Ein Stuhl und ein Kunstwerk
02.10.2011 | 18:08 Uhr 2011-10-02T18:08:48+0200
Schwelm. Das Einrichtungshaus Hüls zeigt derzeit die Sonderausstellung „Thonet Klassiker“.
Präsentiert werden die weltbekannten Stahlrohrmöbel des Herstellers Thonet. Im kleinen Expertenkreis wurde die Ausstellung am Freitagabend durch Richard Hüls und Felix Thonet eröffnet. Die Ausstellung zeigt die bekannten Freischwinger in allen Farben und Materialien.
Die Firma Thonet produziert seit knapp 200 Jahren die beliebten Sitzmöbel. 1819 begann Tischlermeister Michael Thonet seine Arbeit, bereits 1859 gelang ihm mit dem Stuhl Nr. 14, dem später so genannten „Wiener Caféhaus-Stuhl“, der Durchbruch. 60 Millionen Exemplare wurden bis heute davon verkauft.
In den 1930er Jahren entwarfen Architekten wie Mart Stam und Mies van der Rohe die heute als Design-Klassiker geltende Stahlrohrmöbel. Richard Hüls ordnet die Erfindung des Freischwingers (gemeint ist ein hinterbeinloser federnder Tragstuhl) als eine der wichtigsten Design-Innovationen des 20. Jahrhunderts ein.
Inspiration
für Architekten
Diese klassisch kubischen Stühle werden dem Bauhausstil zugeordnet. Das staatliche Bauhaus wurde 1919 gegründet und gilt als einflussreichste Bildungsstätte im Bereich der Architektur. „Die Ausstellung ist eine Hommage an Thonet, ich bin ein großer Bauhaus-Fan“, erklärt Richard Hüls seine Beweggründe. „Architekten sollen dadurch inspiriert werden, es ist Kultur und Geschichte zugleich“, so Hüls weiter.
Felix Thonet bat dann die Gäste, doch endlich Platz zu nehmen. „Ein Stuhl ist nicht gleich ein Stuhl, jetzt sitzen sie auf einem Kunstwerk“, so Felix Thonet. Die Ausstellung kann den gesamten Oktober besichtigt werden.
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