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Große Abrechnung zweier Damen

30.01.2012 | 18:29 Uhr
Große Abrechnung zweier Damen
Pils & Plausch: Thekentratsch.

Schwelm.Novum bei „Pils und Plausch“: Statt einen geladenen Gast für seine rote Talk-Couch zu präsentieren, suchte Moderator Jürgen H. Scheugenpflug am Sonntagabend erstmals unter den anwesenden Besuchern im Schwelmer Ibach-Haus nach einem geeigneten Gesprächspartner. Pech nur, dass der Publikumsliebling besondere Vorstellungen hatte: „Eine Fleischfachverkäuferin oder Gelegenheitsprostituierte“ sollte es sein.

Der Hintergrund: Erst am Sonntagnachmittag, genauer gesagt um 15.29 Uhr, hatte Scheugenpflugs Überraschungsgast seinen abendlichen Besuch abgesagt. Per SMS. Der „Pils und Plausch“-Auftakt 2012 also ohne Plausch auf dem extravaganten Sofa. Von Langeweile war bei den 60 Besuchern im Ibach-Haus dennoch keine Spur. Im Gegenteil.

Da waren zum einen Heike Becker und Kerstin Saddeler, zwei charmanten Damen vom Niederrhein, die kurz zuvor eine Sightseeing-Tour durch die Kreisstadt absolviert hatten: „Immerhin waren wir zehn Minuten unterwegs.“ Die Schwelmer nahmen ihnen das nicht übel. Schnell wurde allerdings klar, dass die Herren der Schöpfung bei diesem frechen „Thekentratsch“ nicht wirklich auf ihre Kosten kommen würden. „Man sagt uns nach, wir hätten ein Problem mit Männern“, gaben die beiden verheißungsvoll zu Protokoll. Und tatsächlich: Nicht nur, dass das Duo den männlichen Kollegen ihr liebstes Thema, Frauen und Einparken, nahm. Auch während ihrer musikalischen Einlagen bekamen die anwesenden Herren ihr Fett weg. Haarausfall, Schnarchen, Übergewicht – kein Makel wurde ausgelassen.

Da wirkte Stand-Up-Comedian Michael Eller wie ein einsamer männlicher Pionier auf der Bühne. Der 43-Jährige überzeugte mit seinem trockenen, aber keinesfalls drögen Alltagshumor und gab seinem Publikum spaßige Einblicke in das Leid und Leben eines alternden Mittvierzigers. „Ich kenne unglaublich viele Frauen, die schon seit Jahren 29 Jahre alt sind. Und wenn wir Männer dann auch noch ihr Alter schätzen sollen, können wir eigentlich nur verlieren“, erklärte der Mainzer und outete sich im weiteren Verlauf des Abends als großer Kritiker des deutschen Fernsehens: „Da wird nur noch gekocht, als gäbe es keinen Schnellimbiss mehr.“

Schwer zu sagen, welche(r) Künstler die Bühne an diesem Abend als Sieger im humoristischen Geschlechterkampf verließen.

Malte Schwietering

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