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Pils und Plausch

Beim Plausch flossen die Spendengelder

31.01.2011 | 18:22 Uhr
Beim Plausch flossen die Spendengelder
Pils und Plausch im Ibach-Haus in Schwelm

Schwelm.„2011 wird grandios werden, das fängt hier schon an“, begrüßte Gastgeber Jürgen H. Scheugenpflug seine Gäste zum ersten „Pils und Plausch“ im neuem Jahr, wieder präsentiert unserer Zeitung.

Vor ausgebuchtem Ibachhaus an der Wilhelmstraße 43 startete das Kleinkunst- und Talkformat ins neue Jahr wie das letzte aufgehört hatte: Mit interessanten Gesprächspartnern und bitterbös-lustiger Kleinkunst. Das „Parkbankduo“ und die Kabarettistin, Sängerin und Tänzerin Mirja Regensburg war zu Gast auf der kleinen Bühne des Ibach-Hauses.

Michael Treimer und Ingo Hertelt von Verein „Verbindungen eine Welt“ nahmen Platz auf dem roten Sofa. Der Schwelmer Verein engagiert sich seit Jahren in der indischen Himalaya-Provinz Ladakh. Mit Hilfe von Spenden finanziert der nur 25 Mitglieder starke Verein, u.a. Kindern eine Schulbildung. „ Die Schwelmer sind ganz ganz tolle Spender“, bedankte sich Treimer bei Publikum für die vielen Spenden in der Vergangenheit. Rein ehrenamtlich und immer aus eigener Tasche finanzieren die Mitglieder ihre Besuche vor Ort im Himalaya. „Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe geben“, so die beiden Verbindungsvertreter, eine Vollfinanzierung werde von den Menschen nicht angenommen, man müsse ihnen die Möglichkeit geben daran zu partizipieren. Scheugenpflug fragte nach, hakte nach, warum man nicht Kindern in Schwelm oder Wuppertal helfe. Die Antwort ist für Ingo Hertelt wie auch für Michael Treimer klar. Beide haben bei ihren Besuchen im Himalaya eine so umfassende und herzliche Gastfreundschaft kennen gelernt, dass beide etwas davon zurück geben möchten. Scheugenpflug ging an diesem Abend mit gutem Beispiel voran: Er verpflichtet sich für ein Jahr als Mitglied der Verbindung und animierte auch die Gäste einen kleinen Beitrag in eine eigens mitgebrachte Laterne zu geben.

Aber nicht nur Plausch ist Sinn des Abends, sondern auch Pils. Dass dies an diesem Abend besonders gut passte, war der Verdienst des „Parkbankduos“ aus Paderborn. Bier trinkend am frühen Morgen treffen sich die beiden Kumpels. Der eine lebt von staatlicher Stütze, der andere hat auch das längst aufgegeben. „Du, ich hab Arbeit! Wieso? Weil ich blöd war“, ist Ausdruck der Misere, in der sich das Duo auf der Parkbank befindet. Das Schlimme, aber auch Wunderbare an der kurzen Momentaufnahme ist die Ehrlichkeit, in der sich soviel Witz verbirgt. Die Ironie des Alltags wird verdichtet und manchmal weiß man nicht, warum man lacht, ist die Situation doch eigentlich bitterernst.

Ina Blumenthal

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