Das beste Löschmittel ist Bier
28.03.2011 | 16:59 Uhr 2011-03-28T16:59:00+0200
Schwelm. Zur siebten Ausgabe von „Pils & Plausch“ wurde Moderator und Kabarettist Jürgen H. Scheugenpflug am Sonntagabend mit tosendem Applaus begrüßt. Dieser freute sich über die „gigantische Stimmung, trotz gestohlener Stunde“ aufgrund der Zeitumstellung. Und da hatte er recht: das Publikum im voll besetzten Saal des Ibach-Hauses war alles andere als müde.
Der erste Gast war für viele ein alter Bekannter. Oli Materlik, Gewinner des Schwelmer Kleinkunstpreises 2005, versuchte gleich zu Beginn dem Publikum zu schmeicheln. Mit Scherzen wie „Schwelmer seien die Brasilianer von Deutschland“, war von Start an die komödiantische Funkverbindung zwischen dem Rheinländer und seinem Publikum aufgebaut. Er begann zu schmökern, plauderte von seinem „Stramm-Tisch“ und spielte sein Lieblingsspiel „Zuschauer in Angst“. Er packte Fernsehgeschichten aus und philosophierte auf eine urkomische Art über den Unsinn, der heutzutage gesendet wird: „Schulden werden kleiner und Brüste werden größer. Kinder müssen auf die Treppe und Promis in den Dschungel.“ Mit seiner „Stand Up“-Comedy hatte er alle Lacher auf seiner Seite.
Humorzentrale
Nicht nur mit den Gästen, sondern auch mit Scheugenpflug plauschte Oli Materlik an diesem Abend auf dem roten Talksofa – über irre komische Geschichten der Künstler. Der Zweisitzer verwandelte sich zum Ferrari, dessen Insassen geradewegs die „Humorzentrale des Gehirns“ ansteuerten. Vor dem Hintergrund, Apres-Ski sei betreutes saufen, berichtete er über eine Ski-Reise mit 50 Prozent Holländern und 50 Prozent Niederländern, mit denen er in einem Hotel mit Bio-Ecke seinen Urlaub verbrachte.
Um den Lachmuskeln zwischendurch eine Pause zu gönnen, nahmen weitere Plausch-Gäste auf dem roten Talksofa von Jürgen Scheugenpflug Platz. Hartmut Ziebs, Schwelmer Feuerwehrmann und Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, berichtete über die Aufgaben, die Risiken und die Nachwuchsschwierigkeiten bei der Wehr. Und passend zum Namen der Veranstaltung scherzte er: „Das beste Löschmittel ist Bier. Es enthält Wasser, Schaum und CO².“
Schlagfertige Hotelfrau
An diesem Abend machte es sich aber auch eine Dame neben Scheugenpflug auf der Plausch-Couch bequem. Christa Wünsche, Gastronomin und Inhaberin des Hotels Haus Wünsche in der 3. Generation, berichtete über den Wirteverein Schwelm und rief zur Unterstützung des Einzelhandels auf. Schlagfertig ging die Gastronomin auf lustig-provozierende Anspielungen des Moderators ein und bewies komödiantisches Talent. „Nach meiner Ansicht ein wenig zu viel Talent“, scherzte Scheugenpflug, denn Christa Wünsche machte den Comedians Konkurrenz und „demontierte locker“ den Moderator.
Um nach diesen informativen Gesprächen und der Spontan-Comedy die Lachfalten noch ein wenig mehr auszuprägen, gab das Comedy-Duo Ozan & Tunç Premiere im Schwelmer Ibach-Haus. Mit Gesang, Tanz, Slapstick und Kabarett begeisterten die gebürtigen Türken das Publikum. Als Bodyguards von Angela Merkel und Guido Westerwelle lieferten sich Ozan Akhan und Tunç Denizer einen „Bodyguard-Wettstreit“. Ein besonderes Erlebnis lieferte Tunç mit der Vielfalt seiner Stimme sowie seiner Mimik und Gestik. Mit seiner „Geräusch-Lesung“ über den chaotischen Tag eines Mannes bellte, miaute, knarzte und weinte er mehr als das er sprach.
Die kaum in Worte zu fassende Comedy war einzigartig und die grandiose Stimmung im Publikum steigerte sich noch mehr, als das Duo unter anderem mit Bauchtanz und Broadway-Tanzeinlagen das Ibach-Haus zur internationalen Bühne verwandelte. Auch der „Macho-Unterricht“ mit „Lexikon eins, zwei und drei“ tat der guten Laune des Publikums nichts ab. Und getreu dem Motto „Nichts in der Welt ist so ansteckend wie Gelächter und gute Laune“ endete der 7. „Pils & Plausch“-Abend.
17:10
Schön, daß sich der Applaus so freute. Dann kamen ja wirklich alle auf ihre Kosten.