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Schwelm

Die Glocken läuten wieder - Gott sei Dank

21.12.2008 | 19:47 Uhr

Schwelm. (wö) Die Erleichterung und Freude war gestern morgen auf allen Gesichtern überdeutlich abzulesen: "Die Ära ´Schweigen der Glocken´ hat nun ein Ende. ...

Jung und Alt interessierten sich gleichermaßen für die neuen-alten Glocken im Südturm der Christuskirche. Foto: Wördehoff

... Gott sei es gedankt", verkündete Pfarrer Uwe Rahn in der vollbesetzten Christuskirche, die mit einem Festgottesdienst das Wiedererklingen der Kirchenglocken feierte.

Um 10.15 Uhr schritten die evangelischen Pfarrer mit vielen Bürgern zum ersten Glockengeläut seit über zwei Jahren ins Kirchenschiff. Fünf Minuten zuvor erklangen als Solidaritätsbekunden auch die Glocken der katholischen Marienkirche. "Das ist ein gutes Zeichen, ein Zeichen der Zukunft", betonte Präses Frank Bracklo zu Beginn des Festgottesdienstes. Aber nicht nur das Geläut selbst gelte es laut Bracklo zu feiern: "Denn hinter dieser Sache stehen viele Menschen und zwei Jahre des Überlegens und Entscheidens." Angesichts der großen Anteilnahme der Schwelmer durch Spenden erklärte er: "Wir sind nicht nur dankbar, wir sind zutiefst gerührt."

"Was die Glocken uns in Wirklichkeit bedeuten, ist uns erst richtig bewusst geworden, als ihnen Schweigen auferlegt wurde", bekannte auch Pfarrer i. R. Fritz Potthoff in einer sehr eindringlichen und emotionalen Predigt, die sich schwerpunktmäßig der zweitgrößten Glocke Maria und ihrer Namensgeberin, der Jungfrau Maria, widmete. Potthoff beschrieb das "befreiende, dankbare und tiefe Aufatmen", dass alle Beteiligten ergriffen habe, als die vier Glocken Paulus, Maria, Johannes und Martin, "jede mit ihrem unverwechselbaren Gesang", wieder läuteten. "Unsere Glocken gehören zu unserem Glauben, unserer Öffentlichkeit und Geschichte. Sie gehören zu unserer Stadt. Nun läuten sie wieder. Gott sei Dank."

Welch große Rolle das Geläut im Alltag der Schwelmer spielt, bewies nach dem Festgottesdienst auch die Turmbegehung, die viele dazu nutzten, die Sache selbst einmal aus der Nähe zu begutachten.

Für die beiden "alten" Klöppel hat die Kirchengemeinde laut Bracklo übrigens auch einen Verbleib gefunden: "Ein Klöppel wird im Vorgarten der Christuskirche verankert. Für den zweiten Klöppel habe ich schon eine Idee, die wird aber noch nicht verraten."

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