Kölsche Töne in Voerde
14.11.2010 | 18:56 Uhr 2010-11-14T18:56:00+0100
Ennepetal. Das hat es in der Geschichte des Voerder Heimatabends noch nie gegeben: Kölsche Töne. Es geschah in der bis auf den letzten Platz ausverkauften Aula der Ev. Stiftung Loher Nocken: Das karnevalserprobte Duo „Die Krähenfelder“ verlegte das westfälische Voerde fröhlich an den Rhein und machte den Heimat- zum Schunkelabend. Nach dem Auftritt sangen alle Besucher kurz vor Mitternacht aus ehrlicher Brust „Een schöner Dag wuor us gegafft“ – und Leuchtstäbchen untermalten die Klänge von Jürgen Schöneberg und Anke Gockel-Himmen beim Finale.
Der Abend war natürlich mit einem Bekenntnis zur Heimat eröffnet worden. Helmut Schulte, Manfred Trimborn (der Fredy des Shanty-Chores Voerde) sangen bei Begleitung durch Jürgen Schöneberg und Anke Gockel-Himmen das von Schulte stammende Ennepetal-Lied. Dann war Trimborn als Solist zu hören mit „Ich bin ein Voerder und darauf bin ich stolz“. So begann der lange Abend mit viel Unterhaltung und deftigem Grünkohl. In einem kurzen Grußwort sagte Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen zu den Vorsitzenden und Moderatoren des Heimatvereins, Manfred Michalko und Robert Dörnen: „Ihr macht einen tollen Job. Ihr könnt immer auf mich zählen!“
Etwas ganz Neues gab es zu hören und zu sehen: Kinder der Grundschule Altenvoerde standen auf der Bühne und sprachen herrlich Platt. Man lauschte den alten Geschichten aus Altenvoerde, die Friedel Hillner den Kindern kundgetan hatte. Auch das Plattdeutsche hatte er den Jungen und Mädchen beigebracht; unterstützt von Inge Röße, Gerd Fischer und Ernst-August Hübner. Und zur Begrüßung entlockte der 8-jährige Niko Oschem seiner Trompete klassische Klänge. Dann brillierten Hillner selbst und Inge Schmidinger mit plattdeutschen Geschichten. Verzichten mussten die Gäste diesmal auf einen Auftritt von Helga Busse. Sie ist erkrankt.
Beifall für Otto Griese
Rund zehn Minuten beherrschte der Mitbegründer der Stadt Ennepetal und fast 100-jährige Otto Griese die Bühne. In Versform griff er das kommunalpolitische Geschehen auf – kritisch und elegant formuliert. Natürlich betonte er, dass bei der Stadtgründung Voerde mehr eingebracht habe als Milspe und mahnte die Politik, Voerde heute nicht hinten anstehen zu lassen. Otto Griese traf den Nerv der Voerder. Als er seinen Vortrag beendete, erhoben sich alle von ihren Plätzen und klatschten lange Beifall.
Der Heimatabend war ein Abend der Neuigkeiten. Die Jongleurgruppe der Ev. Stiftung Loher Nocken bot ein völlig neues Programm mit klassischer Musikuntermalung. Den Feuerzauber auf der Bühne hat wie immer Carsten Weigel einstudiert. Wer sie kennt, schätzt ihren Humor. Ernst-August Hübner und Hans-Martin Heimhardt traten erstmals auf. Der Loriot-Sketch „Auf der Rennbahn“ wurde von ihnen in plattdeutsch serviert – köstlich.
Der Artist Joy Burger zog gespannte Blicke auf sich, als er mit Koffer und Leiter die Bühne betrat. Da waren noch die von Volker Kupsch geleiteten „Drei Tenöre“. Sie boten eine Musikshow mit Lichteffekten. Es war ein Fest, auf das sich Voerde schon seit Monaten gefreut hat. Die Menschen kamen in Scharen, auch Schwelmer Heimatfest- und Gevelsberger Kirmesfreunde.
Zusammenhalt im Dorf
Sie waren alle da: der stellvertretende Landrat Willibald Limberg, der Landtagsabgeordnete Hubertus Kramer (SPD), der CDU-Fraktionschef Walter Faupel, SPD-Vize Jörgen Steinbrink, Kreisheimatpfleger Dr. Hans Höfinghoff, die Ehrenbürgermeister Friedrich Döpp, Gerd Dessel und Michael Eckhardt, Pfarrer Armin Kunze (Ev. Kirchengemeinde Voerde), die Sparkassenchefs Oliver Teske und Bodo Bongen, VER-Chef Thomas Schulte, Vertreter von Vereinen und Verbänden. Warum kommen sie zum Heimatabend nach Voerde? Beste Unterhaltung – na klar.
Michalko scheint das Geheimnis zu kennen und verriet es gleich mehrmals: „Wir hier im Dorf halten alle zusammen.“ Und da möchte auch keiner abseits stehen, der im EN-Kreis oder in der Stadt Ennepetal etwas zu sagen hat.
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