mehrheit im Ausschuss die Kürzung abgelehnt.

Auf Dauer können sich die Verbände einer solch machtvollen Unterstützung der Politik nicht sicher sein. Lützenbürger sieht sie in der Pflicht, auch selbst einmal die eigenen Reihen zu durchforsten, wo etwa durch eine engere Zusammenarbeit der Träger gespart werden könne. Dies könne allerdings erst im nächsten Haushalt für das Jahr 2011 berücksichtigt werden.

Zündstoff bot auch der Antrag der Frauenberatung-EN, den bisherigen Zuschuss von 24 000 Euro im vergangenen Jahr auf 82 952 Euro zu erhöhen. Begründet wird dies durch den Erfolg des Netzwerks Gesine, dass den Beratungsbedarf erheblich erhöht habe. Für Hans-Joachim Boschek, Leiter des Fachbereichs Soziales und Gesundheit, „nicht ganz nachvollziehbar”. Deshalb will er es bei 24 000 Euro belassen. Die Parteien möchten die Argumente trotzdem erst einmal prüfen.

Klaus Bröking

Facebook
 
Kommentare
18.02.2010
12:22
Kürzung bei den Wohlfahrtsverbänden vom Tisch
von Lebansch | #7

#5
Wohlstand für alle proklamierte mal ein Wirtschaftsminister vor einigen Jahren. Heute wollen arbeitsferne Manager und karrieregeile Ausbeuter Luxus für Wenige und ihre abhängigen, schuftenden Arbeitnehmer in einer möglichst mit Ängsten belasteten Gesellschaft vegetieren lassen. Ich wünsche allen Wohlfahrtsverbänden, dass sie gemeinsam mit Gewerkschaften, Kirchen und dem Volk gegen Sozialabbau kämpfen und Erfolg haben. Die Westerwelles und Anhang wissen genau, wenn die Wohlfahtsverbände kapitulieren, muss der Staat eingreifen und hierzu ist er nicht in der Lage. Dann haben sie den kleinen Mann und die kleine Frau da, wohin sie sie führen wollen - in eine Herrschaft der Wenigen.

18.02.2010
08:26
Kürzung bei den Wohlfahrtsverbänden vom Tisch
von UlRo | #6

#5
Das ist der Tenor des Herrn Westerwelle von der ********* Partei, wie ich schon vermutet habe.
Die arbeitende Gesellschaft, das ist für mich die Verkäuferin und der Busfahrer und das sind nicht die Vermögenden dieser Gesellschaft die ihr Geld durch Spekulation, Zinsgewinne und Immobilienbesitz verdienen und an der Staatskasse vorbeimanövrieren.
Der Versuch, die Armen (eben die Verkäuferin, den Busfahrer etc.) gegen die Ärmsten (die Arbeitslosen, viele RenterInnen etc.) auszuspielen, ja gegeneinander aufzuhetzen ist schäbig !
Eine Diskussion über Sozialstandards ist wirklich überfällig, allerdings muss es in einem der reichsten Länder der Welt möglich sein, diese Standards nicht weiter zu schleifen sondern auszubauen um jedem Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen !

18.02.2010
07:23
Kürzung bei den Wohlfahrtsverbänden vom Tisch
von Hans Wagner | #5

Hallo UlRo, genau dieses Ellenbogendenken hat bei den Sozialverbänden schon lange Einzug gehalten, gerade hier geht es um reinen Überlebens-/Machtkampf. Im übrigen wäre es an der Zeit generell über unsere Sozialstandards zu diskutieren, denn bezahlen muß heute im wesentlichen nur die arbeitende Gesellschaft.

17.02.2010
18:01
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

17.02.2010
13:08
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

17.02.2010
09:32
Kürzung bei den Wohlfahrtsverbänden vom Tisch
von UlRo | #2

#1
Sozialverbände sind auch nur wirtschaftsorientierte Unternehmen....... aber in einer Zeit immer weiter zunehmender sozialer Kälte und Ellenbogendenken notwendiger denn je (vor allem seit der Regierungsbeteiligung des Klientel Clubs von Westerwelle) !

17.02.2010
07:30
Kürzung bei den Wohlfahrtsverbänden vom Tisch
von Hans Wagner | #1

Der Druck der Verbände scheint wohl stärker zu sein als der Einsparungswille der Verwaltung. Liebe Politiker, auch freiwillige Leistungen müssen eine Kürzung erfahren. Sozialverbände sind auch nur wirtschaftsorientierte Unternehmen.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2597013/create

Aktuelle Fotos und Videos
Freibadsaison in Schwelm eröffnet
Bildgalerie
Schwelmebad
Sommerliche Athmosphäre beim Straßenfest in der Schwelmer Kirchstraße
Bildgalerie
Straßenfest Kirchstraße
Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt im Hülsenbecker Tal
Bildgalerie
Christi Himmelfahrt
Viele nutzten die Sonne für Treffen am Vatertag
Bildgalerie
Vatertag im Südkreis
Aus dem Ressort
Klassen-Engel sollen ein Vorbild sein
Schwelm
Melina und Maximilian strahlen. Beide sind in blaue T-Shirts gekleidet, die sie einerseits stolz tragen, andererseits auch für alle Schüler und Lehrer der Katholischen Grundschule Südstraße als Klassenengel erkennbar machen.
Polizeilicher Mähauftrag für Behörde
Schwelm
Der Landesbetrieb Straßen.nrw kommt seiner Aufgabe, der Pflege des Straßenbegleitgrüns längs der auf Schwelmer Stadtgebiet verlaufenden Bundes- und Landesstraßen, nur unzureichend nach. Jetzt hat es die Landesbehörde deshalb sogar mit der Kreispolizeibehörde zu tun bekommen. Auf Anordnung der