Gewerkschaft gegen Billigpolizei im Kreis
17.11.2009 | 18:53 Uhr 2009-11-17T18:53:00+0100
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Ennepe-Ruhr-Kreis verlangt Verstärkung – aber nicht durch preiswerte „Hilfssheriffs”, wie sie die NRW-CDU ins Gespräch gebracht hat.
„Da wo Polizei drauf steht, muss auch Polizei drin sein”, sagt Rainer Peltz, Vorsitzender GdP-Kreisgruppe Ennepe-Ruhr im Gespräch mit unserer Zeitung. Es könne doch nicht sein, dass ein „Billigpolizist” bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle zum Beispiel auf einen Schwerkriminellen treffe, der mit seinem Auto Drogen transportiere und bereit sei, von seiner Schusswaffe Gebrauch zu machen. Was solle eine Einsatzkraft mit der Erfahrung aus einem Kurzlehrgang dann machen? „Er könnte im Ernstfall nur die richtige Polizei zur Hilfe rufen”, so Peltz.
Die Zahl der Polizistinnen und Polizisten im Ennepe-Ruhr-Kreis – Witten ausgenommen – sei in den vergangenen Jahren ständig gesunken, so der Gewerkschaftler. Seien im Jahr 2001 noch 318 Beamtinnen und Beamte im Einsatz gewesen, so sind es in diesem Jahr bereits zehn weniger. Das, so Peltz, sei allerdings nur eine theoretische Zahl: „Auch bei der Polizei gibt es Langzeit-Kranke. Auch bei der Polizei gibt es Kolleginnen, die im Schwangerschafts-Urlaub sind. Es gibt Elternzeit sowie Aus- und Weiterbildung.”
Wenn in einem Unternehmen zum Beispiel ein Dreher und Schweißer langfristig ausfalle, könne beim Arbeitsamt Ersatz besorgt werden. „Bei uns geht das nicht. Es gibt keine ausgebildeten Polizisten auf dem freien Markt”, so der regionale GdP-Vorsitzende. Beunruhigend sei auch die Überalterung der Einsatzkräfte: „Bereits im Jahr 2015 wird die Hälfte aller Kolleginnen und Kollegen 50 Jahre und älter sein.” In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, als die Bedrohung durch die RAF-Terroristen groß war, seien vermehrt Polizisten eingestellt worden. Die Beamten ständen jetzt kurz vor der Pensionierung.
Nach Angaben des Düsseldorfer Innenministeriums müssten in jedem Jahr mindestens 1 500 neue Polizeianwärterinnen und -anwärter eingestellt werden. „Das sind 400 mehr als bislang. Die Landesregierung muss ihre eigenen Zahlen endlich ernst nehmen”, rechnet Rainer Peltz vor. Durch den Engpass beim Personal sieht der Gewerkschafts-Funktionär die innere Sicherheit im Ennepe-Ruhr-Kreis allerdings nicht in Gefahr. Mit Überstunden und zusätzlichen Schichten würde der Ausfall von Beamten ausgeglichen. „Deshalb empfindet der Bürger die Situation nicht als Problem”, so Peltz.
Eine Billigpolizei sei keine Alternative zur Einstellung von Beamten, die drei Jahre lang ausgebildet werden, um die Sicherheit im Kreis zu gewährleisten. Der Bürger habe ein Recht darauf, dass die Ordnungshüter „professionell arbeiten”, verlangt Rainer Peltz.
Die CDU-Landtagsfraktion will Hilfspolizisten als Fußstreifen, bei Verkehrskontrollen und zum Objektschutz einsetzen, so Hendrik Wüst, Generalsekretär der Christdemokraten in Nordrhein-Westfalen. Eine Wachpolizei ist keine neue Idee. Sie gibt es zum Beispiel bereits in Bundesländern wie Hessen und Sachsen. Die Ausbildung dauert zwei Monate. Die SPD und die Grünen im Land haben sich gegen die Pläne der Christdemokraten ausgesprochen.
21:03
@#14 von Gloria von Damals
In Ennepetal gibt es einen Virus, der den Menschen dahin bringt,jedes Thema irgendwie breitzutreten. Hinterher gehen alle auseinander und sind es zufrieden,Hauptsache wir haben etwas gesagt.
Fragt man danach: Wie war es denn? Habt ihr über das Thema diskutiert? So erhält man unisono die Antwort: Von dem Thema wollte keiner was wissen, war langweilig.
Drei Jahre später laufen die Billigpolizisten rum. Ein Aufschrei: Warum hat uns keiner was gesagt.
Tja,so sind se an der Ennepe.
20:55
Hallo alle zusammen, besonders Gloria von Damals
Die Persiflage von Gloria von Damals ist echt gelungen. Habt Ihr immer noch nicht begriffen das das Immage der Polizei mit Abiturienten aufgebessert werden soll. Selbstverständlich kann ein Polizist bei einer Owi den Täter sofort durch seine Lateinkenntnisse verblüffen, so dass dieser einen Widerspruch gegen das Knöllchen keinesfalls in Erwägung zieht. Denkt nur an die darauf eingesparten Verwaltungskosten. Ein Abiturient hat schließlich Lebenserfahrung und ist dadurch für die Verwaltungsarbei prädestiniert. Somit sparen wir durch sein theoretisches Fachwissen jede Menge Personal an der Basis (sprich Streifendienst und profilaxe durch Bürgernähe). EinDachdecker mit abgeschlossenem Hochschulstudium ist doch sicherlich auch der bessere Handwerker (oder etwa nicht?)
Also was sollen wir mit Billigpolizisten? Ich für mein Teil fordere, dass die Mindestvoraussetzung eines Streifenpolizisten nicht unter einer Abinote von 1.2 liegen darf, andernfalls hätte er ja auch Arzt werden können.
13:21
Sehen wir mal von der Frage ab, was die Diskussion mit dem Artikel zu tun hat.
@ Adi Mi: Dass Intelligenz nicht von Schulbildung abhängig ist, kann im Einzelfall stimmen. Es wird immer einzelne Intelligente geben, die einfach einen schlechten Abschluss haben, und umgekehrte Glückskinder auch. Aber wollen Sie ernsthaft die Aussagekraft von Abschlusszeugnissen und Abschlüssen insgesamt bezweifeln? Glauben Sie, dass unsere Hauptschulen voller verkannter Intellegenzbestien sind, während unsere Gymnasien den zurückgebliebenen das Abitur bescheinigen? Ich weiß nicht, ob Sie - so wie ich - Personal- und Ausbildungsverantwortung tragen. Sprechen Sie doch bitte einmal mit zehn willkürlich ausgewählten Abiturienten und mit zehn Hauptschülern über die letzte Bundestagswahl, lassen Sie beide Vergleichsgruppen einen kurzen Text schreiben und versuchen Sie ein Telefonat auf Englisch. Drei alltägliche Situationen - und schnell werden Sie sehen, warum ich Ihren Beitrag nicht wirklich ernst nehmen kann.
@ Unbesorgt #12: Ihr sachlicher und mit Tatsachen fundierter Beitrag erstaunt. Was muss dann mein Abitur - aus besagter Zeit der Hauptschulabschlüsse, von denen Sie reden - erst wert sein? Ich weiß, dass die Hauptschüler der späten 60er und frühen 70er sich - nachdem sie ein Leben lang in ihrer Vergleichsaltersgruppe zu den bildungsfernen Schichten gehörten - gerne daran hochziehen, sich zur angeblich so schlechten Jugend von heute zu vergleichen und nun endlich mit einem Abiturienten mitzuhalten, was sie eben zu ihrer Zeit nicht konnten. Lassen wir auch außer Acht, dass der Abiturient von heute viel mehr können muss als wir damals, weil er neben der klassischen Bildung von Hegel bis Kant auch noch den PC und das Internet perfekt beherrschen muss, um in einem nicht am Fließband gelagerten Beruf überhaupt zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Aber ich würde gerne einmal zehn Abiturienten des Abschlussjahres 2008 mit zehn Hauptschülern der späten 60er und frühen 70er gegenüber stellen. Wählen wir doch die Übersetzung eines lateinischen (wahlwise auch französischen) Textes, die Analyse eines Werkes von Franz Kafka, die Bildung einer dritten Ableitung einer mathematischen Differenzialfunktion (wahlweise auch die Ermittlung der Stammfunktion) und ein englisches Diktat.
Wie unsinnig Ihre Beiträge wirklich sind, erkennen Sie auch daran, dass heutzutage rund jeder dritte Schüler das Abitur schafft. Zwei von drei Schülern scheinen also entweder keinen Bock auf einen Abschluss zu haben, der für so viele Berufe Einstellungsvoraussetzung ist, oder sie sind eben doch nicht klug genug?! Den Hauptschulabschluss in den späten 60ern hat fast jeder geschafft. So viel war der Wert, und das Berufsziel damit war zumeist die Arbeit mit den Händen. Das, was heute von Abiturienten entworfene Computer und Maschinen verrichten.
An dieser Stelle noch ein Tipp: Wenn ich meinen PC einschalte, dann schalte ich auch mein Gehirn ein. Das hilft ungemein, müssen Sie wissen!
17:07
Was das jetzt alles mit der Meldung zu tun hat, kann ich nicht mehr nachvollziehen.
Steht in der Printausgabe was von Zulassungsvoraussetzungen bei der Polizei?
Heißt das jetzt die Kommentatoren sind mit der Billigpolizei einverstanden?
10:20
Ein Abitur 2009 ist weniger wert als ein Hauptschulabschluss Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre !
08:34
Dito. Wer in dieser Zeit ein Abitur erreicht hat damit noch lange nicht Intelligenz gepachten und schon gar nicht Emphatievermögen.
@retter112
Und Natürlich ist Abitur Grundvoraussetzung, ich habe das aber mit meinem Beitrag in Frage gestellt. Ich denke, in diesem äußerst sensiblen Bereich muss individuell geprüft werden, ob jemand für diesen Beruf geeignet ist oder nicht.
Allgemein finde ich es völlig unpassend hier auf Billig-Kräfte setzen zu wollen. Unsere Polizisten haben eine große Verantwortung zu tragen. Wer für diesen Job bereit ist, darf nicht mit nem Mini-Lohn abgespeist werden, genau so wenig wie viele andere Berufszweige, wo man Verantwortung für Menschen übernimmt.
Jeder Versuch nach Billig-Lösungen zu suchen ist ein erneute Armutszeugnis, dass man sich ausstellt.
06:12
Intelligenz ist nicht von Schulbildung abhängig.
19:49
Warum wehren sich so viele Schreiber gegen intelligente Polizisten? Konfliktlösungen durch professionelle Kommunikation kann nicht durch einen Kurzlehrgang erlernt werden. Billigpolizei führt zum Abbau von Standards bei der inneren Sicherheit. Deshalb zeigt den CDU-Überlegungen rechtzeitig die rote Karte
18:05
#7
Ich muss Ihnen Recht geben, auf die emotionale Intelligenz kommt es an !
17:52
Ob mit oder ohne Abitur, auf die Kompetenz und das Einfühlungsvermögen beim tägliche Umgang mit den Bürgern kommt es an. Ich kenne in Ennepetal einen Polizist, der ist selbst zu dumm um Schweine zu hüten.