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Kümmerer begleiten nun die Jakobspilger

05.11.2008 | 23:05 Uhr

Südkreis. Für die Pilger, die auf dem neu ausgewiesenen Jakobsweg durch den Ennepe-Ruhr-Kreis unterwegs sind, soll es künftig feste Anlaufstellen geben, an denen sie Informationen über die nächstgelegenen günstigen Unterkünfte erhalten ...

... können. Darauf verständigten sich die Teilnehmer einer Informationsveranstaltung, zu der die EN-Agentur am Dienstagabend ins Gevelsberger Rathaus eingeladen hatte. Seit dem Frühjahr ist ein Jakobsweg von Osnabrück bis nach Wuppertal-Beyenburg ausgewiesen worden, der durch Herdecke, Gevelsberg, Ennepetal und Schwelm führt, zudem durch einen Abstecher in die "Jakobusstadt" Breckerfeld ergänzt worden ist. Moderiert von EN-Agentur-Mitarbeiter Dieter Wagner suchten die rund 40 Gäste, überwiegend Vertreter aus den Kirchengemeinden entlang des Weges sowie einige Privatzimmer-Anbieter nach Möglichkeiten, den Bedürfnissen der Jakobspilger entsprechende Angebote zu machen.

Zuvor berichtete die "Wegebahnerin" Ulrike Spichal von der Altertumskommission des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) von ihrer Arbeit. Sie hatte die "Wege der Jakobspilger in Westfalen" ausgearbeitet. Sie gab einen kurzen Abriss der Pilgertradition und stellte den Weg in seinen Grundzügen vor.

"Was können wir tun, damit die Pilger in unserer Landschaft übernachten?", stellte Dieter Wagner anschließend die zentrale Frage in den Raum und betonte zugleich, dass die Pilger vom "Normaltouristen" abwichen. In der Regel seien einfache und sehr preisgünstige Unterkünfte gefragt.

Einige der Diskussionsteilnehmer konnten bereits erste Erfahrungen mit Jakobspilgern vortragen. Christian Becker, Pfarrer der Kath. Gemeinde St. Engelbert in Gevelsberg, berichtete von rund 20 Pilgern, die in seiner Gemeinde bereits am Pfarrhaus geklingelt hätten. Da er allerdings nicht immer zu Hause sei und das Pfarrbüro auch nur begrenzte Öffnungszeiten biete, habe es wohl auch Pilger gegeben, die erfolglos weiterziehen mussten.

Wenn abends die Kirchentür verschlossen ist

Auch Pfarrer Manfred Pütz von der Kath. Gemeinde Haspe benannte dieses Problem. Pilger kämen oft abends und träfen dann im Pfarrbüro oder in der Kirche niemanden an. Möglich sei es aber, in den an den Kirchen zumeist vorhandenen Schaukästen Informationen für Pilger auszustellen.

Die Runde verständigte sich schließlich darauf, es in jedem Abschnitt des Weges "Kümmerer" geben sollte, die als Anlaufstelle dienten und den Pilgern einen Überblick über die Übernachtungsmöglichkeiten geben könnten. Dies könnten Hotels oder auch Polizeistationen sein, die rund um die Uhr besetzt seien. Einige "Kümmerer" fanden sich bereits in der Veranstaltung. Außerdem sollen die Anlaufstellen schon an den vorherigen Stationen vermittelt werden, so dass die Pilger ihre nächste Etappe konkret planen können.

Ulrike Spichal betonte, dass man unbedingt mit den Pilgerausweisen arbeiten sollte. Diese würden unter anderem von der Deutschen Jakobusgesellschaft herausgegeben, und zwar nur gegen Nachweis des Pilgervorhabens, zum Beispiel durch ein Empfehlungsschreiben der Heimatgemeinde. Dadurch könne "Schindluder", also das Ausnutzen billiger Übernachtungsmöglichkeiten durch Nicht-Pilger, verhindert werden.

Besonders weit im Hinblick auf die Pilgerversorgung ist man in Herdecke. Dort gibt es mit der Stiftskirche eine zentrale Anlaufstelle und bereits mehrere Anbieter günstiger Übernachtungen. Auch ein eigener Stempel mit einem historischen Stiftssiegel wurde bereits herausgegeben. Einen Stempel entwickle man derzeit auch für den Südkreis, berichtete Dietmar Grimm, bei der Stadt Gevelsberg zuständig für den Bereich Tourismus.

Die Verantwortliche für die Ausarbeitung des Pilgerweges zwischen Osnabrück und Beyenburg, Ulrike Spichal vom LWL, wird heute zum Thema einen Vortrag halten. Er findet im Haus Martfeld in Schwelm statt und beginnt um 19.30 Uhr. Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

Von Hartmut Breyer

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