Freiwilliges Soziales Jahr eine „tolle Erfahrung!”
09.02.2010 | 17:09 Uhr 2010-02-09T17:09:00+0100
Schwelm. „Eine tolle Erfahrung!” So beschreibt die Schwelmerin Katrin Borchers ihr Freiwilliges Soziales Jahr, das sie vor einem halben Jahr beendet hat.
In der Rheinischen Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung in Wuppertal hat sie sich ein Jahr lang um körperbehinderte Kinder und Jugendliche gekümmert. Bereits nach dem Abitur stand für die 22-Jährige fest, dass sie unbedingt Sonderschulpädagogik studieren wollte. Schon damals hat sie sich ehrenamtlich um ein behindertes Kind gekümmert.
Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) hat Katrin Borchers in ihrem Berufswunsch noch einmal bestärkt. Während ihrer Zeit an der Wuppertaler Schule hat sie zumeist Jugendliche im Alter zwischen 16 und 19 Jahren betreut. „Ich habe bei der Pflege geholfen, aber auch die Schüler im Unterricht unterstützt”, erklärt sie. Dabei konnte sie viel lernen und prägende Erfahrungen sammeln. „Aber ich wusste schon, worauf ich mich einlasse, und ich weiß es auch jetzt vor dem Studienbeginn.” Die Kinder an der Schule hätten sie herzlich und ohne Vorbehalte aufgenommen.
Aber das FSJ ist nicht nur praktisch orientiert. Auch mehrere Seminare musste oder besser noch durfte die Schwelmerin besuchen. Die Themen hatten jedoch allesamt einen starken Bezug zu ihren Aufgaben. So wurde unter anderem über verschiedene Behinderungen gesprochen, aber auch ein Seminar zu Erlebnispädagogik stand auf dem Programm. Ihr FSJ hat sie über die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste geplant. „Ich würde es auch auf jeden Fall wieder machen”, so Katrin Borchers begeistert. Für ihr Engagement hat sie ein Taschengeld von 165 Euro sowie Wohn- und Essensgeld erhalten.
So wie die junge Schwelmerin entscheiden sich immer mehr Menschen nach dem Abitur für ein Freiwilliges Soziales Jahr. Allein beim Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes in Unna gehen jährlich rund 500 Bewerbungen ein, Tendenz steigend. 400 Plätze kann der Kreisverband vergeben. Man sollte jedoch nicht jünger als 16 Jahre und nicht älter als 26 Jahre sein. Auch als Zivil- und Wehrdienstersatz lässt sich das FSJ anrechnen.
»Zusätzlich zum Gehalt gibt es noch
das Kindergeld und 25 Urlaubstage«
„Das FSJ dauert zwar deutlich länger als der Zivildienst. Aber dafür gibt es zusätzlich zum Gehalt von 350 Euro noch das Kindergeld”, erklärt Melanie Görke, Bildungsreferentin beim DRK-Kreisverband. Auch 25 Urlaubstage stehen einem FSJ'ler zu.
Das DRK vergibt Plätze in Seniorenheimen, Schulen, Psychiatrien, Dialysestationen, Behinderteneinrichtungen, in Kinderheimen und beim Rettungsdienst. „Viele junge Leute wählen das FSJ auch als Überbrückung, wenn es nicht sofort mit einem Studienplatz klappt.” Nur ein kleiner Teil engagiere sich danach weiterhin ehrenamtlich.
Eine gute Vorbereitung ist ein FSJ allemal für soziale Berufe. Um auch mit schwierigen Situationen umzugehen, gibt das DRK-Seminare; aber auch die Bildungsreferenten und Dienststellen vor Ort betreuen die freiwilligen Helfer.
Für Katrin Borchers war das FSJ zwar auch eine gute und sinnvolle Überbrückungsmöglichkeit, aber nach diesem einen Jahr wollte sie ihre Tätigkeit nicht ad acta legen. „Derzeit betreue ich ein autistisches Kind an einer Schule für geistig Behinderte.” Nun überlegt sie, ob sie in ihrem späteren Studium eher den Schwerpunkt auf Pädagogik für körperlich oder geistig eingeschränkte Menschen legen soll. Eins ist aber auf jeden Fall sicher: „Ein FSJ kann ich nur jedem empfehlen!”
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