In Würde Abschied nehmen
16.02.2010 | 18:00 Uhr 2010-02-16T18:00:00+0100
Schwelm. Der Tod gehört zum Leben. Trotzdem ist das Abschied nehmen von einem geliebten Menschen nicht leicht. Damit das Loslassen in würdevoller Umgebung stattfinden kann, hat das Helios-Klinikum am Martfeld nun einen Verabschiedungsraum eingerichtet.
Im Beisein von Mitgliedern des Fördervereins, der beiden Krankenhausseelsorger und Vertretern der Klinik-Leitung wurde der neue Raum vorgestellt.
Der Raum, einst ein Ärztezimmer, liegt zentral in der zweiten Etage, direkt neben dem Raum der Stille - der Krankenhauskapelle. Die Symbole einiger Weltreligionen an der einen Wand, ein Gemälde der Schwelmer Künstlerin Doris Hommes, das die Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer wiedergibt, an der anderen Wand. Dazu eine Vase, einige Stühle und vor allem Ruhe - so ist der raum ausgestattet, in dem Angehörige von verstorbenen Patienten Abschied nehmen können, ohne vom Klinikalltag gestört zu werden. Der Frieden, die Ruhe und zugleich Geborgenheit, die die hellen Wände und das gedämpfte licht ausstrahlen, tragen zu einer Atmosphäre bei, die es erleichtert, sehr Persönliches zuzulassen: sich zu erinnern, zu sprechen, zu beten, zu schweigen oder auch zu weinen - einfach den Gefühlen freien Lauf zu lassen.
Der Raum stand schon lange auf der Wunschliste etlicher Dienste im Helios-Klinikum: der Ärzteschaft, der Pflegekräfte, des Patientenfürsprechers und der Seelsorge. Ein Jahr von der Planung bis zur Umsetzung hat es schließlich gedauert, um den Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Der Verabschiedungsraum trägt dazu bei, auch das Ende des Lebens, das Sterben und den Tod mit Würde zu gestalten sowie Abschied und Übergang leichter begreifbar zu machen. Ermöglicht wurde die Ausstattung des Raumes auch durch Mittel des Vereins zur Gesundheitsförderung des Helios-Klinikums Schwelm.
Rund 350-mal im Jahr müssen Angehörige im Krankenhaus an der Dr.-Moeller-Straße den schweren Gang antreten und Lebewohl sagen. ber
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09:20
Mein Vater ist ebenfalls in Martfeld gestorben. Ich war auf dem Krankenzimmer bei seinem Tode dabei. Die Notwendigkeit die sterblichen Überreste nach dem Tode in einem Verabschiedungsraum aufzubahren um Abschied zu nehmen sehe ich für meine Person nicht. Doch dies ist eine Entscheidung die jeder Mensch für sich treffen muß, von daher ist die Errichtung eines solchen Raumes durchaus zu begrüßen.
Das Gemälde als Symbol für die vier Grundelemente ist m.E. durchaus sehr passen.
Doch das Symbole einiger Weltreligionen an einer Wand angebracht wurden empfinde ich als äußerst unpassend, denn schließlich gibt es auch eine hohe Anzahl von Menschen die nicht gläubig sind. Insofern bin ich hier eher für eine religions und weltanschaulich neutrale Gestaltung.
18:27
Na endlich! Von meinem Vater musste ich mich in einer Abstellkammer neben der Intensivstation des Klinikums verabschieden. Meiner Entrüstung darüber wurde mit der Begründung begegnet, dass es ja an einem Tag auch mehrere Tote im Krankenhaus geben und man dann nicht einen Verabschiedungsraum doppelt belegen könne. Sicherlich ein Argument, das nicht ganz von der Hand zu weisen war. Wie schön, dass man trotzdem jetzt so einen positiven Anfang gemacht hat!