Hier röstet der Inhaber noch selbst
29.08.2008 | 17:15 Uhr 2008-08-29T17:15:19+0200Schwelm. Mit der schwarzen Bohne kann man wieder Geschäfte machen. Deshalb schießen auch Starbucks-Filialen wie Pilze aus dem Boden, und eine große Fastfoodkette rüstet ihre Niederlassung mit McCafé auf. Tom Friedrichs hingegen geht einen anderen Weg. ...
... Der seit drei Jahren in Schwelm lebende 40-Jährige erfüllt sich seinen Traum von der Selbstständigkeit, indem er am 26. September in der Kirchstraße 10 seine Kaffeerösterei "Rabenschwarz" eröffnet.
Damit will der gebürtige Wuppertaler an die Tradition der kleinen Kaffeeröstereien anknüpfen, die es in den 50-er Jahren des letzten Jahrtausends auch in kleinen Städten noch gab. So konnten die Schwelmer ihren röstfrischen Kaffee noch bei dem Lebensmittelgroßhandel "Albrecht & Sohn" kaufen. Wer heute seinen Kaffee nicht aus einer Großrösterei beziehen will, musste bisher z.B. nach Bochum fahren. Und in Radevormwald gibt es die Industrierösterei Mocambo. Mit denen will Tom Friedrichs aber nicht in einen Topf geworfen werden. "Fabrikkaffee wird 2 Minuten bei 600 Grad Celsius geröstet, ich röste meinen Kaffee 13 bis 16 Minuten bei 200 Grad Celsius", weist der gelernte Koch auf einen der entscheidenden Unterschiede hin. Die schonende Röstung verleihe den Kaffee mehr Geschmack bei geringerem Anteil an Bitterstoffen und er sei bekömmlicher. Der Jungunternehmer kauft die ungerösteten Kaffeebohnen säckeweise bei Großhändlern in Hamburg oder Bremen. "Da kann ich nachvollziehen, wo und wie der Kaffee angebaut wurde." Die Kombination aus Bohne und Röstung ergebe den Geschmack.
Lust auf Kaffee will Tom Friedrichs schon vor der eigentlichen Eröffnung seines Geschäfts machen. Am Heimatfestsonntag darf jeder, der will, schon einmal durch die geöffnete Tür seines Ladenlokals "schnuppern". Der Verkauf des in den Betriebsräumen in Oelkinghausen gerösteten Kaffees startet allerdings erst am 26. September.
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