Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Kampfsport

Die Jungs waren nicht aus Zucker

08.06.2012 | 18:13 Uhr
Die Jungs waren nicht aus Zucker
Real Fighting Championship 2 in der Event-Halle. Foto: Bastian Haumann

Schwelm.  In der Schwelmer Eventhalle fanden die ersten MMA-Kämpfe in der Region statt.

Hinter den Handschuhen ist die Nase. Und Nasen mussten am Donnerstag ziemlich viel einstecken. In der Schwelmer Eventhalle fanden die ersten MMA-Kämpfe in der Region statt.

MMA, das steht für „Mixed Martial Arts“, was frei übersetzt heißt: gemischte Kampfsportarten. Im Ring war also fast alles erlaubt. Schläge, Tritte, Würfe, Griffe, der Kampf am Boden. Der Ring bei MMA-Kämpfen ist – fast immer – achteckig, umgeben von einem Zaun, dem Käfig. Klingt gefährlich, brutal – eben martialisch? Ja, keine Frage. Doch, und das stellte die sehr gut besuchte Veranstaltung mit dem Titel „Real Fighting Championship“ unter Beweis: Die Kämpfer gehen fair, fast fürsorglich miteinander um – zumindest vor und nach dem Kampf, das Publikum war gut gelaunt. Anstacheln der Kämpfer gehörte wohl dazu. Ein rüder Ton bei bester Stimmung.

Im Publikum alles vertreten

Im Publikum war so ziemlich alles vertreten, vom Muskelmann Marke Schrankwand mit Gesichtstattoo bis hin zu Schwiegermutters Liebling. Überraschend: Männer und Frauen hielten sich fast die Waage, egal welches Alters.

Thomas Cesen zum Beispiel, 55 Jahre alt und optisch der Typ von nebenan. „Ich habe mir früher gerne Amateur-Boxkämpfe angeschaut“, erzählte er. Geboxt wird in seiner seiner Heimat in Kamp-Lintfort nicht mehr. So stieß er, mehr durch Zufall, auf die Schwelmer Fight Night. Die Kritik an diesem Sport könne er aber nicht nachvollziehen. „Es ist nicht übermäßig brutal, die Kämpfer gehen viel besser miteinander um als beim Boxen und auch die Fans sind toll.“

Auch Kickboxer dabei

Inga, 25 Jahre alt aus Remscheid, war ebenfalls zum ersten Mal auf so einem Event. „Ich lasse mich mal überraschen, was auf mich zukommt.“ Ihre Begleitung, Paul (23), kämpft dagegen selbst, sei aber noch absoluter Neuling. Körperkontakt sei er aber durch seine alte Sportart gewohnt. „Ich spiele American Football.“ Ingrid und Angela, die eine aus Sprockhövel, die andere aus Hattingen, haben mal Kickboxen ausprobiert. Sie kamen auf ihre Kosten. Ein K1-Kampf, also klassisches Kickboxen, fand im Ring statt. Die beiden Ringkämpfe trafen nicht ihren Geschmack. Schieben, drücken, wenig Aktion der Kämpfer. Und auch, wenn es bei den restlichen MMA-Kämpfen Richtung Boden ging, gefiel ihnen das nicht mehr. Kickboxen dagegen – klasse! Veranstalter Jedrzej „AJ“ Jerzewski wies dagegen auf eine Eigenheit des Kickboxens hin und der Blick in die gezeichneten Gesichter der beiden Kämpfer nach dem Kampf bestätigte das. „Kickboxen ist tatsächlich wesentlich heftiger als ein MMA-Kampf“, erklärte er. Der Hauptunterschied: Ein MMA-Kämpfer kann durch Aufgabe den Kampf beenden, was eine absolut respektierte Handlung sei. Wenn dagegen bei einem Boxkampf mal das Handtuch fliegt, kann das die Karriere eines Boxers beenden.

Tritt ins Gesicht

Doch zurück zum Geschehen im Ring. Einen Sieger der Herzen gab es. Denn obwohl Luca Jatzek in seinem ersten Amateur-MMA-Kampf nach Punkten verlor, lieferte er mit Onur Bozkurt einen spannenden Kampf. Ringsprecher Ralf Richter, Schauspieler und Pott-Original, fand die passenden Worte des Lobes: „Der Junge ist nicht aus Zucker.“ Mitleid konnte man dagegen mit Tomasz Gdawiec haben. Ein Tritt von Patric DeSousa Carneiro klatschte nach 48 Sekunden in sein Gesicht und kurz darauf klatschte DeSousa auf den Ringboden.

Neben dem Lob für die hervorragende Inszenierung der Veranstaltung gab es aber auch Kritik unter den Gästen. Hauptkritikpunkt war das fehlende Catering und die nicht ausreichenden Sitzplätze.

Bastian Haumann

Facebook
 
Kommentare
08.06.2012
22:15
Die Jungs waren nicht aus Zucker
von Alissa90 | #1

"Ein Tritt von Patric DeSousa Carneiro klatschte nach 48 Sekunden in sein Gesicht und kurz darauf klatschte DeSousa auf den Ringboden."

Nein de Sousa klatschte nicht auf den Ringboden sondern "Tomasz Gdawiec".

Bitte um Korrektur.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6745143/create

Fotos und Videos
Spitzen Trödelmarkt
Bildgalerie
Volle City
Tanz in den Mai
Bildgalerie
Tanz in den Mai
EN auf der Wirtschaftsmesse
Bildgalerie
Hannover
Kundenhalle wird Lounge
Bildgalerie
Sparkasse
Aus dem Ressort
„Abi-Plus“ mit Cello, Lesung und Roman
Kultur
Florian Paul ist ein außergewöhnlicher Schüler. Und das gleich auf mehreren Ebenen. Während viele seine Mit-Abiturienten jammern über zu schwere Prüfungen und Lernstress satt, hat er sich ganz bewusst für ein „Abi-Plus“ entschieden. Lehrer nennen es „besondere Lernleistung“. Florian Paul nennt es...
Verbesserungsvorschläge umgesetzt
Sparkasse
Wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Städtische Sparkasse zu Schwelm hat sich die Kritik ihrer Kunden in den letzten Wochen seit dem Umbau der Hauptstelle zu Herzen genommen und wird an ihrem neuen Konzept für die Kundenhalle noch etwas Nachsteuern. Bis Montag werden die Handwerker die sechs...